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Die Domschänke bleibt vorerst geschlossen, das Sudhaus hat seine Öffnungszeiten geändert. Direkte Zusammenhänge zwischen dem aktuellen Wirken von Unternehmensberatern und der Betreibersuche sollen aber nicht bestehen, sagt die Brauerei.
Warstein - Die Domschänke, das Stammhaus und Aushängeschild der Warsteiner Brauerei, ist bereits seit einiger Zeit geschlossen. Und wird es vorerst auch bleiben. Die Warsteiner Brauerei ist auf der Suche nach einem Betreiber. Einem Betreiber für die Domschänke und auch für das Sudhaus. Am liebsten einer für beide Betriebe zusammen – „das macht Sinn, weil sie sich zum Beispiel auch die Küche teilen. Aber das ist kein Muss“, sagt Laura Heinzelmann, Pressesprecherin der Warsteiner Brauerei.
Während die Domschänke aktuell aufgrund des Personalmangels nur noch auf Anfrage für Anlässe wie Geburtstage, Hochzeiten, das Trauercafé, Vereinsversammlungen oder Firmenfeiern öffnet, stehen die Zapfhähne im Sudhaus nicht ganz still. Hier wird an fünf Tagen in der Woche geöffnet, aber auch hier soll ein neuer Betreiber her. Das erklärt die Brauerei in einer Pressemitteilung: „Sowohl die Domschänke als auch das Sudhaus bieten mit moderner Ausstattung, Veranstaltungsräumlichkeiten, zwei Kegelbahnen, gemütlicher Atmosphäre und Historiencharakter viele Möglichkeiten für attraktive Gastronomiekonzepte, die die Brauerei zukünftig mit einem erfahrenen Betreiber weiterführen möchte. Die Brauerei hofft, schon bald mit potenziellen Betreibern zielorientierte Gespräche zu führen.“ Ein Beispiel für eine erfolgreiche Betreibersuche seien Giuseppe Capalbo und der Gasthof „Zum alten Landtag“, sagt Heinzelmann: „Da hat es gut geklappt.“
Aktuell Unternehmensberater bei der Warsteiner Brauerei
Und auch bei Plückers Hoff an der Reitanlage wird gesucht, hier will Warsteiner in Zukunft mit einem Pächter zusammenarbeiten. Für Informationen dazu steht die Immobilienabteilung der Brauerei mit Maik Franke zur Verfügung. Bei Plückers bleiben die Öffnungszeiten die alten. Dass seit einiger Zeit Unternehmensberater im Haus der Warsteiner Brauerei zu Besuch sind, ist bekannt. Einige Nachrichtenagenturen erwarten in dem Zusammenhang auch „harte Einschnitte“. Zwischen der Unternehmensberatung und der Suche für die Gastronomiebetriebe bestehe aber „kein direkter Zusammenhang“, erklärt Heinzelmann auf Nachfrage. Der Schritt der Betreibersuche sei bereits seit längerer Zeit geplant.
Auch Simone Pollmann-Schweckhorst, die gemeinsam mit Friso de Jong die Geschäftsführung der Haus-Cramer-Gaststätten bildet und sich um Sudhaus, Plückers Hoff, Domschänke und den Landgasthof Cramer in Hirschberg kümmert, bleibt in ihrer Funktion, schildert Heinzelmann: „Wir hoffen, schon bald bei unserer Betreibersuche fündig zu werden.“
Schlossbrauerei schließt Standort
Mit ihrer Unternehmens-Beteiligung an der Schlossbrauerei Kaltenberg sieht sich die Warsteiner Brauerei aktuell in der Schließung eines Braustandortes involviert. Statt bislang an vier Standorten soll die Marke „König Ludwig“ sowie verschiedene regionale bayerische Biermarken in Zukunft nur noch an drei Standorten gebraut werden. „Unser Braustandort in Thannhausen wird stillgelegt“, sagte Brauerei-Pressesprecherin Laura Heizelmann zu unserer Zeitung. Für 18 Mitarbeiter sei man auf der Suche nach Arbeitsplätzen an den anderen drei Standorten. „Wir suchen nach Lösungen“, sagte sie. Gelinge dies nicht, müsse man sich wohl von einigen Mitarbeitenden trennen.
„Das König Ludwig Brauhaus Thannhausen ist eine Braustätte mit großer Geschichte. Seit über 500 Jahren wird im Ort Thannhausen, der im Dreieck zwischen Augsburg, Günzburg und Krumbach liegt, gutes Bier hergestellt“, so heißt es in der Selbstdarstellung der Schlossbrauerei Kaltenberg im Internet. Gebraut würden Biere der traditionsreichen Marken „Postbräu“ und „Münz“. Außerdem produziere man in Thannhausen die unter dem Namen „Thannhäuser“ bekannten Erfrischungsgetränke sowie Mineralwasser, das aus der eigenen, 200 Meter tief liegenden Tiefen-Berg-Quelle stammt.

