- VonFrank Osiewaczschließen
Zwei Monate „SiKo-Point“ am Hauptbahnhof: Das sind Hunderte Kontrollen, Platzverweise und eine BTM-Szene in Bewegung. Erfreulich: Körperverletzung war bisher ein seltenes Delikt.
Hamm – Seit knapp zwei Monaten ist der „SiKo-Point“ in der Bahnhofstraße in Hamm gemeinsamer Stützpunkt von Polizei und Kommunalem Ordnungsdienst (KOD). Eine erste Bilanz der Ordnungspartner fällt positiv aus. Und auch in der Bevölkerung scheint die verstärkte Präsenz gut anzukommen.
Ein erfreuliches zählbares Ergebnis: Die Statistik weise bisher nur einen angezeigten Fall von Körperverletzung aus, sagt Polizeihauptkommissar Carsten Teigelkötter, SiKo-Beauftragter der Polizei. Dabei sei es um eine Auseinandersetzung innerhalb eines Personenkreises gegangen, nicht um einen Angriff auf Unbeteiligte.
KOD beobachtet Bewegung bestimmter Kreise
Im Bereich Betäubungsmittelkriminalität sei ein Verdrängungseffekt erkennbar, sagt Matthias Walter, Abteilungsleiter beim KOD für Ermittlungsdienst und Ordnungsrecht. „Die Bewegungen haben wir im Blick“, so Walter. Der KOD habe ein Monitoring eingeführt, das Bewegungen von auffälligen Personen im Viertel verfolge und dokumentiere.
Allein die Zahl von rund 300 Bürgergesprächen seit der Eröffnung am 16. Februar klingt beeindruckend. Die Palette der Themen, die an Polizei und KOD herangetragen werden, ist breit: Vom Hinweis auf Gefahrenstellen, Drogendeals, zu schnellem Fahren, mutmaßlich illegal bewohntem Wohnraum bis zur einfachen Frage nach dem Weg oder der besten Currywurst sei alles dabei, sagt Reiner Baum vom KOD. Oft gehe es einfach um Zuhören.
Bürger kommen, um sich zu bedanken
„Viele kommen auch, um sich zu bedanken“, ergänz Teigelkötter. Bedanken auch dafür, dass gefühlt ein wenig mehr Sicherheit einkehrt seit der verstärkten Präsenz uniformierter und ziviler Kräfte. Der Bevölkerung ein besseres Sicherheitsgefühl zu geben, war neben der Prävention und Ahndung von Delikten ein wesentlicher Grund für den immensen Personalaufwand, den Polizei und Stadt im Rahmen ihrer Sicherheitskooperation („SiKo“) betreiben. Zusammen kommen beide auf Personalstunden im vierstelligen Bereich. Dafür müssten auch die KOD-Bezirksteams mit eingebunden werden, sagt Baum.
Vom späten Vormittag bis frühen Abend sind Polizei und KOD im SiKo-Point anzutreffen oder bei ihren gemeinsamen Streifen durchs Viertel. Aber auch der Abend sei kein rechtsfreier Raum, sagt Baum. Die Zusammenarbeit mit der Bundespolizei sei sehr gut, man unterstütze sich gegenseitig. Ebenso würden immer wieder die Streetworkerinnen und ihr Hilfe-Netzwerk in den Austausch einbezogen.
Mehr Personalaufwand, mehr Präsenz, mehr Kontrollen – in Zahlen bedeutet das unter anderem:
- 575 Personenkontrollen (seit Jahresbeginn): Drogen, Alkohol, Belange des Jugendschutzes wie Vapes (elektronisches Rauchen) oder Schulabsentismus
- 160 Platzverweise (gültig für 24 Stunden)
- sechs Bereichsbetretungsverbote für drei Monate (vier Personen aus Hamm, zwei aus dem Kreis WAF)
- 100 Fahrradkontrollen (acht Strafanzeigen)
- 49 Drogendelikte (inklusive Razzien; 30 ohne)
- Verhinderung von Ladendiebstahl (zwei Fälle), Diebstahl eines E-Scooters und Sachbeschädigung; direkte Festsetzung der Täter