VonMarkus Hannekenschließen
Baustellen im Hammer Westen zwingen die WDI zu ungewöhnlichem Handeln. Mit Erfolg. Wir haben nachgefragt, wie es auf und neben der Wilhelmstraße weiter geht.
Hamm - Die Teilsperrung der Wilhelmstraße mit weiteren Baustellen im direkten Umfeld belasten den Verkehr im Hammer Westen. 850 Meter lang ist allein der Sanierungsbereich auf der üblicherweise stark pulsierenden Achse zwischen der Stadtmitte und den Bezirken und Pelkum und Herringen. Seit Donnerstag und noch für rund drei Wochen geht es dort nur in Richtung Westen voran (hier klicken für einen Ausblick).
Während die zahlreichen „normalen“ Verkehrsteilnehmer und Linienbusse relativ problemlos feste und freie Umleitungswege nutzen können, gilt das für die „dicken Brummer“ auf dem Weg zu WDI nicht. Mehr als 50 Schwerlaster mit Höhen über der brückenkritischen 3,80-Meter-Marke müssen täglich von Westen kommend das Tor 4 erreichen, das im Kreuzungsbereich mit der Otto-Brenner-Straße liegt. Weil das Unternehmen im Vorfeld bei der Baustellenkommunikation schlicht vergessen wurde, schrillten dort plötzlich die Alarmglocken - mit heißer Nadel strickte die Stadt eine spezielle Umleitung über die Viktoriastraße und weitere, teils sehr schmale Anliegerstraßen.
Parallel setzte die WDI alle Hebel in Gang, bereitete sich und alle betroffenen Zulieferer und Speditionen so akribisch wie möglich auf die Engstellenphase vor. Weitgehend mit Erfolg: Das befürchtete große Chaos blieb aus. Die kleineren Probleme werden nun zum Anlass genommen, nachzubessern und den Verkehr auch unter der Woche möglichst geschmeidig fließen zu lassen.
WDI-Umleitung: Hobreckerstraße „kritischste Zone“
Beispiel Hobreckerstraße: Diese enge Verbindung zwischen Wilhelmstraße und Otto-Brenner-Straße soll der Schwerlastververkehr kurz vor dem Ziel durchfahren. Mangels Halteverbotsschildern war das zu Beginn aber kaum möglich, weshalb viele Lkw die Wilhelmstraße weiter befuhren, um zum Tor zu kommen, sie also innerhalb der Baustelle querten. WDI-Sprecher Daniel Bremser nennt die Hobreckerstraße „die kritischste Zone“. Denn selbst wenn die Stadt dort zu Wochenbeginn mit Schildern nacharbeite, müssten sich begegnende Lkw teilweise den Bürgersteig überfahren. Am Donnerstag habe es dort jedenfalls noch große Aufregung gegeben.
Apropos Schilder: Auffällig neongelb weisen sie den zumeist ortsunkundigen Lkw-Fahrern optisch den in Herringen beginnenden Notnagelweg. Initiiert und ausgeführt hat das die WDI, die Stadt habe sie lediglich abgenickt, so Bremser. Diese Variante habe tatsächlich gleich zu Beginn „ganz gut funktioniert“. Zwar mussten einige Irrläufer „aufwändig zurückgeschickt“ werden, zwar legte ein steckengebliebener Fahrer in seiner Not „zwei Kilometer zu Fuß“ zurück - aber am Ende seien alle Fahrzeuge beladen worden. Mit weiteren Schildern im Umfeld wolle man in den kommenden Tagen auch die letzten ver(w)irrten Fahrer auffangen.
Die Baustellen-Lage im Hammer Westen
Nach Angaben von Stadtsprecher Tom Herberg soll die Wilhelmstraße ab Donnerstag, 1. August, wieder komplett befahrbar sein. Sollte der Asphalteinbau durch Dauer- beziehungsweise Starkregen nicht möglich sein, könne sich der Termin noch „geringfügig verzögern“. Die Einbahnstraßenregelung zwischen den Einmündungen Otto-Brenner-Straße und Vorsterhauser Weg bleibt durchgängig erhalten, nur werde der Verkehr ab 22. Juli auf die dann fertiggestellte Südseite verlegt. Die Einmündungen Lange Straße/Vorheider Weg und Pestalozzistraße werden ab dann gesperrt.
Vom 22. bis 25. Juli wird zusätzlich die Rechtsabbiegespur in die Lohauserholzstraße gesperrt, da auch dort die Asphaltdeckschicht erneuert wird. Das Rechtsabbiegen erfolgt in dieser Zeit über den eigentlichen Kreuzungsbereich. Der Lidl-Markt sei während dieser Arbeiten nur über die Lohauserholzstraße anzufahren, heißt es.
Die Kleine Alleestraße, die die Otto-Brenner-Straße mit der Alleestraße verbindet, soll am Montag, 15. Juli, nach Aufbringen der Fahrbahnmarkierung wieder komplett freigegeben werden.
Fahrradfahrer und Fußgänger können die Wilhelmstraße relativ problemlos entlang der Baken nutzen.
Baustellen in Hamm machen aktuell auch in krimineller Hinsicht Schlagzeilen. Der Diebstahl einer 500 Kilo schweren Rüttelplatte in Hamm zeigt wohl nur die Spitze des Eisbergs.


