Wetter in NRW: Erst Temperatursturz, dann kommt Ex-Hurrikan Erin
VonAnnika Ketzler
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Ein Hurrikan wütet in den USA und steuert auf Europa zu. Was bedeutet das für das NRW-Wetter? Experten geben eine Prognose.
Hamm - Die Sommerferien in Nordrhein-Westfalen neigen sich langsam dem Ende zu. Viele hoffen darauf, die letzten freien Tage noch einmal mit schönem, sonnigem Wetter verbringen zu können. Nachdem Mitte August noch einmal eine Hitzewelle über Deutschland rollte und Temperaturen bis 35 Grad nach NRW brachte, sinken die Temperaturen zum vorletzten August-Wochenende noch einmal ab. Zudem sind laut aktueller Prognose des Deutschen Wetterdienstes (DWD) am Wochenende vom 23. August einzelne Schauer möglich – bei Temperaturen um 18 bis 21 Grad und bewölktem Himmel.
Doch auch ein Hurrikan, der aktuell noch in den USA wütet, könnte bei der Wetterlage in NRW mitmischen. Dieser bringt dort nämlich laut DWD stürmisches Wetter und wurde kurzzeitig sogar als Hurrikan der höchsten Kategorie 5 eingestuft. Laut aktueller Prognose zieht der Hurrikan Richtung Europa. Doch was bedeutet das für unser Wettergeschehen in Nordrhein-Westfalen?
Ex-Hurrikan rollt nach Europa – was bedeutet das für das NRW-Wetter?
Meteorologe Niklas Weise von Wetteronline gibt eine erste Einschätzung der Auswirkungen. „Es ist noch eine Weile hin, bis Erin Europa erreicht“, erklärt er im Gespräch mit wa.de am 21. August. Das sei frühestens Anfang der letzten August-Woche der Fall. Und Weise räumt direkt eine falsche Vermutung ein: Viele würden denken, dass Erin als Sturm in Europa ankommt. Doch das ist laut Einschätzung des Experten aktuell eher unwahrscheinlich. „Es wird vielmehr so sein, dass sich Erin in ein außertropisches Tief verwandelt und die Wärme zu uns bringt“, erklärt Weise. In einem solchen Fall spricht man von einem Ex-Hurrikan.
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Auch Robert Hausen vom DWD erklärt auf Nachfrage von wa.de, dass der Ex-Hurrikan zu Beginn der letzten August-Woche relevant für das Wetter-Geschehen in NRW sein wird. „Laut aktuellen Prognosen dürfte er im Seegebiet nordwestlich von Irland zum Erliegen kommen und sich dort allmählich abschwächen. Trotz der vermeintlich großen Entfernung nimmt er dennoch indirekt Einfluss auf unser Wettergeschehen insbesondere in der Westhälfte Deutschlands (und damit auch in NRW)“, erklärt Hausen.
Erin bringt wärmere Luft nach NRW – danach könnte Regen folgen
Zunächst rechnen die Experten einem „Knick“ am kommenden Wochenende, dann sollen die Temperaturen erst einmal wieder fallen. Der DWD spricht von Höchstwerten, die kaum die 20-Grad-Marke am Samstag erreichen. Doch Anfang und Mitte nächster Woche gehe es wieder Richtung 25 Grad. Dann seien laut Weise auch mal 27 bis 28 Grad oder auch mal knappe 30 Grad möglich – obwohl am 23. August die Hundstage und die laut Bauernregel heißesten Tage des Jahres bereits enden. Eine akute Sturmgefahr sieht Weise für Deutschland und NRW allerdings nicht.
Und auch Regen sei erst einmal kein Thema in NRW. „Die erste Wochenhälfte bleibt noch trocken“, so Weise. In der zweiten Hälfte der letzten August-Woche sei Regen möglich, eine genaue Prognose sei jedoch noch zu früh und daher unsicher. Auch Hausen vom DWD spricht davon, dass das Regen-Risiko zum Ende der kommenden Woche steigt, da die Luftmassen allmählich feuchter werden.