Vor Konzerten in München

Nach Vorwürfen zahlreicher Frauen: Rammstein feuert umstrittene Direktorin Alena

  • schließen

Nach heftigen Vorwürfen gegenüber Rammstein-Sänger Till Lindemann soll sich die Band von ihrer Assistentin Alena Makeeva getrennt und einen Anwalt eingeschaltet haben.

Berlin/München – Kurz vor dem ersten von vier geplanten Konzerten der „Neue-Deutsche Härte“-Rocker von Rammstein in München schlagen die Vorwürfe gegenüber Bandleader Till Lindemann (60) immer höhere Wellen. Im Zuge der Vorwürfe um Lindemann und seinen Umgang mit Frauen soll sich die Band jetzt von ihrer Assistentin Alena Makeeva getrennt haben. Zuerst berichtete am Dienstagabend (6. Juni) die Bild in ihrem Online-Auftritt über die Personalie.

Rammstein-Vorwürfe schlagen höhere Wellen: Band feuert wohl umstrittene Direktorin Alena Makeeva

Makeeva soll nach übereinstimmenden Berichten von Medien und möglichen Zeuginnen mit für das System „Lindemann“ und die Castings von Frauen für die sogenannte „Row Zero“ verantwortlich sein, die währenddessen oder im Anschluss dem Sänger der Band hinter der Bühne zugeführt worden sein sollen. Die Anschuldigungen gegenüber der Band und ihrem Sänger stehen im Raum. Für Lindemann und die Band gilt jedoch weiterhin die Unschuldsvermutung. Trotzdem geben bereits jetzt Fans der Band ihre Tickets für die Konzerte in München zurück.

Nach heftigen Vorwürfen gegenüber Rammstein-Sänger Till Lindemann soll sich die Band von ihrer Assistentin Alena Makeeva getrennt haben. (Archivbild)

Zunächst war durch die Berichterstattung der Welt publik geworden, dass Makeeva vom Management der Band der Zugang zu Konzerten von Rammstein mit sofortiger Wirkung untersagt worden sein soll. Wie es in dem Bericht der Bild nun heißt, befinde sich die 35-jährige Russin zwar aktuell noch in München, solle aber bald ihre Heimreise nach Russland antreten. Als eine weitere Reaktion auf die heftigen Vorwürfe löschte Bandleader Lindemann inzwischen sein persönliches Profil auf Instagram.

Rammstein feuert wohl Lindemann-Assistin Alena Makeeva

Derweil geht die Band den Vorwürfen selbst nach. Dafür wurde nach Informationen der Nachrichtenagentur dpa nach dem Start der laufenden Tour in Vilnius in Litauen durch die Band Rammstein eine Anwaltskanzlei eingeschaltet. Zuvor hatten der WDR und die Welt über die Beauftragung der Kanzlei berichtet. Ziel ist es demnach, die Sachlage aufzuklären. Dabei geht es etwa um den mutmaßlichen Einsatz von Drogen ohne Wissen der Beteiligten im Umfeld des Konzertes. Auch hier gilt für die Band weiterhin die Unschuldsvermutung.

Mehrere Frauen erhoben in den vergangenen Tagen – teilweise anonym – Vorwürfe gegen Rammstein-Frontmann Till Lindemann. Die Frauen schildern Situationen, die sie teils als beängstigend empfunden hätten. Junge Frauen seien während Konzerten ausgewählt und gefragt worden, ob sie zur Aftershowparty kommen wollen. Dabei soll es nach Schilderungen einiger Frauen auch zu sexuellen Handlungen gekommen sein.

Unter anderem brach jüngst die 21-jährige YouTuberin Kayla Shyx ihr Schweigen. Shyx berichtet, dass sie sich erst jetzt traue, ihr Schweigen zu brechen und sagt, dass sie nur knapp der „sehr gefährlichen Situation“ bei einem Rammstein-Konzert im Jahr 2022 entkommen sei. Sie habe schon damals einen Clip über ihr beklemmendes Erlebnis gedreht, doch „mir wurde von meinem alten Management geraten, ich solle die Geschichte löschen“.

Rammstein äußert sich zu Vorwürfen gegen Lindemann: „Wir verurteilen jede Art von Übergriffigkeit“

In einer Stellungnahme von Rammstein hieß es, die Vorwürfe hätten sie sehr getroffen und man nehme sie außerordentlich ernst. „Unseren Fans sagen wir: Es ist uns wichtig, dass Ihr euch bei unseren Shows wohl und sicher fühlt – vor und hinter der Bühne.“ Weiter hieß es in dem Schreiben vom Wochenende: „Wir verurteilen jede Art von Übergriffigkeit und bitten euch: beteiligt euch nicht an öffentlichen Vorverurteilungen jeglicher Art denen gegenüber, die Anschuldigungen erhoben haben. Sie haben ein Recht auf ihre Sicht der Dinge.“ Auch die Band habe aber ein Recht – nämlich ebenfalls nicht vorverurteilt zu werden.

Außerdem schaltete der Frontsänger vor dem zweiten Konzert seine Anwälte ein. Die Vorwürfe seien „ausnahmslos unwahr“, heißt es in einer Stellungnahme der Anwälte. Gegen einzelne Personen, die behaupten, von Lindemann unter Betäubungsmitteln gesetzt und so gefügig gemacht worden zu sein, gehe man rechtlich vor. Auch die Berichterstattung vieler Medien werde geprüft und dagegen gegebenenfalls rechtliche Schritte eingeleitet.

Von Mittwoch (7. Juni) an sind vier Rammstein-Konzerte in München geplant. Dort wurden bereits einige Veränderungen angekündigt: So soll es die sogenannte „Row Zero“ in München nicht geben – was unter anderem die Grünen gefordert hatten – und auch keine Aftershow-Partys. Außerdem habe das Management ein Awareness-Konzept angekündigt, Details dazu lagen noch nicht vor. (jon/dpa)

Transparenzhinweis vom 8. Juni 2023, 18:30 Uhr: Dieser Artikel wurde mit den Aussagen von Till Lindemanns Anwälten ergänzt.

Rubriklistenbild: © Malte Krudewig/dpa

Kommentare