Bürger entscheiden im September

„Ein guter Kompromiss“ – Umgestaltung der Wagenfeldstraße bleibt herausfordernd

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Der Entwurf sieht den Erhalt von möglichst vielen bestehenden Bäumen vor.
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Die Umgestaltung der Wagenfeldstraße sorgt weiterhin für Diskussionen. Während einige Politiker nun den Entwurf lobten, kritisieren andere weiterhin die Parkmöglichkeiten.

Drensteinfurt – Der Plan zur heiß diskutierten Umgestaltung der oberen Wagenfeldstraße in der Drensteinfurter Innenstadt nimmt Formen an. Im Ausschuss für Stadtentwicklung, Bau und Umwelt, der am Montagabend in der Alten Post tagte, stellten Olaf Timm von der zuständigen Ingenieursgesellschaft nts aus Münster und Fachbereichsleiter Christoph Britten zwei Entwürfe vor.

„Ein guter Kompromiss“ – Umgestaltung der Wagenfeldstraße bleibt herausfordernd

Demnach bleibt das zentrale Ziel der Planungen der barrierefreie Ausbau der Wagenfeldstraße bei gleichzeitiger Schaffung von mehr Aufenthaltsqualität durch Sitzmöglichkeiten entlang der Straßenführung. Das beinhaltet den Wegfall von zu schmalen Gehwegen und Bordsteinen, die als Stolperfallen eine Gefahr darstellen könnten. Der Entwurf sieht außerdem vor, dass der Baumbestand zum größten Teil erhalten bleibt, eine barrierefreie Querungshilfe geschaffen und der bestehende Brunnenplatz – nach Wunsch der Schützenvereine – erhalten wird. Auch die Grünflächen sollen schöner gestaltet und in das neue Straßenbild integriert werden.

Der Platz mit dem Brunnen soll erhalten bleiben. Einen Brunnenanschluss wird es aus Kostengründen voraussichtlich jedoch nicht geben.

„Einen historisch engen Straßenraum wie die Wagenfeldstraße neu zu beplanen, ist eine Herausforderung“, sagte Olaf Timm bei der Präsentation der Ergebnisse. Die aktuellen Gehwege seien beispielsweise mit einer Breite von 1,10 Meter längst nicht mehr zeitgemäß. Nach den Baumaßnahmen sei für sie eine neue Breite von 2 bis 2,5 Metern vorgesehen, bei einer Fahrbahnbreite von 3,50 Meter und einer Parkplatzbreite von ebenfalls 2 Metern. Der Autoverkehr soll gebremst werden. Die aktuell fünf Fahrradbügel werden auf 15 erweitert. Statt der aktuell nicht ausgewiesenen und unsortierten 20 bis 25 Parkplätze sieht die Planung vor, 20 markierte Pkw-Stellplätze zu schaffen. „Bei einer Überprüfung der Auslastung an vier Tagen haben wir festgestellt, dass die maximale Auslastung der Straße bei 19 Stellplätzen liegt“, so Christoph Britten. Saisonal könnte die Anzahl der Stellplätze angepasst werden – etwa durch eine Nutzung als Café-Außenbereich in den Sommermonaten.

Entwurf für die Wagenfeldstraße: Gemischte Reaktionen

Bei den Parteimitgliedern rief die Vorstellung der Entwürfe gemischte Reaktionen hervor. Lob erhielten das Planungsbüro und die Verwaltung von Stefan Gengenbacher (Grüne) und Ingo Stude (SPD), die den Entwurf als „einen guten Kompromiss“ bezeichneten. Sie seien erfreut darüber, wie viele Vorschläge aus der Bürgerversammlung im Mai mit aufgegriffen worden seien. „Ich sehe hier mit den eingezeichneten neuen Parkflächen mehr, als aktuell auf der Wagenfeldstraße ausgewiesen sind“, sagte Gengenbacher.

Kritik an den Parkmöglichkeiten gab es vonseiten der FDP. „Eine Breite von 2 Metern ist bei den heutigen Fahrzeugen schwierig“, sagte Andreas Kurzhals. Ebenfalls müsse überlegt werden, wo Ersatzraum für Parkplätze geschaffen werden könnte. „Das Argument der Parkplätze an der Verwaltung und am Bahnhof lasse ich nicht gelten, denn die sind meistens voll.“ Auch Anlieger müssten abends und nachts an der Straße parken können.

„Gleichzeitig sollte eine Bewirtschaftung der Parkflächen in Betracht gezogen werden. Nur so kann sichergestellt werden, dass Leute die Höchstparkdauer einhalten und ihre Parkscheiben nicht weiter drehen“, gab Werner Schmidt (CDU) zu bedenken. „Generell müssen wir überlegen, wie wir Parkplätze in Zukunft besser ausweisen können“, sagte CDU-Fraktionsvorsitzender Markus Wiewel. Die Entwicklung eines Parkraumkonzeptes, wie es bereits vor der Corona-Pandemie angedacht war, sei ein guter Ansatz.

Bürgerentscheid bei der Kommunalwahl im September

Wie geplant sollen die KAG-Beiträge (etwa 640 000 Euro) und Gelder aus dem Städtebauförderungsprogramm des Landes NRW (etwa 304 000 Euro) einen großen Teil der Kosten für die Umgestaltung decken. Damit ergibt sich laut Beschlussvorlage ein städtischer Eigenanteil von insgesamt 200 000 Euro. Aufgrund der Erweiterung des Planungsbereiches, der nun einen weiteren Teil der Wagenfeldstraße in Richtung der Alten Post mit einschließt, kommen laut Christoph Britten auf die Stadt außerdem rund 125 000 Euro an Mehrkosten zu. Die Gesamtkosten für das Projekt belaufen sich derzeit auf 1,14 Millionen Euro.

Der finale Entwurf muss nun noch in der Ratssitzung am 8. Juli beschlossen werden. Endgültig entschieden wird über die Umgestaltung dann im Rahmen eines Bürgerentscheides, der zeitgleich mit der Kommunalwahl am 14. September stattfinden wird.

Derzeit zeigen die Stadt-Terrassen, wie die Sitzmöglichkeiten bei einer Umgestaltung der Straße platziert werden könnten.

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