- VonJörn Funkeschließen
Das Trianel-Kraftwerk in Hamm soll ausgebaut werden, doch die Bundesbehörden zögern noch. Trotzdem treibt die Stadt ihre Pläne voran. Das Zauberwort heißt Wasserstoff.
Hamm – Die Stadtwerke Hamm sollen eine Projektgesellschaft für die Erweiterung des Uentroper Trianel-Kraftwerks gründen. Damit sollen aus Sicht der Stadt die Voraussetzungen für den Bau eines dritten Kraftwerksblocks und dessen spätere Umrüstung auf Wasserstoff geschaffen werden.
Bisher laufen die Planungen für den dritten Block beim Stadtwerke-Verbund Trianel eher auf Sparflamme – weil die Bundesregierung sich mit Details ihrer künftigen Kraftwerksstrategie nach wie vor bedeckt hält. Klar ist für Trianel wie für die Stadt jedoch, dass zur Schließung einer Versorgungslücke der regenerativen Energieträger der Bau von rund 20 Gaskraftwerken notwendig ist, die bis 2040 auf Wasserstoff umgerüstet werden müssten. Uentrop ist ein möglicher Standort.
Die Stadt hält einer Beschlussvorlage für den Rat zufolge die Gründung einer eigenen Projektgesellschaft bei den Stadtwerken für sinnvoll, um im weiteren Verfahren handlungsfähig zu sein – auch weil Mitbewerber wie die Rheinisch-Westfälisches Elektrizitätswerk AG (RWE) und die Energie Baden-Württemberg AG (EnBW) bereits eigene Projekte angekündigt haben. Nur mit einer eigenen Projektgesellschaft, heißt es im Hammer Verwaltungsschreiben, könne man sich erfolgversprechend an den Ausschreibungen des Bundes beteiligen, die noch für dieses Jahr zu erwarten seien.
Geringes Risiko, große Chancen
Die Stadtwerke sollen demnach als Gründungsgesellschafter einer „Trianel Gas-Wasserstoffkraftwerk Hamm GmbH & Co. KG“ auftreten, weitere Partner sollen dann möglichst schnell dazukommen. Einsetzen müsste die städtische Tochter 25.000 Euro Stamm- und 1000 Euro Festkapital. Verpflichtungen über die vorhandenen finanziellen Mittel hinaus dürften nicht übernommen werden.
Das Risiko scheint aus Sicht der Stadt damit überschaubar. Die Chancen werden dagegen als groß eingestuft: Es gehe um die Sicherung und Stärkung des Energie- und Wirtschaftsstandortes Hamm. Die geplante Anlage könne auch einen entscheidenden Beitrag zur künftigen Wärmeversorgung Hamms leisten.
Der Rat entscheidet über das Vorhaben in seiner Sitzung am 19. März ab 16 Uhr im Kurhaus.