Am Freitagabend und Samstagmorgen ging noch nichts, aber dann: Ein Massenstart inklusive Zufahrtsstopp am Samstagabend, beste Bedingungen auch am Sonntagabend: So lief das erste Warsteiner Montgolfiade-Wochenende.
Warstein – Dass nach der Corona- und Energiekrisen-Pause in Warstein wieder Montgolfiade-Zeit ist, schien der Wettergott noch nicht gemerkt zu haben. Zumindest nicht rechtzeitig. Doch was am Freitagabend und Samstagmorgen noch nicht war, erlebten dann geschätzte 30 000 Zuschauer am Samstagabend: Mit dem ersten Massenstart ging die 30. Warsteiner Internationale Montgolfiade so richtig los – inklusive Nightglow und Feuerwerk. Der Nebel ließ die Piloten samt Crews am Sonntagmorgen dann ausschlafen, am Sonntagabend ging es in die nächste Runde. Und so soll es auch weitergehen. WIM-Meteorologe Michael Noll ließ bereits am Freitagnachmittag keine Zweifel: Es wird warm – auch in den Ballonhüllen. Tägliche Starts sind prognostiziert.
Eröffnungsfreitag mit Mini-Nightglow
Die erwarteten Regengüsse fielen, die Heißluftballone blieben am Boden. Keine aufgeblasenen Hüllen hießen aber nicht, dass dafür Trübsal geblasen wurde. Beste Stimmung bei den Organisatoren am Freitagabend, alle voran Brauereichefin Catharina Cramer. Die eröffnete die 30. Jubiläums-Montgolfiade, indem sie den Ventilator der „Cheers“-Sonderform startete. „Cheers“ bot dann, umrahmt von Mini-Heißluftballonen und „Candle-Glow“, doch noch etwas Auftaktstimmung, garniert mit dem Eröffnungsfeuerwerk.
Erster Massenstart am Samstagabend
Am Morgen ging nichts, dafür aber am Abend: Die beim Eröffnungsbriefing geäußerte 50:50-Chance auf einen abendlichen Massenstart wendete sich zu 100:0 – 116 Ballone säumten den leicht bewölkten Warsteiner Abendhimmel und fuhren ins Sauerland. Um kurz nach 18 Uhr startete traditionell zuerst der Heißluftballon mit der Kennung D-OZAC vom verstorbenen Brauerei-Chef, Ballonsport-Enthusiast und Montgolfiade-Initiator Albert Cramer. „Das ist ein bewegender Moment für mich“, erklärte Tochter Catharina Cramer, während der Ballon mit Pilotin Sabrina Heer zu den Zaratustra-Klängen abhob. Auch für die Warsteinerin war es eine besondere Fahrt – nicht nur, weil sie den Cramer-Ballon steuerte, sondern auch, weil ihr Vater Albert vor zwei Jahrzehnten erstmals als Pilot bei der WIM startete so wie nun auch seine Tochter. Kurz danach folgte Torsten Sprenger in einem zweiten Warsteiner-Ballon.
Montgolfiade in Warstein: Nightglow und Feuerwerk am Samstag
Die grüne Fahne war anschließend für alle anderen Teams das Signal, die Hüllen aufzublasen und die Brenner anzuwerfen. Etwa 30 000 Zuschauer verfolgten das Spektakel – so viele, dass die WIM-Organisatoren irgendwann die Zufahrt zum Gelände sperren mussten. Es waren schlichtweg keine Parkplätze mehr frei. „Wir müssen leider alle jetzt noch Anreisenden bitten, die bereits auf der Bundesstraße stehen, umzukehren, denn unsere Kapazitäten sind heute völlig ausgeschöpft“, erklärte WIM-Geschäftsführer Uwe Wendt. Im Warsteiner Stadtgebiet kam es dadurch zwischenzeitlich zu einem Verkehrs- und Parkchaos. Entsprechend dicht gedrängt standen die Besucherinnen und Besucher nicht nur während des ersten Massenstarts, sondern auch später nach Einbruch der Dunkelheit beim Nightglow und dem anschließenden Feuerwerk. „Nach drei Jahren ohne Ballonstarts war bei dem ersten Start heute Abend das Gänsehautgefühl wieder da“, so WIM-Geschäftsführer Uwe Wendt.
Sonntagsstart und Drachenshow
Am Samstag sorgten sie für staunende Blicke, am Sonntag erneut: Der Drachenclub Paderborn und viele weitere Drachenbesitzer bauten ihre „Schätze“ auf dem Startgelände auf. Bei bestem Wetter ging es am Sonntagabend für die 105 Ballonpiloten wieder in die Luft. Der noch maue Wind trieb die Piloten über den Arnsberger Wald nach Eversberg.
Ausblick auf Montag und die Woche
Vom rückkehrenden Altweibersommer sprach WIM-Meteorologe Michael Noll schon am Freitag. Das am Montagmorgen stattfindende „Long Distance Race“ schickte die Piloten in den Norden. Am Abend soll es erneut Fahrten geben – wie an den kommenden Tagen auch.