Update für Donnerstag

Morgen Warnstreik in Hamm: Viele Linienbusse fahren nicht

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Linienbusse der Stadtwerke und von Breitenbach stehen an der Poststraße Hamm. (Symbolbild)
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[Update] Am Donnerstag werden in Hamm erneut die Linienbusse bestreikt. Womöglich ist es nicht das letzte Mal. Was Sie wissen müssen.

Hamm - Die Gewerkschaft Verdi will am Donnerstag, 15. Februar, erneut den öffentlichen Nahverkehr (ÖPNV) bestreiken lassen. In Hamm werden daher 24 Stunden lang nur wenige Linienbusse fahren. Weil die Verhandlungen verhärtet sind, wird es womöglich weitere Warnstreiks geben.

Wie schon am 2. Februar werden die gewerkschaftlich organisierten Mitarbeiter des Verkehrsbetriebs der Stadtwerke Hamm von 4 Uhr (Donnerstag) bis 4 Uhr (Freitag) die Arbeit ruhen lassen. Die Busse der Linien 1/3, 2, 6, 7/9, 11, 12, 26, 27 sowie die Einsatzwagen der Stadtwerke werden somit erneut ganztägig nicht im Einsatz sein (Ausnahmen siehe unten). Auch die Nachtbusse und viele Schulbusse entfallen.

Auf den in Hamm von den privaten Unternehmen VG Breitenbach und Kiese bedienten Linien dürfte es wieder nicht zu Ausfällen kommen. Auch die öffentlichen Anbieter in den Nachbargemeinden sollten regulär unterwegs sein: Für die Ruhr-Lippe-Gesellschaft (RLG), die Verkehrsgesellschaft des Kreises Unna (VKU) und den Regionalverkehr Münsterland (RVM) ist kein Warnstreik angekündigt. Allerdings werden in Münster selbst die Stadtwerke bestreikt, so dass es dort zu Einschränkungen auf den Stadtbus-Linien kommen kann.

Warnstreik in Hamm - wo trotzdem gefahren wird:

Stadtwerkesprecherin Cornelia Helm geht wie beim letzten Mal davon aus, dass die Breitenbach-Busse auf den Linien 4, 5, 10, 13, 14, 32, R37, 140/141 und der Ringlinie planmäßig fahren werden. Breitenbach bediene ebenfalls die Einsatzwagen der Linien E-25, E-35, E-36, E-37, E-38, E-53, E-56, E-71, E-72, E-73 und E-82.

Die Reiseagentur Kiese fährt...

  • die Linie 1 von 7:25 bis 7:49, Hbf. – Aug.-Bebel-Straße
  • die Linie 14 von 7:04 bis 7:39, Blücherstraße – Hbf.
  • die Linie E-25 von 6:53 bis 7:30, Wambeln – K.-Adenauer-Schule
  • die Linie E-40 ohne Einschränkungen
  • die Linie E-54 von 7:39 bis 7:46, Hbf. – Auf dem Hilkenhohl
  • die Linie E-57 von 6:44 bis 7:21, W. Nabe-Str. – Bockum und von 7:25 bis 7:56 umgekehrte Richtung
  • die Linie E-72 ohne Einschränkungen
  • die Linie E-80 von 6:50 bis 7:20, Heessen - Hbf.

Das Unternehmen Dargel-Reisen fährt die Linien E-66 und E-97 ohne Einschränkungen.

Warnstreik im Nahverkehr: Diesmal nur zwei Tage Vorlauf

Anfang Februar hatte Verdi den Warnstreik noch mit vier Tagen Vorlauf angekündigt, diesmal sind es nur zwei. Der Streiktag hatte den Busbetrieb in Hamm schließlich zwar stark beeinträchtigt, nicht aber zum Erliegen gebracht. „Sollten wir noch Änderungen feststellen, die sich aus dem Tagesgeschäft ergeben hatten, melden wir uns so schnell wie möglich“, hatte Stadtwerkesprecherin Helm am Dienstag mitgeteilt.

Warnstreik im Nahverkehr: Schulpflicht nicht aufgehoben

Weil der Warnstreik auch viele Schulbusse trifft, müssen sich Eltern bei Bedarf darum bemühen, dass ihre Kinder anderweitig zur Schule kommen. Eltern können zwar im Einzelfall selbst entscheiden, ob der Weg zur Schule für ihr Kind zumutbar ist und sie können ihr Kind gegebenenfalls vom Schulbesuch abmelden, heißt es im NRW-Schulministerium. Diese Regelung gilt allerdings nur für unvorhersehbare Ereignisse wie plötzlich auftretende extreme Witterungsverhältnisse oder einen nicht vorhersehbarer Ausfall des öffentlichen Nahverkehrs. Beides ist aktuell nicht gegeben; es gilt also die Schulpflicht.

Unabhängig davon bittet das Ministerium die Schulen, mit Augenmaß vorzugehen, sollten Kinder aus nachvollziehbaren Gründen letztlich doch nicht erscheinen. Eine Abmeldung bei der Schule sei jedoch für Eltern Pflicht.

Warnstreik im Nahverkehr: „harte Verhandlungen“

Die Manteltarifverhandlungen für die Beschäftigten des kommunalen Nahverkehrs gehen am 16. Februar in Bochum in die zweite Runde. „Wir liegen aktuell noch meilenweit auseinander, so Peter Büddicker, Branchenkoordinator Busse und Bahnen, laut einer Mitteilung. Er rechnet mit „harten Verhandlungen“.

In NRW fordert Verdi aktuell folgende Verbesserungen:

  • Entlastungstage für alle Beschäftigten im ÖPNV
  • Identischer Ort für Arbeitsbeginn und -ende
  • Zulage ab dem 1. Tag bei vorübergehender Übertragung höherwertiger Tätigkeiten
  • Schicht- und Wechselschichtzulage für den Fahrdienst
  • 100 Prozent Jahressonderzahlung
  • Überstunden ab der 1. Minute und in der individuellen Stufe ohne Abzug
  • Zulage für Vorhandwerker/Gruppenführer/Teamleiter nach individueller Stufe

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