VonOlaf Moosschließen
Der Personalmangel macht es der MVG immer schwieriger, die eigenen Fahrpläne zuverlässig einzuhalten. Daher möchte die Verkehrsgesellschaft an mehreren Stellschrauben drehen.
Lüdenscheid – Der Öffentliche Personennahverkehr (ÖPNV) bleibt ein Sorgenkind des Märkischen Kreises. Vor dem Hintergrund von Problemen wie Fachkräftemangel oder vereinzelter Linienausfälle steht die gesetzlich vorgeschriebene Fortschreibung des Nahverkehrsplans auf der Agenda der Kreisverwaltung.
Über den Stand der Dinge informierte Markus Bruch, im Kreishaus für den ÖPNV zuständig, den Bau- und Verkehrsausschuss der Stadt Lüdenscheid in dessen jüngster Sitzung.
Demnach müssen die ÖPNV-Planer bei der Fortschreibung offenbar einer wachsenden Zahl gesetzlicher Vorgaben auf Bundes- und Landesebene genügen. Dazu gehören die Taktung der Fahrzeiten, Barrierefreiheit in den Fahrzeugen, Ausrüstungsstandards oder die Qualifikation des Fahrpersonals.
Dies alles mit öffentlichen Beiräten, Verbänden, Behörden und Nahverkehrsunternehmen abzustimmen, stellt sich für die ÖPNV-Planer als Mammutaufgabe dar.
Wie Markus Bruch den Fraktionen erklärt, könne die Märkische Verkehrsgesellschaft (MVG) die erforderlichen „Leistungen derzeit nicht mehr vollständig erfüllen“. Langfristig sei das Ziel klar: „Wir möchten, dass künftige Fahrpläne zuverlässig und stabil sind.“
Wegen Personalmangel: MVG will an mehreren Stellschrauben drehen
Um das zu erreichen, drehen die Planer an mehreren Schrauben. So sollen Mobilfunkdaten erhoben werden, um den Bedarf von Kunden an Busfahrten zeitlich und räumlich besser identifizieren zu können.
Zudem werden bereits Alternativen zum klassischen Linienverkehr erprobt, mit dem Kunden die Möglichkeit haben, sich nach Bedarf von Bussen abholen und zu ihrem Ziel bringen zu lassen.
Dieser „gebündelte Bedarfsverkehr“ verspricht nach Bruchs Worten eine preisgünstige Lösung zu werden. Eine weitere Stellschraube soll der Einsatz kleinerer Busse mit neun Sitzen werden. Dafür könnten auch Busfahrer mit geringerer Qualifikation eingestellt werden. Bruch: „Das ist sogar als Nebenjob möglich.“
Vor kurzem hatte die MVG angekündigt, dass die Verkehrsgesellschaft einen Sonderfahrplan anstrebe.
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