Stadtwerke Hamm bestreikt

Warnstreik: Nur wenige Busse fahren Freitag - Schulpflicht gilt

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Der Warnstreik wird am Freitag auch viele Linienbusse in Hamm treffen.
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[Update] Die Gewerkschaft Verdi hat für Freitag im ÖPNV zu Warnstreiks aufgerufen. Das trifft auch viele Linienbusse in Hamm. Aber eben nicht alle. Was Sie wissen sollten.

Hamm - Wenn die Vereinte Dienstleistungsgewerkschaft (Verdi) an diesem Freitag zum Warnstreik im öffentlichen Nahverkehr aufruft, bleiben die Busse der Stadtwerke im Depot. Andere öffentliche Anbieter sind regulär unterwegs: Für den Regionalverkehr Münsterland (RVM), die Ruhr-Lippe-Gesellschaft (RLG) und die Verkehrsgesellschaft des Kreises Unna (VKU) hat Verdi keinen Warnstreik angekündigt; die Gesellschaften gehen davon aus, dass ihre Busse regulär unterwegs sind. In Hamm betrifft das Linien in die Nachbargemeinden.

Breitenbach-Busse fahren auf den Linien, die das Unternehmen selbst betreibt. Auf den Stadtwerke-Linien 1 und 3, auf denen Breitenbach den Takt verdichtet, fallen nach Stadtwerke-Angaben auch diese Fahrten aus. Die Linien würden komplett bestreikt, sagte Sprecherin Cornelia Helm. Deshalb gebe es auch keine Unterstützungsfahrten. Es sei auch nicht möglich, so Helm, Kapazitäten von schwach ausgelasteten Breitenbach-Linien im Außenbereich auf nachfragestarke Strecken umzulegen. Im Streikfall könne man den Kunden keine Alternative anbieten.

Warnstreik in Hamm - unsere zweite Berichterstattung:

Am Freitag, 2. Februar, wird der Verkehrsbetrieb der Stadtwerke Hamm ganztägig bestreikt. Der Warnstreik beginnt um 4 Uhr und endet 24 Stunden später. Die Busse der Linien 1/3, 2, 6, 7/9, 11, 12, 26, 27 sowie die Einsatzwagen der Stadtwerke werden somit ganztägig nicht im Einsatz sein (Ausnahmen siehe unten). Auch die Nachtbusse entfallen. Das teilte Unternehmenssprecherin Cornelia Helm am Mittwoch mit.

Weil der Warnstreik auch viele Schulbusse trifft, müssen sich Eltern bei Bedarf darum bemühen, dass ihre Kinder anderweitig zur Schule kommen. Eltern können zwar im Einzelfall selbst entscheiden, ob der Weg zur Schule für ihr Kind zumutbar ist und sie können ihr Kind gegebenenfalls vom Schulbesuch abmelden, heißt es im NRW-Schulministerium. Diese Regelung gilt allerdings nur für unvorhersehbare Ereignisse wie plötzlich auftretende extreme Witterungsverhältnisse oder einen nicht vorhersehbarer Ausfall des öffentlichen Nahverkehrs. Beides ist aktuell nicht gegeben; es gilt also die Schulpflicht.

Unabhängig davon bittet das Ministerium die Schulen, mit Augenmaß vorzugehen, sollten Kinder aus nachvollziehbaren Gründen letztlich doch nicht erscheinen. Eine Abmeldung bei der Schule sei jedoch für Eltern Pflicht.

Auch das Parkhaus am Kleist-Forum soll am Freitag bestreikt werden. Zugang sei dann nur über einen Dauerparkausweis möglich, heißt es.

Warnstreik in Hamm - wo trotzdem gefahren wird:

Stadtwerkesprecherin Helm geht davon aus, dass die Busse des privaten Betreibers VG Breitenbach auf den Linien 4, 5, 10, 13, 14, 32, R37, 140/141 und der Ringlinie planmäßig fahren werden. Breitenbach bediene ebenfalls die Einsatzwagen der Linien E-25, E-35, E-36, E-37, E-38, E-53, E-56, E-71, E-72, E-73 und E-82.

Die Reiseagentur Kiese fährt...

  • die Linie 1 von 7:25 bis 7:49, Hbf. – Aug.-Bebel-Straße
  • die Linie 14 von 7:04 bis 7:39, Blücherstraße – Hbf.
  • die Linie E-25 von 6:53 bis 7:30, Wambeln – K.-Adenauer-Schule
  • die Linie E-40 ohne Einschränkungen
  • die Linie E-54 von 7:39 bis 7:46, Hbf. – Auf dem Hilkenhohl
  • die Linie E-57 von 6:44 bis 7:21, W. Nabe-Str. – Bockum und von 7:25 bis 7:56 umgekehrte Richtung
  • die Linie E-72 ohne Einschränkungen
  • die Linie E-80 von 6:50 bis 7:20, Heessen - Hbf.

Das Unternehmen Dargel-Reisen fährt die Linien E-66 und E-97 ohne Einschränkungen.

Warnstreik in Hamm - unsere erste Berichterstattung:

In fast allen Bundesländern soll es am Freitag, 2. Februar, ganztags zu Warnstreiks im öffentlichen Nahverkehr kommen. Nur wenige Tage nach dem Ende des jüngsten Bahnstreiks schockte die Gewerkschaft Verdi mit ihrer Ankündigung Kunden und Anbieter. Verdi veröffentlichte eine Übersicht der Betriebe, die am Freitag am Warnstreik beteiligt sein sollen: In dieser stehen auch die „Stadtwerke Hamm GmbH“ und der „Verkehrsbetrieb Hamm GmbH“.

In Hamm fielen die Verantwortlichen der Stadtwerke, die über ihren Verkehrsbetrieb für den größten Teil des Linienbetriebs verantwortlich sind, nach Bekanntwerden der Nachricht aus allen Wolken. Denn auch aus diesem Unternehmen sind viele Mitarbeiter bei Verdi organisiert. Insgesamt sind in den kommunalen Verkehrsbetrieben NRWs nach Verdi-Angaben rund 30.000 Mitarbeiter beschäftigt.

Der kleinere Linienbus-Betreiber Breitenbach ist privat und damit nicht unmittelbar betroffen. Folgende Linien werden also wohl bedient: 4 (Heessen – Westtünnen), 5 (Wiescherhöfen – Uentrop), 10 (Hauptbahnhof – Bockum), 13 (Hauptbahnhof – Werries), 14 (Hauptbahnhof – Rhynern) und die Ringlinie. Ob auf weiteren Linien Betrieb sein wird, wollen die Stadtwerke am Mittwoch, 31. Januar, mitteilen. Der Warnstreik soll von Freitag, 4 Uhr, bis Samstag, 4 Uhr, gelten.

Beim jüngsten Warnstreik von Verdi waren in Hamm im März 2023 viele Mülltonnen stehengeblieben.

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