Immer wieder sind Eurofighter-Kampfjets am Himmel über Nordrhein-Westfalen zu sehen und zu hören. Von welchem Stützpunkt aus die Flugzeuge in NRW starten.
Von welchen Stützpunkten in NRW starten Eurofighter?
Es gibt nur einen Fliegerhorst in NRW, von dem aus die Eurofighter der Luftwaffe aus starten: Nörvenich im Kreis Düren. Zwar gibt es zahlreiche Bundeswehrstützpunkte in NRW, doch nicht alle davon werden von der Luftwaffe betrieben und nur in Nörvenich starten die derzeit modernsten Kampflugzeuge der Bundeswehr. Der Fliegerhorst ist einer von insgesamt vier Eurofighter-Stützpunkten in Deutschland; die anderen sind Laage, Neuburg/Donau und Wittmund. Hier eine Übersicht der Stützpunkte und der dort stationierten Geschwader, die den Eurofighter nutzen:
Laage (Mecklenburg-Vorpommern): Eurofighter-Stützpunkt seit 2004 (Taktisches Luftwaffengeschwader 73)
Neuburg/Donau (Bayern): Eurofighter-Stützpunkt seit 2006 (Taktisches Luftwaffengeschwader 74)
Nörvenich (NRW): Eurofighter-Stützpunkt seit 2009 (Taktisches Luftwaffengeschwader 31)
Wittmund (Niedersachsen): Eurofighter-Stützpunkt seit 2013 (Taktisches Luftwaffengeschwader 71)
Nörvenich liegt im Süden des Bundeslandes NRW, weshalb vor allem umliegende Bereiche wie der Kreis Düren, der Rhein-Erft-Kreis und das Gebiet der Stadt Köln verstärkt den Fluglärm der Kampfjets mitbekommen. Im Sommer 2022 wurden außerdem – trotz Protesten von Anwohnern – 25 Tornado-Jagdbomber dorthin verlegt, da deren eigentlicher Stützpunkt Büchel in der Eifel in Rheinland-Pfalz derzeit saniert wird. Wobei die Tornados aus Altersgründen in näherer Zukunft ausgedient haben werden: Die Bundesregierung beschloss jüngst die Anschaffung von 50 neuen Kampfjets zu diesem Zweck – 15 Eurofighter und 35 Tarnkappenbomber des US-amerikanischen Typs F-35.
Eurofighter, Tornado, A350: Diese Flugzeuge gibt es bei der Bundeswehr
Der Fliegerhorst Nörvenich wurde nach Ende des Zweiten Weltkriegs ursprünglich als Stützpunkt für die Royal Air Force der britischen Besatzer gebaut. Im Sommer 1953 begannen die Bauarbeiten, im August 1954 wurde er von den Briten in Betrieb genommen. Nach der deutschen Wiederbewaffnung und der Gründung der Bundeswehr übergab die Royal Air Force Germany den Stützpunkt im Dezember 1955 an das deutsche Verteidigungsministerium. Die Einrichtung einer Verwaltungsstelle für die 1. Luftwaffen-Lehrkompanie am 1. Dezember 1955 gilt als Geburtsstunde der deutschen Luftwaffe.
Adresse/Standort
Fliegerhorst, 52388 Nörvenich
Eröffnung
1954
Betreiber
Luftwaffe (Bundeswehr)
Soldaten
ca. 950
Zivilangestellte
ca. 250
Am 20. Juni 158 wurde das Jagdbombergeschwader 31 in den Dienst gestellt, 1961 erhielt es den Namen „Boelcke“, benannt nach dem im Ersten Weltkrieg tätigen Jagdflieger und Luftkampfstrategen Oswald Boelcke. Nachdem das Geschwader mit 50 Flugzeugen vom Typ F-84F Thunderstreak seinen Dienst antrat, stellte es 1961 auf den Starfighter und später auf den Jagdbomber Tornado um. Dieser wurde 2010 in Nörvenich ausgemustert, nach dem das Geschwader am 15. Dezember des Vorjahres mit dem Eurofighter Typhoon ausgerüstet wurde. 2022 wurden jedoch erneut Tornado-Kampfflieger nach Nörvenich verlegt.
2013 wurde das Jagdbombergeschwader 31 „Boelcke“ in Taktisches Luftwaffengeschwader 31 „Boelcke“ umbenannt. Personal des Geschwaders wurde bereits bei UN- und NATO-Missionen im Ausland eingesetzt. Nach Angaben der Bundeswehr sind am Fliegerhorst Nörvenich aktuell etwa 950 Soldatinnen und Soldaten und ca. 250 zivile Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter im Dienst.(nbo) Fair und unabhängig informiert, was in Deutschland und NRW passiert – hier unseren kostenlosen 24RHEIN-Newsletter abonnieren.