- VonDaniel Schinzigschließen
Wurst König ist offiziell insolvent. Der Verwalter spricht von einer schwierigen Ausgangslage: Keine Unterlagen, keine Buchhaltung – und kein Kontakt zur Geschäftsführung.
Essen - Die Lage bei Wurst König war offenbar noch chaotischer, als bislang bekannt. Am 1. September wurde das Insolvenzverfahren über das Vermögen der Wurst König GmbH & Co. KG eröffnet, nachdem der Antrag auf Insolvenz laut Amtsgericht Essen bereits im Februar durch eine Gläubigerin beantragt worden war.
Schon zuvor wurde ein Ermittlungsverfahren wegen des Verdachts auf Insolvenzverschleppung eingeleitet. Eine neue Mitteilung der Sanierungs- und Restrukturierungsgesellschaft Pluta zeigt nun, wie schwierig die Ausgangslage tatsächlich war.
„Schwierige Ausgangslage“: Geschäftsführer von Wurst König nicht erreichbar
„In den vergangenen Monaten verschaffte sich das Pluta-Team mit viel Aufwand einen Überblick, um eine Eröffnung des Verfahrens zu ermöglichen“, heißt es in der Mitteilung, die Pluta am Dienstag, 23. September, veröffentlicht hat. Demnach fehlten dem Insolvenzverwalter grundlegende Informationen: Keine Geschäftsunterlagen, keine Buchhaltung, keine Personalakten – stattdessen mussten öffentlich zugängliche Quellen und Gespräche mit Dritten herangezogen werden, um den Fall zu rekonstruieren. Besonders brisant: „Der Geschäftsführer ist nicht erreichbar“, heißt es in der Mitteilung von Pluta.
„Auch wenn die Ausgangslage schwierig ist, führen wir das Verfahren konsequent im Interesse der Gläubiger fort“, wird Insolvenzverwalter Sebastian Laboga zitiert. Ziel sei es, mögliche Vermögenswerte zu ermitteln und eine geordnete Abwicklung sicherzustellen.
Zum Zeitpunkt der Betriebsschließung im Dezember 2024 hatte Wurst König noch rund 16 Filialen in NRW betrieben – mit etwa 100 Mitarbeitenden, wie ein früherer Prokurist gegenüber Pluta angab.
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