VonMarcel Guboffschließen
Auf Fahrgäste kommt das nächste Ärgernis zu. Verdi ruft für Freitag, 2. Februar, zu Warnstreiks im ÖPNV auf. Eine Liste zeigt, welche Städte in NRW betroffen sind.
Hamm - In Nordrhein-Westfalen müssen Pendler am Freitag, 2. Februar, mit Einschränkungen im Öffentlichen Personannahverkehr (ÖPNV) rechnen. Denn die Gewerkschaft Verdi hat Beschäftigte in vielen kommunalen Verkehrsbetrieben zu einem ganztägigen Warnstreik aufgerufen, teilte sie am Montag mit. Somit kommt es zu erheblichen Einschränkungen bei Bussen, Straßenbahnen und U-Bahnen. Derweil sind S-Bahnen nicht von den Warnstreiks betroffen.
Warnstreiks im ÖPNV in NRW: Busse und Bahnen stehen am Freitag still
Grund für den eintägigen Warnstreik am Freitag sind die laufenden Tarifverhandlungen in NRW, die die Arbeitsbedingungen im sogenannten Manteltarifvertrag klären sollen. Die Gespräche dazu wurden in der vergangenen Woche aufgenommen. Verdi NRW setzt sich für zusätzliche freie Tage ein. In den kommunalen Verkehrsbetrieben des bevölkerungsreichsten Bundeslandes sind nach Angaben der Gewerkschaft etwa 30.000 Mitarbeiter beschäftigt.
„Da jetzt in allen Bundesländern Tarifverhandlungen stattgefunden haben und ohne Ergebnis geblieben sind, ist jetzt der Zeitpunkt gekommen, um mehr Druck auf die Arbeitgeber zu machen“, so die stellvertretende Verdi-Vorsitzende Christine Behle. Die Gewerkschaft spricht von einem gravierenden Mangel an Arbeitskräften im öffentlichen Nahverkehr und einem „unglaublichen Druck auf die Beschäftigten“. Andrea Becker, Landesfachbereichsleiterin von Verdi NRW, sagt: „Die Arbeitgeber fahren auf Verschleiß, das ist kein sinnvolles Vorgehen. Wir werden den Fahrbetrieb nur mit gesunden Beschäftigen auf Dauer aufrechterhalten können“.
In NRW sind mehrere Betriebe am Warnstreik beteiligt, unter anderem im Ruhrgebiet. Auch im Rheinland soll es zu Streiks kommen - so zum Beispiel bei der Rheinbahn in Düsseldorf oder bei der KVB in Köln. Ebenso soll in Wuppertal, Remscheid und Solingen gestreikt werden. Die genauen Auswirkungen sind noch unklar.
Teilweise wurden die Betriebe von der Entscheidung überrumpelt – wie etwa bei den Stadtwerken Hamm, wo die Infos erst nach der Mitteilung von Verdi langsam durchsickerten.
Warnstreik im ÖPNV in NRW: Diese Betriebe sind beteiligt
- Duisburger Verkehrsgesellschaft Aktiengesellschaft (Duisburg)
- Rheinbahn AG (Düsseldorf)
- WSW mobil GmbH (Wuppertal)
- Stadtwerke Solingen GmbH (Solingen)
- Stadtwerke Remscheid GmbH (Remscheid)
- Bahnen der Stadt Monheim GmbH (Monheim)
- MVG Märkische Verkehrsgesellschaft GmbH (Lüdenscheid)
- Verkehrsgesellschaft Ennepe-Ruhr mbH (Ennepetal)
- Hagener Straßenbahn Aktiengesellschaft (Hagen)
- Kölner Verkehrs-Betriebe Aktiengesellschaft (Köln)
- Stadtwerke Bonn GmbH (SWB) – Bonn
- Stadtwerke Bonn Dienstleistungs-GmbH (SWBD) – Bonn
- Stadtwerke Bonn Verkehrs-GmbH (SWBV) – Bonn
- wupsi GmbH (Leverkusen)
- WestVerkehr GmbH (Geilenkirchen)
- Beteiligungsgesellschaft Kreis Düren mbH (BTG) – Düren
- Niederrheinische Verkehrsbetriebe Aktiengesellschaft NIAG (Moers)
- SWK Mobil GmbH (Krefeld)
- NEW mobil und aktiv Mönchengladbach GmbH (Mönchengladbach)
- NEW mobil und aktiv Viersen GmbH (Viersen)
- Dortmunder Stadtwerke Aktiengesellschaft (Dortmund)
- Vestische Straßenbahnen GmbH (Herten)
- Bochum-Gelsenkirchener Straßenbahnen Aktiengesellschaft (Bochum)
- Ruhrbahn GmbH (Essen)
- Stoag Stadtwerke Oberhausen GmbH (Oberhausen)
- Straßenbahn Herne - Castrop-Rauxel GmbH (Herne)
- Stadtwerke Hamm GmbH (Hamm)
- Verkehrsbetrieb Hamm GmbH (Hamm)
- Stadtwerke Gütersloh GmbH (Gütersloh)
- Stadtwerke Münster GmbH (Münster)
- REVG Rhein-Erft-Verkehrsgesellschaft mbH (Kerpen)
- moBiel GmbH (Bielefeld)
Damit müssen Pendler erneut mit Einschränkungen auskommen. Erst am Montag war der Bahnstreik der GDL vorzeitig beendet worden. Die Bahn Deutsche Bahn und die GDL sitzen wieder am Verhandlungstisch und haben sich auf eine Friedenspflicht bis zum 3. März geeinigt So lange wird es keine Streiks geben – zumindest bei der Bahn. (mg/dpa)
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