Kontroverse Diskussion

„Werden alle Bürger informieren“ – Umgestaltung der Wagenfeldstraße bleibt Streitthema

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Der Plan steht, jetzt entscheiden die Bürger über die Umgestaltung der Wagenfeldstraße.
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Anlieger und FDP äußern nach wie vor Bedenken zur Umgestaltung der Wagenfeldstraße. Andere Parteien sind optimistisch. Der Bürgerentscheid wird Klarheit bringen.

Drensteinfurt – Es ist und bleibt ein kontroverses Thema, das die Drensteinfurter weiter beschäftigt. Die Umgestaltung der Wagenfeldstraße war auch in der Ratssitzung, die am Dienstagabend in der Alten Post tagte, erneut der größte zu besprechende Punkt. Im Zentrum der Kritik steht nach wie vor die Diskussion über wegfallende Parkplätze. Das äußerten auch die zur Fragestunde erschienenen Ladenbetreiber und Anlieger. Sie sehen mit der anstehenden Baumaßnahme zur Umgestaltung weiterhin ihre Existenz bedroht.

„Werden alle Bürger informieren“ – Umgestaltung der Wagenfeldstraße bleibt Streitthema

„Wo sollen Kunden und Anwohner während der Umbaumaßnahme parken?“, wollte Petra Scheffer vom Schuhhaus Step In beispielsweise wissen. Die Antwort von Bürgermeister Carsten Grawunder dürfte in diesem Fall nicht zufriedenstellend ausgefallen sein. „Das wird geplant, wenn die Baustelle beginnt. Aktuell ist das noch zu früh zu beantworten“, so Grawunder.

„Wie wird sichergestellt, dass Gewerbetreibende nicht dazu gezwungen werden, ihre Ladeneingänge barrierefrei zu gestalten und am Ende auf den Kosten sitzen bleiben?“, fragte Andreas Löbbers. Die Antwort Grawunders: „Wir werden nicht alle Geschäfte barrierefrei anschließen können, da einige von ihnen höher liegen. Es ist nicht vorgesehen, dass die Anlieger das bezahlen müssen.“

„Wie stellt die Stadt sicher, dass alle Bürger, auch die, die sich nicht selbst informieren, hinreichend über die Gestaltung der Wagenfeldstraße in Kenntnis gesetzt werden?“, wollte Löbbers zusätzlich wissen. „Wir werden die Bürger auf unterschiedlichste Art kontaktieren, um möglichst viele zu erreichen“, erklärte Alessa Hambrock von der Stadtverwaltung. Dies geschehe in Kürze über persönliche Aufklärung an einem Infostand an der Wagenfeldstraße (siehe Infokasten), außerdem sollen die Pläne für jeden zugänglich im Rathausfoyer ausgestellt werden.

Umgestaltung: Bürger sollen informiert werden

Über die Homepage der Stadt Drensteinfurt sollen die Informationen ebenfalls abrufbar sein. Darüber hinaus sollen die Pläne am Wahltag im Wahllokal ausgestellt werden. „Auch bei der Zustellung der Wahlbenachrichtigungen und Briefwahlunterlagen werden die Bürger über eine aufgedruckte Information mit QR-Code auf die Umgestaltung hingewiesen“, so Hambrock.

Die weitere Frage bezüglich erster Reaktionen zu den derzeit installierten Stadtterrassen blieb am Dienstag vorerst unbeantwortet. Eine Feedback-Runde werde es laut Bürgermeister erst nach dem Ende der Projektzeit geben können.

Wagenfeldstraße: Finaler Entwurf steht fest

Nachdem sich die Parteien im Ausschuss für Stadtentwicklung, Bauen und Umwelt Ende Juni bekanntlich mit einer Mehrheit für einen Entwurf entschieden hatten, stellte Fachbereichsleiter Christoph Britten dem Rat nun die finale, noch einmal leicht aktualisierte, Version vor. In dieser ist vorgesehen, dass, anstatt wie in der vorherigen Vorlage angedacht 20, insgesamt 19 Parkplätze ohne Einschränkungen ausgewiesen werden. Ein weiterer Stellplatz ist als behindertengerechter Parkplatz gedacht. Vor der Bücherecke soll es demnach eine weitere Aufenthaltsmöglichkeit für Bürger geben, die nur saisonal – beispielsweise im Winter – als zusätzlicher Stellplatz genutzt werden könnte.

Dieser Kompromiss mit der Bezirksregierung sei notwendig gewesen, um auch weiterhin die Anforderungen der Städtebauförderung für mehr Aufenthaltsqualität zu erfüllen und den finanziellen Zuschuss zu dem geplanten Projekt zu erhalten. Gleichzeitig behalte man die Sorgen der Bürger im Blick. „Das Thema Stellplätze ist wichtig, sowohl bei Gewerbetreibenden, als auch bei den Anwohnern. Das will hier niemand absprechen“, so Christoph Britten.

Konkreter besprochen wurde deshalb der Plan zur Einführung eines Parkraumkonzeptes mit einem Parkleitsystem, das Autofahrer auf einfachem Wege zu umliegenden Stellplätzen, etwa am Bahnhof oder an der alten Feuerwache, leiten soll. Das solle in Kürze geklärt werden. Denkbar sei es laut Markus Wiewel (CDU) auch, künftig eine Absprache mit Rewe zu treffen, nach der Anlieger der Innenstadt nach Ladenschluss den Supermarktparkplatz nutzen dürften. Auch eine Absprache, Stellplätze bei der Stadtverwaltung am Freitagnachmittag und Samstag zur Verfügung zu stellen, sei eine mögliche Lösung, die nicht außer Acht gelassen werden dürfe. „Das würde den Parkraum in den Nebenstraßen entlasten“, so Wiewel.

Umgestaltung der Wagenfeldstraße: Kritik der FDP

Kritik gab es vonseiten der FDP. „Was bringt uns eine schöne Straße, wenn keine Geschäfte mehr da sind?“, fragte Sonja Berstermann-Kowalke. Deutlich wurde unterdessen, dass die anderen Parteien sich in der Entscheidung für die Umgestaltung der Straße einig sind. „Ich bin der festen Überzeugung, dass die Läden nach dem Umbau stärker frequentiert werden“, sagte auch Bürgermeister Grawunder. Unter der Berücksichtigung von zwei Gegenstimmen sowie zwei Enthaltungen, wurde der finale Entwurf mit einer Mehrheit vom Rat beschlossen. Außerdem entschieden sich die Parteien für eine konkrete Fragestellung, die beim Bürgerentscheid gestellt werden soll.

„Wir sind uns bewusst, dass das eine schwierige Zeit werden kann“, sagte Silke Heitbaum (SPD). Sie wünsche sich eine enge Zusammenarbeit und Kommunikation zwischen Stadtverwaltung und Gewerbetreibenden. Ob der Entwurf Realität wird, entscheiden nun die Bürger bei der Kommunalwahl am 14. September.

Infostand

Am Donnerstag, 17. Juli, von 17 bis 19 Uhr, bietet die Stadtverwaltung den Bürgern die Gelegenheit, sich vor Ort ausführlich über die geplante Neugestaltung der Oberen Wagenfeldstraße zu informieren. Mitarbeiter der Stadtverwaltung werden mit einem Stand auf Höhe der Wagenfeldapotheke stehen, den Entwurf präsentieren und Fragen rund um die Maßnahme und den Ratsbürgerentscheid beantworten.

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