VonMarvin K. Hoffmannschließen
Andreas Gosmann aus NRW und seine Freunde fahren seit 19 Jahren zum Wacken Open Air. 2023 fällt das Festival für sie aber ins Wasser. Der Plan fürs nächste Jahr steht bereits.
Hamm – Das Wacken Open Air (Live im TV und Stream) fällt 2023 ins Wasser – zumindest für einige Festivalbesucher. Wer es am Montagabend nicht mehr rechtzeitig in die Schlammwüste geschafft hat, bleibt nämlich vor den Toren zum Festivalgelände bei Itzehoe in Schleswig-Holstein wortwörtlich im Regen stehen. Immerhin circa 50.000 der angepeilten 85.000 Metal-Fans haben es noch rechtzeitig geschafft. Für Andreas Gosmann (45) aus Castrop-Rauxel bei Dortmund (NRW) und seine Freunde wird es indes in diesem Jahr kein Wacken geben.
Wetter-Chaos: Metal-Fans aus NRW sind zum ersten Mal seit 20 Jahren nicht in Wacken
„Das Wetter wäre uns tatsächlich egal gewesen, aber als am Dienstagabend die Aussage des Veranstalters kam, dass man bitte nicht anreisen soll, und auch niemand mehr auf das Gelände gelassen wird, haben wir schweren Herzens das Wacken Open Air für uns als gescheitert erklärt“, sagt Gosmann im Gespräch mit wa.de. Fast genau „ein Jahr Vorfreude und Planung und Vorbereitung“ seien damit hinfällig. So wie ihm ergeht es derzeit vielen Festival-Besuchern – anders als den Werlern Matthias Plattfaut, seine Tochter Elisa, Max Sauer und Ben Doneck, die es noch rechtzeitig geschafft haben, berichtet soester-anzeiger.de.
Nach dem Einlassstopp haben sich Veranstalter des Heavy-Metal-Festivals in Wacken bei enttäuschten Fans entschuldigt. „Einige sind auf den Flächen, einige mussten leider zu Hause bleiben oder umdrehen“, sagte Festival-Mitbegründer Thomas Jensen am Mittwoch in einer Videobotschaft auf Instagram: „Es tut uns unendlich leid.“ Die Verhältnisse seien in den sozialen Medien ja zu sehen, sagte Jensen. Gemeinsam könne derzeit nur über den Stream gefeiert werden. Nach Angaben von Mitbegründer Holger Hübner werde derzeit geprüft, wie der Umgang mit den Tickets ablaufen kann. Details nannte Hübner dazu aber nicht.
Planungen über den Haufen geworfen: Wacken-Fans aus NRW bleiben gelassen
Ursprünglich hatten Gosmann und seine Freunde auch schon geplant, am Montag anzureisen. „Seit 20 Jahren fahren wir zum Wacken Open Air, und natürlich gab es auch Jahre mit richtig miesen Wetter – so schlimm wie jetzt war es aber wohl höchstens 2015“, sagt er.
Die Lage vor Ort hätten sie durch die Sozialen Medien mitbekommen und entsprechend die Planungen angepasst. „Während wir unsere Abfahrt für Mittwoch um 2 Uhr nachts vorbereitet haben, haben wir natürlich auch online das Anreisechaos am Montag und Dienstag verfolgt. Da haben Leute wohl teilweise bis zu 24 Stunden in ihren Autos im Stau gestanden“, sagt Gosmann, der sich von dem verpassten Wacken Open Air 2023 aber nicht unterkriegen lassen möchte.
„See you in Wacken – rain or shine“: Metal-Fans aus NRW wollen im nächste Jahr wieder zum Festival
„Ich bin inzwischen ja in einem Alter“, sagt der 45-Jährige, „in dem man etwas entspannter mit allen Unwegsamkeiten umgeht. Vor 25 Jahren hätte ich mich entweder maßlos geärgert, oder wäre – wahrscheinlich – einfach ‚irgendwie‘ trotzdem hingefahren.“ Jetzt aber nimmt er es gelassen hin: „Wenigstens hatten wir das Glück, nicht vergeblich losgefahren zu sein, und im nächsten Jahr sind wir dann definitiv wieder vor Ort: See you in Wacken – rain or shine.“
Wetter-Chaos bei Wacken 2023 in Bildern: Festival versinkt völlig im Schlamm




Eröffnet hatte den großen Festival-Sommer 2023 übrigens das Kult-Event Rock am Ring. Dort hatte sich aber gezeigt: Der deutschen Festival-Landschaft steht ein Wandel bevor – nicht nur aufgrund der gestiegenen Ticketpreise.
