Erhöhte Präsenz

Nach Terroranschlag in Solingen: Polizei erhöht Präsenz – „sind sensibilisiert“

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Nach dem Terroranschlag in Solingen erhöht die Hammer Polizei die Präsenz bei Großveranstaltungen. (Montage)
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Der Terroranschlag in Solingen ließ viele Polizeibehörden aufhorchen. In Hamm sollen jetzt die Sicherheitskonzepte für Veranstaltungen geprüft werden.

Hamm – Kann man in Hamm noch sicher feiern? Nach dem Terroranschlag von Solingen richten sich die Blicke hier auf die nächsten Großveranstaltungen. Die Polizei will ihre Präsenz beim AOK-Firmenlauf, beim Kulturfest H4 und beim Stunikenmarkt erhöhen. Ein geplantes Messertrageverbot soll umgesetzt werden. Stadt, Firmenlauf-Veranstalter und Behörden wollen am Dienstag, 27. August, über die Lage beraten.

Nach Terroranschlag in Solingen: Mehr Polizei bei Großveranstaltungen in Hamm

„Unsere Polizeikräfte sind nach dem Anschlag auf dem Stadtfest in Solingen sensibilisiert“, sagte Polizeisprecher Hendrik Heine. Die Polizei werde bei den künftigen Großveranstaltungen die sichtbare Präsenz erhöhen. Zudem würden auch nicht uniformierte Kräfte eingesetzt.

Details über Personalstärke und Einsatztaktiken gab Heine nicht preis. Man stehe jedoch in ständigem Austausch mit dem Innenministerium und NRW-Landesbehörden, die die Lage fortlaufend auswerteten. Und man werde im Vorfeld die verantwortlichen Fest-Veranstalter aufsuchen und mit ihnen sowie der Stadt Hamm soweit erforderlich eine mögliche Anpassung der Sicherheitsmaßnahmen und Konzepte prüfen.

Sicherheitslage bei AOK-Firmenlauf: Veranstalter hofft auf reibungslosen Abend

Ein erstes Gespräch dieser Art soll am heutigen Dienstag für den AOK-Firmenlauf stattfinden. Die Stadt wollte sich am Montag mit Blick auf dieses Gespräch noch nicht zur Lage äußern. Dabei sein wird auch Marcus Hoselmann von der Dortmunder Athletics GmbH, die den Firmenlauf im Auftrag der AOK organisiert. Mit den schon vor Solingen geplanten Sicherheitsmaßnahmen liege man bereits über den Anforderungen der Stadt, sagte Hoselmann. Es handele sich beim Firmenlauf um eine offene Veranstaltung, 100-prozentige Sicherheit könne niemand garantieren. Er gehe aber positiv an den Lauf heran und hoffe auf einen reibungslosen Abend.

106 Messerangriffe in 2023: Personenbezogenes Verbot in der Umsetzung

Die Hammer Polizei prüft seit Mai die Einführung eines personenbezogenen Messerverbotes nach Dortmunder Vorbild. Der Personenkreis umfasst bekannte Straftäter, die von der Polizei als gefährlich eingestuft werden. Das Verbot gilt für drei Jahre. Wer trotzdem mit einem Messer erwischt wird, muss 250 Euro zahlen, im Wiederholungsfall 500 Euro.

Laut Heine sind die Maßnahmen rund um das personenbezogene Messerverbot aktuell in der Umsetzung. In Hamm hat die Polizei 2023 106 Messerangriffe registriert, davon 17 im öffentlichen Raum und 22 mit verbotenen Messern. Aufsehen hatte im Mai dieses Jahres der Messerangriff eines 26-Jährigen auf einen 49-jährigen Radfahrer am Westentor erregt. Der der Drogenszene zugerechnete Täter war wenige Tage später festgenommen worden.

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