Durchsuchungen

Zahlreiche illegale Wohnungen: Was die Behörden jetzt aufdeckten 

  • schließen

Immer wieder kontrolliert ein Team aus Behörden bestimmte Häuser in Gelsenkirchen. Erneut stoßen sie auf etliche Verstöße.

Gelsenkirchen – Verdacht auf Sozialleistungsmissbrauch, illegale Wohnungen und Verstöße gegen das Verkehrsrecht: Ein Team von Polizei, Jobcenter, Stadt und der Emscher Lippe-Energie durchsuchte in Gelsenkirchen (NRW) am Donnerstag (10. August) elf Häuser. In sieben davon fanden sie illegale Wohnungen. Darunter war auch ein Dachboden, der illegal als Wohnung genutzt wurde.

Illegale Wohnungen in Gelsenkirchen: Problemimmobilien immer wieder Thema 

Die Häuser wurden von dem sogenannten Interventionsteam EU-Ost der Stadt Gelsenkirchen durchsucht. Das beschäftigt sich in den vergangenen Jahren vermehrt mit bekannten Problemimmobilien. Dabei geht es nicht nur um illegal genutzten Wohnraum, sondern auch um den Missbrauch von Sozialleistungen, Melderechtsverstöße, baurechtliche Verstöße, Stromverkabelungen oder Autos, die nicht angemeldet sind. Das Team wurde im Februar 2021 nochmal aufgestockt, um „auf die Herausforderungen durch die Zuwanderung aus Südosteuropa“ zu reagieren, hieß es damals von der Stadt Gelsenkirchen.

Ein Team aus verschiedenen Behörden durchsuchte Häuser in Gelsenkirchen. (IDZRNRW-Montage)

Am 10. August wurden elf Wohnungen im Bereich Kurt-Schumacher-Straße, Pothmannstraße und Küppersbuschstraße in Gelsenkirchen-West und Gelsenkirche-Mitte kontrolliert. Eines der Häuser war von dem Team bereits im Juni kontrolliert worden, weil dort drei Mieter per Haftbefehl gesucht werden. Auch dieses Mal hatten die Behörden keinen Erfolg: Die Mieter waren wieder nicht da. „Die zuständigen Behörden werden den Fällen weiter nachgehen“, heißt es von der Stadt Gelsenkirchen.

Mehreren Personen werden die Sozialleistungen entzogen

In drei Fällen gingen die Behörden dem Verdacht nach, dass Sozialleistungen missbraucht wurden. So lebten in einem Haus etwa mehr Menschen als beim Jobcenter angemeldet. Die Zahlungen an die Personen wurden eingestellt. Das betrifft einen weiteren Mieter, der zwar Sozialleistungen bezogen hatte, zeitgleich aber unangemeldet arbeitete. Bei einer anderen Person, die ebenfalls Sozialleistungen bezieht, fanden die Behörden ein teures Auto. Hier geht man ebenfalls dem Verdacht auf Leistungsmissbrauch nach.

Menschen mit Migrationshintergrund in Gelsenkirchen

►Insgesamt leben in Gelsenkirchen 263.000 Menschen. (Stand Dezember 2022)

►Jeder Vierte davon hat einen Migrationshintergrund. (25 Prozent)

►Menschen aus mehr als 130 Nationen leben in Gelsenkirchen.

Zwei Stromzähler wurden außerdem wegen offener Rechnungen gesperrt und drei Menschen bei der Meldebehörde abgemeldet, weil sie nicht anzutreffen waren. Insgesamt wurden im Umfeld der Kontrolle 17 Verkehrsverstöße bemerkt. So wurden fünf Autos wegen Verkehrsbehinderung abgeschleppt und drei Bußgeldverfahren eingeleitet, weil Feinstaubplaketten entweder fehlten oder fehlerhaft waren.

In Gelsenkirchen gibt es ganze Straßenzüge, die für Schrottimmobilien und Müllhäuser bekannt sind – so etwa die Bochumer Straße im Stadtteil Ückesdorf. Die Stadt Gelsenkirchen will den Müllhäusern in Gelsenkirchen mit einem eigenen Plan etwas entgegensetzen. (ebu)

Rubriklistenbild: © biky/imago & Michael Gstettenbauer/imago

Kommentare