- VonBernd Krögerschließen
Immer wieder werden Scheiben an Bushaltestellen zerdeppert und durch neue ersetzt. Sollte man da nicht auf Stabileres umsteigen? Die Frage einer Anwohnerin beantwortet die Stadt Bergkamen so:
Rünthe – So ärgerlich und teuer die wiederkehrende Zerstörung der Bushaltestellen auch ist, für die Stadt Bergkamen gibt es zur Bauweise der Wetterschutzhäuschen aus Verbundglasplatten keine Alternative. Andere Materialien – Kunststoffscheiben oder etwa Metallbauteile – brächten andere und größere Nachteile mit sich, die die aktuelle Variante mit Glas als bessere Lösung erscheinen ließen.
Etliche in Bergkamen und Hamm
Das hat Simone Warckentin, im Rathaus verantwortlich für Straßen und Wege in Bergkamen, im Zusammenhang mit der Serie von zertrümmerten Scheiben an Bushäuschen und Autos zu Wochenbeginn mitgeteilt. Zehn Pkw-Fenster und Scheiben zweier Unterstände in Rünthe sowie einem in Werne waren in der Nacht zu Dienstag zerstört worden. Gleiches geschah in Hamm zeitgleich in weit größerem Ausmaß, wohl auch durch Schüsse aus einer Pistole.
Warum kein anderes Material?
Die Rüntherin Margret Fieweger hatte daraufhin die Frage aufgeworfen, warum trotz der wiederkehrenden Zerstörung der Glaswände kein anderes Material verwendet wird, das Vandalismus besser standhält. Das Ganze hat die Redaktion an die Stadtverwaltung durchgereicht.
Stadt will keine Angsträume
„Die Verwendung von Blechen hat den Nachteil, dass die Häuschen nicht mehr einsehbar sind und, speziell im Dunkeln, Angsträume entstehen“, legte Warckentin darauf die Sichtweise der Stadt dar. Die transparenten Wände hielten Übeltäter eher davon ab, wartende Fahrgäste anzugehen.
Beklebungen sind ein Problem
Der Effekt ließe sich auch mit Kunststoffscheiben erzielen, die gäben aber schnell ein schlechtes Bild ab. „Es kommt ja schnell zu Beklebungen der Wände. Bei Glas lassen die sich, wie auch Farben, besser wieder entfernen“, so Warckentin. Bei Kunststoffen blieben oft hässliche Spuren. Und auf die Seitenwände zu verzichten, bedeute weniger Schutz vor Wind und Wetter.
Verständnis für die Reaktionen
„Ich denke, wir müssen hier einen langen Atem haben“, sagte die Sachgebietsleiterin. Die Reaktion Fiewegers, das generelle Gefühl vieler Bürger, der sinnlosen Beschädigung von Allgemeineigentum ohnmächtig gegenüberzustehen, verstehe sie sehr gut.
Aktueller Schaden bis 3000 Euro
Im aktuellen Fall wurde, wie bei anderen Ereignissen dieser Art auch, Strafanzeige erstattet und der Versicherer eingeschaltet. In welchem Ausmaß die Stadt Bergkamen jährlich mit Schäden dieser Art konfrontiert ist, ließ sich nicht ermitteln. Der Glasbruch an der Haltestelle Ketteler-Schule und der nagelneuen, noch gar nicht in Betrieb genommenen am Ostenhellweg am Einkaufszentrum an der Bummannsburg ist mit 2500 bis 3000 Euro eingeschätzt.
Für Schüsse hier keine Belege
Bei der Tatserie in Hamm fand die Polizei übrigens Hinweise, dass auf die Scheiben geschossen worden ist. In Bergkamen wurde nun an einem Tatort der Polizei auch der Fund einer Munitionshülse gemeldet. Einen Beleg für einen Tatzusammenhang bedeute das aber noch nicht, so die Kreispolizeibehörde.