Warendorf Küchen

Küchenhersteller aus NRW wieder insolvent – Zukunft für Standort ist ungewiss

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Warendorf Küchen geht erneut in die Insolvenz. Wie es für den Küchenhersteller und seine Beschäftigten weitergeht, ist ungewiss.

Warendorf - Wirtschaftliche Probleme, wohin man schaut. In den vergangenen Wochen und Monaten mussten viele und ganz unterschiedliche Unternehmen den bitteren Gang in die Insolvenz antreten - vom Schmiernippel-Weltmarktführer Umeta aus Bielefeld über die St. Vincenz-Kliniken Paderborn oder den Telefon-Riesen Gigaset aus Bocholt. Nun trifft es eine weitere Firma aus dem Münsterland: Warendorf Küchen. Und das nicht zum ersten Mal.

Küchenhersteller aus NRW insolvent: Zukunft für Standort Warendorf ungewiss

Am Freitag vor Weihnachten, es war der 22. Dezember 2023, wurde am Amtsgericht Münster das Insolvenzverfahren für die Warendorf Werke GmbH unter dem Aktenzeichen 83 IN 29/23 eröffnet. Zum vorläufigen Insolvenzverwalter wurde Rechtsanwalt Stephan Michels aus Münster bestellt.

Die Angestellten des Luxusküchenherstellers aus Warendorf - derzeit etwa 80 an der Zahl - sind Kummer gewohnt. Die aktuelle Insolvenz ist bereits die vierte nach 2015, 2019 und 2022 für das Unternehmen, das auch sonst eine bewegte Vergangenheit hat.

Das 1975 von Miele in Betrieb genommene Küchenwerk ging 2005 an den Schweizer Hersteller Arbonia, 2012 an einen amerikanischen Investor und später an einen chinesischen. Als bislang letztes Unternehmen in einer langen Kette übernahm der selbst in wirtschaftliche Schwierigkeiten geratene Möbelkonzern Hülsta mit Sitz in Nordrhein-Westfalen das Werk und sprach von einer soliden Zukunft für den Standort Warendorf. Doch wie es dort nun weitergeht, ist ungewisser denn je.

Warendorf Küchen: Vierte Insolvenz nach 2015, 2019 und 2022

Laut Möbelkultur spreche viel für ein endgültiges Aus der Produktion in Warendorf. Bei 30.000 Quadratmetern Fläche und einem Umsatz von unter 10 Millionen Euro Umsatz sei es unrentabel, berichtet das Fachportal. Die Marke „Warendorf“ könne jedoch bestehen bleiben. Dem Namen traue man in Exportmärkten wie China und Großbritannien Absatzchancen im gehobenen Geschäft zu. 

Denn in Warendorf wird nicht von der Stange produziert. „Keine Küche gleicht der anderen. Jede ist bis ins Detail individuell auf unsere Kunden zugeschnitten“, heißt es auf der Internetseite des Unternehmens.

Rubriklistenbild: © Guido Kirchner

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