Kühle Meeresluft im Anmarsch

Starker Wind, Gewitter und Frost in NRW: „Wetterlage ändert sich grundlegend“

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Die Schönwetter-Lage endet. Nach NRW strömt kühle Meeresluft, das Wetter wird unbeständiger. Vor dem Wochenende wird es teils „sehr kühl“. Im Bergland droht Frost.

Update vom 23. Mai, 9.55 Uhr: Zum Ende der Woche sollten sich die Menschen in Nordrhein-Westfalen auf Regen und gelegentliche Gewitter vorbereiten. Auch am Freitag ziehen Wolken auf, und es kommt immer wieder zu Schauern, wie der Deutsche Wetterdienst (DWD) mitteilte. Ebenfalls könnten kurze Gewitter mit Graupel auftreten. Der DWD gibt für den nördlichen Teil von NRW eine Amtliche Warnung vor Windböen heraus. Sie gilt von 10 bis 19 Uhr.

Starker Wind und Gewitter auch am Freitag in NRW

Die Temperaturen erreichen am Freitag Höchstwerte von 12 bis 16 Grad und es bleibt „kühl bis sehr kühl“. Ein mäßiger Wind weht, der bei Regen und Gewittern vereinzelt von Wind- oder Sturmböen begleitet wird.

Bedrückende Bilder: Wetterextreme der vergangenen Jahre in NRW

Orkantief Kyrill NRW Wilmsdorf Wald
In der Nacht vom 18. auf den 19. Januar 2007 fegte der Orkan Kyrill mit mehr als 180 km/h über Deutschland hinweg. Auf dem Kindelsberg bei Kreuztal wurden Windgeschwindigkeiten bis 205 km/h gemessen. Elf Menschen starben in Folge des Orkans, sechs davon in NRW. Die Opfer kamen bei Aufräumarbeiten in den betroffenen Wäldern ums Leben. Denn Kyrill richtete Schäden in Milliardenhöhe an. In NRW wurde vor allem in den Wäldern im Sauerland und Siegerland (Foto) die Kraft des Orkans deutlich.  © Bernd Thissen/dpa
Sturmschäden nach dem Orkan Kyrill im Jahr 2007, Meinerzhagen
Nach Angaben der NRW-Landesregierung belief sich der Schaden im Wald auf mehr als 1,5 Milliarden Euro. Dieses Foto wurde in Meinerzhagen im Sauerland aufgenommen. © IMAGO/imageBROKER/Heinz-Dieter Falkens
Baum ist auf ein parkendes Auto gestürzt, Schäden durch das Sturmtief Ela am 09.06.2014
An Pfingsten 2014 überzog das Sturmtief Ela vor allem Nordrhein-Westfalen. Es traten in einem Streifen vom Rheinland bis ins Ruhrgebiet Böen bis Orkanstärke auf, die zusammen mit einem großen Gewitterkomplex auftraten. © IMAGO / blickwinkel
Sturmschäden im Schellenberger Wald oberhalb des Baldeneysee verursacht nach einem schweren Sturm
Am 9. Juni (Pfingstmontag) kamen zwischen 20 und 23 Uhr in Düsseldorf, Essen, Köln und Krefeld insgesamt sechs Menschen ums Leben. In ganz NRW gab es über 60 Verletzte, 30 davon schwer. Bei der Deutschen Bahn waren die Schäden nach eigenen Angaben deutlich stärker als bei Kyrill. Ein Festival in Essen musste evakuiert werden.  © IMAGO / Jochen Tack
Orkan "Friederike" hat in den Wäldern Nordrhein-Westfalens gewütet.
Wieder zu Todesopfern kam es im Jahr 2018 beim Orkan Friederike. NRW war am 18. Januar das erste und auch am stärksten betroffene Bundesland. In Emmerich wurde ein Mann von einem Baum erschlagen. In Lippstadt starb ein Lkw-Fahrer bei einem Unfall, in Sundern ein Feuerwehrmann im Einsatz. In Duisburg wurde Sirenenalarm ausgelöst.  © Arnulf Stoffel/dpa
Entwurzelte Bäume liegen in Bochum im Weitmarer Holz. Der Sturm Friederike hatte die Bäume entwurzelt.
Die Bevölkerung sollte sichere Räume aufsuchen. Auch die Wälder wurden wieder stark zerstört, wie hier in Bochum im Weitmarer Holz. © IMAGO / Funke Foto Services
Die Erde im Flussbett des Rheins ist aufgrund der Dürre ausgetrocknet und aufgerissen.
Das Jahr 2018 war laut Deutschem Wetterdienst das bis dato wärmste Jahr seit Beginn der Wetteraufzeichnungen. Vom April bis in den Oktober war es in Deutschland außergewöhnlich trocken und heiß. Selbst am 13. Oktober wurden in Tönisvorst in NRW noch 28,6 Grad erreicht. © Christophe Gateau/dpa
Biggesee Biggetalsperre der Pegel Wasserstand hat nach den letzten trockenen Monaten stark abgenommen
Flächendeckend wurden neue Rekorde aufgestellt. In 9 der 15 größten deutschen Flüsse herrschte sehr lange extremes Niedrigwasser. © IMAGO / Rene Traut
Schnee-Chaos auf A2 in NRW
Im Februar 2021, mitten im Corona-Lockdown, wurde NRW regelrecht eingeschneit. Zudem sanken die Temperaturen in den zweistelligen Minusbereich. Auf der A2 bei Bielefeld war der Verkehr in der Nacht im Schnee-Chaos zum Stillstand gekommen. Autofahrer und Lkw-Fahrer mussten bei klirrender Kälte die Nacht in ihren Fahrzeugen verbringen. Rund um Bielefeld bildeten sich zwischenzeitlich mehr als 70 Kilometer Stau. © Festim Beqiri
Februar 2021: Rodeln am Kaiserberg in Duisburg
Selbst im Ruhrgebiet fiel so viel Schnee, dass gerodelt werden konnte – wie hier am Kaiserberg in Duisburg. © IMAGO / Funke Foto Services
Verwüstung und Tote: Die Flutkatastrophe im Juli 2021 in NRW
Die Jahrhundertflut im Sommer 2021 forderte in NRW 49 Todesopfer. Es gab zudem Dutzende Verletzte, unzählige Menschen wurden traumatisiert und verloren alles. Die Schäden werden auf 13 Milliarden Euro geschätzt. Es gab historische Höchststände bei den Flüssen und Bächen in NRW.  © David Young/dpa
Flut im Sommer 2021 in Hagen, 14. Juli
Wohnhäuser, Krankenhäuser, Schulen und auch eine Justizvollzugsanstalt mussten geräumt werden. Gemessen an der Opferzahl war das Hochwasser 2021 die schwerste Naturkatastrophe in Deutschland seit der Sturmflut im Jahr 1962. © IMAGO / Kirchner-Media
14.07.2021, Hagen, Deutschland, - PKW schwimmt in den Sturzfluten
Zunächst hatte es Hagen und das Sauerland getroffen. ©  IMAGO / Marius Schwarz
Flutkatastrophe, NRW, Aufräumarbeiten in Bad Münstereifel
Danach den Kreis Euskirchen. ©  IMAGO / Xinhua
Flut 2021: In Erftstadt-Blessem (NRW) sind Häuser massiv unterspült worden und einige eingestürzt oder in eine nahe Kiesgrube gestürzt.
Und Erftstadt, insbesondere die Ortschaft Blessem. ©  IMAGO / Future Image
Eine Kirche in Lippstadt-Hellinghausen ist durch den Tornado abdeckt worden. Der komplette Turmhelm wurde herunter gerissen.
Abgedeckte Dächer, entwurzelte Bäume, vollkommen zerstörte Autos: Gleich drei Tornados fegten im Mai 2022 durch NRW. In Lippstadt waren binnen Minuten Teile der Innenstadt verwüstet. An einer Kirche stürzte der gesamte Dachstuhl des Turms in die Tiefe. Kurz darauf traf ein zweiter Tornado auf Paderborn. Er war noch verheerender als der erste. Es gab 43 Verletzte. Ein dritter Tornado fegte an diesem Tag durch Höxter.  © Daniel Schröder
Dürre Sommer 2022 Rhein Düsseldorf
Der Sommer 2022 war in Europa erschreckend trocken. Es war überdurchschnittlich warm, und es gab unterdurchschnittliche Regenmengen. Es war zudem der heißeste Sommer in Europa seit Beginn der Wetteraufzeichnungen 1881. In NRW wurden am 19. Juli Temperaturen über 38 Grad gemessen. In einigen Regionen fielen die Pegel von Gewässern auf sehr niedrige Werte ab. Am 16. August fiel der Pegelstand des Rheins in Emmerich erstmals auf null und lag zwischenzeitlich noch darunter.  © Federico Gambarini/dpa
Mai 2024: Tornado über Hagen richtet Schäden an
Im Mai 2024 richtet ein Tornado in Hagen enorme Schäden an. Der Wirbelsturm feht am Nachmittag über die Stadt hinweg, deckt Dächer ab und entwurzelt Bäume. © IMAGO/EinsatzReport24

Am Samstag ziehen laut Angaben des DWD zunehmend Wolken über Nordrhein-Westfalen. Ab dem Nachmittag setzt Regen ein. Die Temperaturen steigen auf maximal 15 bis 18 Grad. Der Wind bleibt mäßig, kann aber in Böen stark werden. Auch am Sonntag bleibt es in Nordrhein-Westfalen regnerisch und wolkig. Die Temperaturen erreichen Höchstwerte zwischen 16 und 20 Grad. Der Wind weht mäßig und frischt teilweise stark böig auf.

[Erstmeldung] Hamm - Lange Zeit war es nun in NRW mild und trocken – ungewöhnlich trocken. Schon zu Jahresbeginn war Regen „absolute Mangelware“, laut den Daten des Deutschen Wetterdienstes (DWD) erlebte NRW den trockensten März seit 1929. Das führte zu einer „ungewöhnlich frühen und markanten Niedrigwasserphase des Rheins“. Viel ging nicht beim Wetter. Doch das soll sich jetzt ändern.

„Wetterlage ändert sich grundlegend“ – Starker Wind, Gewitter und Frost in NRW

„Die Wetterlage ändert sich grundlegend“, sagt Meteorologin Verena Leyendecker von Wetteronline. Die Chancen auf Regen würden steigen. Allerdings seien die genauen Mengen derzeit noch nicht klar. Es gebe „Unsicherheiten in den Modellen“, so die Wetter-Expertin. Übers Wochenende würde sich über Island ein mächtiges Tief aufbauen. Deutschland liege am Rande des Tiefs in einer westlichen Strömung. „Typisch für die Westwetterlage ist mäßig warme und feuchtere Luft vom Atlantik“, erklärt Leyendecker. „Feuchtere Luft bedeutet, dass die Regenwahrscheinlichkeit bei uns grundsätzlich steigt.“

Bevor jedoch am Wochenende Atlantikluft zu uns strömt, wird am Rande eines Tiefdruckgebiets über Südschweden kühle Meeresluft nach NRW geführt. Die Folge: Am Donnerstag, 22. Mai, muss östlich einer Linie vom Niederrheinischen Tiefland bis ins Bergische Land zeitweise mit starken Böen um die 55 km/h gerechnet werden. Der Deutsche Wetterdienst warnt am Donnerstag bis 18 Uhr in weiten Teilen von NRW vor Windböen. Im Bergland soll es auch am Freitag windig werden.

Im Nordosten von NRW sind am Donnerstagnachmittag einzelne Gewitter nicht ausgeschlossen. Örtlich kann es im Laufe des Tages immer wieder regnen. Auch am Freitag kann es nass werden, laut DWD sind kurze Gewitter mit Graupel möglich. Die Meteorologen beschreiben die Höchstwerte in NRW mit „kühl bis sehr kühl“. Sie würden am Freitag zwischen 12 und 16 Grad liegen, in Hochlagen seien maximal 10 Grad drin.

Warme Atlantikluft lässt Temperaturen steigen – doch die Sonne bleibt fern

Bis Samstag werden die Nächte vor allem im Bergland noch einmal frostig kalt. In der Nacht zu Freitag liegen die Tiefstwerte in „ungünstigen Tallagen“ lokal bei bis zu 0 Grad, in der Eifel sind in der Nacht zu Samstag sogar bis -1 Grad möglich. In Bodennähe kann es dann zu leichtem Frost kommen. Abseits vom Bergland liegen die Höchstwerte in den Nächten bei 2 bis 6 Grad.

Mit der Atlantikluft steigen am Wochenende die Temperaturen wieder. Die Höchstwerte liegen am Samstag zwischen 16 und 19 Grad, am Sonntag zwischen 17 und 21 Grad. Allerdings zeigt sich die Sonne kaum. Immer wieder ist Regen möglich. Keine guten Aussichten, wenn es nach einer Bauernregel geht. Diese besagt, dass das Wetter am 25. Mai, der St. Urbanstag, die Witterung im Herbst vorhersagt.

Rubriklistenbild: © IMAGO / Ralph Peters

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