Flüge im Überblick

Warum aktuell immer wieder Kampfjets über NRW zu sehen sind

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Immer wieder fliegen Kampfjets über NRW. Aktuell sind auch Eurofighter und Tornados wieder unterwegs. Wir verraten, wann, warum und wohin.

Köln – Bereits seit Mitte 2022 fliegen regelmäßig Kampfjets über Nordrhein-Westfalen. Vor allem im Großraum Köln sind Eurofighter und Tornado immer wieder zu hören und zu sehen. Und das nicht nur tagsüber, sondern teilweise auch abends oder nachts. Was die Gründe für die Flüge sind und wann die Kampfjets aktuell fliegen, im Überblick.

Eurofighter und Tornados: Wann und wo fliegen aktuell Kampfjets über NRW?

  • Wann? Vom 20. November bis 22. Dezember 2023. Entweder zwischen 9:00 und 12:30 Uhr oder nach 14 Uhr. Auch Nachtflüge über NRW sind aktuell geplant.
  • Wo? Prinzipiell über ganz NRW, jedoch vermehrt im Bereich Kerpen und Türnich.
  • Warum? Die Eurofighter und Tornados vom Fliegerhorst Nörvenich im Kreis Düren führen entweder Übungs- oder sogenannte Vermessungsflüge durch (siehe unten).
  • Stand: 23. November 2023; Quelle: Bundeswehr.de

Derzeit sind diverse Flüge sowohl von Eurofighter- als auch Tornado-Kampfjets über NRW geplant. Vor allem im Süden des Bundeslandes, also im Bereich Köln, dem Rhein-Erft-Kreis und dem Kreis Düren dürften die Bundeswehr-Maschinen gut zu hören und zu sehen sein.

Die Flüge finden auch aus Rücksicht vor Anwohnenden vor allem nach 9 und vor 22 Uhr statt. Grundsätzlich sind militärische Übungsflüge mit Kampfflugzeugen in Deutschland von Montag bis Freitag bis spätestens 24 Uhr Ortszeit erlaubt. Ab und zu gibt es aber ganz besondere Kampfjet-Flüge über NRW. So wurde am Montag (23. Oktober) Bundeskanzler Olaf Scholz in einem Transportflugzeug von Eurofightern begleitet. In der Vergangenheit flogen auch ausländische F-16-Kampfjets über NRW.

Kampfjets über NRW: Wie oft fliegen Eurofighter und Tornados? Gibt es immer mehr Flüge?

Immer wieder fliegen Bundeswehr-Tornados über NRW – was hat das zu bedeuten? (Symbolbild)

Eine feste Anzahl von Kampfjet-Flügen pro Woche, Monat oder Jahr über Nordrhein-Westfalen gibt es nicht. Seit Sommer 2022 hat die Zahl der Flüge von Eurofightern und Tornados über NRW aber zugenommen. Das liegt daran, dass 25-Tornado-Kampfjets nach NRW verlegt wurden.

„Selbstverständlich wird dabei versucht, bewohnte Gebiete nicht zu überfliegen“, erklärt das Luftfahrtamt der Bundeswehr gegenüber 24RHEIN bereits Ende 2022. Die „dicht besiedelte Bundesrepublik“ würde dem Vorhaben aber, „enge Grenzen“ setzen. Dies lasse sich durch die steigende Flugzahl aber immer schwerer vermeiden.

Eurofighter, Tornado, A350: Diese Flugzeuge gibt es bei der Bundeswehr

Deutsche Tornado-Kampfjets auf dem Rückflug aus dem Irak
Der Jagdbomber Panavia 200 Tornado hat bald ausgedient, da die Maschinen des bis 1998 produzierten Flugzeugs so langsam das Ende ihrer Lebensdauer erreichen. Den Flieger gibt es bei der Bundeswehr in drei Varianten: Tornado IDS (Basisversion), Tornado ECR (bewaffnete Aufklärungsversion), Tornado Recce (unbewaffnete Aufklärungsversion). Das gemeinsam von Deutschland, Großbritannien und Italien entwickelte Mehrkampfflugzeug soll in Zukunft unter anderem durch F-35A aus amerikanischer Produktion ersetzt werden. © Luftwaffe/dpa
Ein Eurofighter startet auf dem Flugplatz Laage bei Rostock zu einem Übungsflug
Der derzeit modernste Kampfjet in den Reihen der Bundeswehr: der Eurofighter Typhoon. Bis zu 2.901,78 km/h schnell wird das gemeinsam von Deutschland, Großbritannien, Spanien und Italien entwickelte Flugzeug. Bis 2025 soll die vierte Tranche des Kampfjets ausgeliefert werden und damit die Eurofighter der Tranche 1 (Indienststellung: 2004) in den Beständen der Luftwaffe ersetzen. © Jens Büttner/dpa
Der Airbus A350-900 „Konrad Adenauer“ vor der Dienstreise von Bundeskanzler Olaf Scholz nach Lateinamerika am Flughafen Berlin-Brandenburg
Der Airbus A350-900 ist derzeit der größte und modernste Regierungsflieger der Bundeswehr. Insgesamt drei Exemplare des Großraumjets sind für die Flugbereitschaft im Einsatz. Ihre prestigeträchtigste Aufgabe ist der VIP-Transport des politisch-parlamentarischen Führungspersonals. © Kay Nietfeld/dpa
Ein roter Teppich wird vor dem Airbus A340 der Flugbereitschaft der Bundeswehr auf dem Flughafen Adisumarmo (Surakarta) in Indonesien ausgerollt
Die Airbus A340-300 war das Vorgängermodell die A350-900 bei der Flugbereitschaft der Bundeswehr. Nachdem es im Jahr 2018 zu vermehrten technischen Problemen mit den Großraumjets kam, wurde die Anschaffung der Nachfolger beschlossen. Die A340-300 bleibt derzeit allerdings noch parallel zum Nachfolgemodell im Dienst, nicht zuletzt deswegen, da noch nicht alle A350-900 mit einer vollumfänglichen Regierungskabine ausgestattet sind. © Raphael Huenerfauth/photothek/imago
Eine Airbus A400M vor dem Abflug vom Fliegerhorst Wunstorf, um Hilfsgüter für Opfer der Erdbebenkatastrophe in der Türkei und Syrien auszuliefern
Das Transportflugzeug Airbus A400M dient der Verschickung von Personal und Material. Bis zu 114 Soldaten finden in der Maschine Platz, die aber auch schwereres Gerät wie den Schützenpanzer Puma transportieren kann. Mit den Maschinen wurden auch Hilfsgüter für die Opfer der Erdbebenkatastrophe in der Türkei und Syrien im Februar 2023 ausgeflogen. © Moritz Frankenberg/dpa
Ein Transportflugzeug C-130J der Israeli Air Force wirft Frachtkisten an Fallschirmen über Israel ab
Das Transportflugzeug C-130J gibt es sowohl in der Tankerversion KC-130J als auch in der Transportversion C-130J-30 Super Hercules. Die Transportversion bietet Platz für bis zu 128 Personen oder 92 Fallschirmjäger oder acht Frachtpaletten und kann auch auf kurzen Pisten und auf unbefestigtem Untergrund starten und landen. Die Tankerversion kann Jets und Hubschrauber am Boden und in der Luft auftanken. Das Bild zeigt eine C-130J der Israeli Air Force im Einsatz © Ofer Zidon/imago
Eine Airbus A319CJ auf dem Flugfeld von oben
Die Airbus A319CJ ist ein weiteres Flugzeug in den Diensten der Flugbereitschaft der Bundeswehr. Seit Sommer 2010 verfügt sie über zwei Corporate Jetliner dieses Typs. Die Maschinen werden für VIP-Transporte des politisch-parlamentarischen Führungspersonals auf Kurz- und Mittelstreckenflügen eingesetzt und bieten Platz für bis zu 44 Personen. © Norbert Thomas/Bundeswehr
Ein Regierungsflieger Airbus A321-231 der Flugbereitschaft des Bundesministeriums der Verteidigung bei einer „Touch & Go“-Landeübung auf dem Flughafen Leipzig / Halle bei Schkeuditz
Die Bundeswehr bezeichnet die Airbus A321-231 auch als „deutsche Air Force One“. Obwohl das Flugzeug auch Verwundete und Kranke befördern kann, ist seine Hauptaufgabe der VIP-Transport des politisch-parlamentarischen Führungspersonals auf Kurz- und Mittelstreckenflügen. Der Regierungsflieger kann bis zu 82 Passagiere, davon zwölf VIPs, transportieren. © Christian Grube/imago
T-38-Maschinen der US Air Force vor einem Sonnenuntergang
Die Maschinen vom Typ Northrop T-38C Talon stehen zwar in den Diensten der Bundeswehr, befinden sich jedoch auf der Sheppard Air Force Base in Texas in den USA. Für deutsche Piloten ist die Northrop T-38C Talon ein Schulflugzeug für den Flug im Überschallbereich, für dessen Nutzung sie in die USA reisen müssen. Das Foto zeigt T-38-Maschinen der US Air Force. © ZUMA Wire/imago
Eine Bombardier Global 5000 der Flugbereitschaft der Bundeswehr landet am Flughafen Hamburg Airport
Das Flugzeug Global 5000 kommt ausnahmsweise mal nicht von Airbus, sondern vom kanadischen Hersteller Bombardier. Es befördert kleinere VIP-Delegationen von bis zu 13 Personen auf Kurz- und Mittelstreckenflügen, in der Regel innerhalb Europas. © Kevin Hackert/imago
Ein Ölaufklärer DO 228 LM fliegt vor der Küste Deutschlands
Die Marine nutzt den Ölaufklärer DO 228 LM. Mit diesen Maschinen unterstützt sie das Havariekommando in Cuxhaven und Bundesverkehrsministerium im Kampf gegen Umweltkatastrophen: Mit Kameras und Sensoren können sie bei Tag und Nacht Verschmutzungen auf der Wasseroberfläche erkennen und diese melden. Damit helfen sie nicht nur bei Havarien, sondern gehen auch gegen illegale Müll- und Ölentsorgung durch Schiffe vor. © Matthias Döhler/Bundeswehr

NRW: Warum Eurofighter- und Tornado-Kampfjets fliegen – Gründe im Überblick

  • Übungsflüge: Eurofighter und Tornados sind hauptsächlich aus Trainingszwecken für die Piloten unterwegs. Dies gehört zur Ausbildung der Einsatzkräfte.
  • Nachtflüge: Auch die Starts und Landungen in Abend- oder Nachtstunden dienen der Übung, nur eben unter anderen äußeren Bedingungen. Im Gegensatz zu den Kampfjet-Flügen tagsüber finden diese aber nicht so regelmäßig statt.
  • Vermessungsflüge: Seit Herbst 2022 führen die Eurofighter vom Fliegerhorst Nörvenich im Kreis Düren regelmäßig auch sogenannte „Vermessungsflüge“ durch. Dabei werden „einzelnen Komponenten der Navigationsanlage jedes einzelnen Eurofighters mit Referenz auf den Flugplatz Nörvenich“ kalibriert, schreibt die Bundeswehr auf ihrer Website. Alle am Flugplatz Nörvenich stationierten Eurofighter müssen diese Kalibrierungsflüge absolvieren.
  • Manöver: Neben Übungsflügen werden von NRW aus auch ab und zu Manöver mit anderen Einheiten geflogen. Unter anderem gemeinsam mit der israelischen Luftwaffe, mit der das taktische Luftwaffengeschwader 31 „Boelcke“ des Fliegerhorst Nörvenich besonders enge Beziehungen pflegt.
  • Quelle: Bundeswehr.de

Eurofighter und Tornados in NRW: Wohin fliegen die Kampfjets genau?

Die Ziele für Hinflüge der Kampfjets wechseln immer wieder. Oftmals sind Eurofighter und Tornados nur in NRW unterwegs, manchmal fliegen sie für Übungen und Manöver aber auch in andere deutsche Bundesländer oder andere europäische Länder. So zum Beispiel bei gemeinsamen NATO-Übungen.

Die Rückflüge haben derweil immer dasselbe Ziel: den Fliegerhorst Nörvenich. Auf dem Militärflugplatz im Kreis Düren sind dutzende Eurofighter- und Tornado-Jets stationiert. Dementsprechend starten und landen für gewöhnlich alle Kampfflugzeuge, die über NRW fliegen, auch genau dort. Damit ist Nörvenich einer der wichtigsten Bundeswehr-Standorte in NRW. Auch andere Militärfahrzeuge wurden in der jüngeren Vergangenheit in NRW gesichtet. Ende November standen niederländische Panzer auf einem Güterzug nahe Düsseldorf. (os) Fair und unabhängig informiert, was in Deutschland und NRW passiert – hier unseren kostenlosen 24RHEIN-Newsletter abonnieren. Dieser Text wird laufend aktualisiert.

Rubriklistenbild: © Scanpix / IMAGO

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