VonKarolin Schaeferschließen
In Deutschland steigen die Denguefieber-Zahlen. Auch die Asiatische Tigermücke gilt als Überträger, die sich hierzulande zunehmend ausbreitet.
Frankfurt – Akutes Fieber, Ausschlag und Muskelschmerzen: Das sind nur einige Symptome des Denguefiebers. Es gilt als weltweit häufigste und sich am schnellsten ausbreitende, durch Steckmücken übertragene Erkrankung. Jährlich infizieren sich zwischen 284 und 528 Millionen Menschen mit dem Virus. In Deutschland werden derzeit vermehrt Fälle gemeldet.
Immer mehr Denguefieber-Fälle in Deutschland gemeldet
In diesem Jahr wurden in Berlin bereits 39 Fälle der potenziell tödlichen Tropenkrankheit gemeldet. Laut Landesamt für Gesundheit und Soziales (Lageso) seien das deutlich mehr als noch vor der Corona-Pandemie. Zum Vergleich: In den Jahren 2015 bis 2019 lag der mittlere Wert bei 18. Zwei Betroffene mussten in diesem Jahr im Krankenhaus behandelt werden.
13 Fälle seien allein in der jüngsten Berichtswoche Ende März übermittelt worden. Davon wurde bislang jedoch nur einer bestätigt, weitere Bestätigungen stünden noch aus. Das ist laut Lageso die höchste je übermittelte Zahl seit Inkrafttreten des Infektionsschutzgesetzes 2001.
Asiatische Tigermücke und Gelbfiebermücke: Wie wird das Denguefieber übertragen?
Übertragen wird die Viruserkrankung durch einen Stich einer infizierten Gelbfiebermücke (Aedes aegypti) oder der Asiatischen Tigermücke (Aedes albopictus). „Eine infizierte Mücke kann das Virus für den Rest ihres Lebens übertragen“, informierte das Tropeninstitut. Eine Übertragung von Mensch zu Mensch ist nicht möglich.
Nach Angaben des Robert Koch-Instituts (RKI) kam das Virus lange ausschließlich in tropischen und subtropischen Regionen vor. In den vergangenen Jahrzehnten hat sich das Denguefieber geografisch allerdings ausgebreitet. Grund sind dafür unter anderem die Auswirkungen des Klimawandels, die durch Temperaturanstiege und Hitzewellen günstigere Bedingungen für die Mücken schaffen. Laut RKI ist die Asiatische Tigermücken inzwischen in 13 EU-Ländern verbreitet (Stand 2023). Auch in Deutschland breitet sich die Steckmücke immer weiter aus.
Denguefieber in Deutschland: Das sind mögliche Symptome
- Plötzliches Fieber
- Hautausschlag
- Starken Muskelschmerzen
- Übelkeit
- Erbrechen
Die meisten Beschwerden klingen schnell wieder ab. Doch in seltenen, aber schweren Fällen kann hämorrhagisches Denguefieber auftreten. Betroffen sind vor allem junge Erwachsene und Kinder. Tage nach dem Fieber können innere Blutungen auftreten. Es kommt zu einer Störung der Blutplättchen, wodurch die Organe schlechter durchblutet werden. Innerhalb weniger Tage kann es so zum Kreislaufversagen (Dengue-Schock-Syndrom) kommen. Ohne entsprechende Behandlung enden 40 bis 50 Prozent der Fälle tödlich.
In der EU sind derzeit zwei Impfstoffe zugelassen. Die Ständige Impfkommission (Stiko) empfiehlt die Impfung vor allem bei Reisen in Dengue-Endemiegebiete. Eine Zweitinfektion mit dem Virus kann das Risiko für einen schweren Verlauf um das Neunfache erhöhen.
Weltweit immer mehr Fälle von Denguefieber: Wie Sie sich schützen
Bei den in Deutschland gemeldeten Fällen haben sich die Betroffenen im Ausland infiziert. Im vergangenen Jahr wurden laut RKI vermehrt Infektionen nach Ägyptenreisen festgestellt. Daher ist in betroffenen Regionen ein konsequenter Mückenschutz am gesamten Körper unerlässlich, etwa durch langärmelige Kleidung oder Mückenspray. Mit einigen Tipps halten sie sich also die Steckmücken vom Leib. Dabei hängt das Infektionsrisiko unter anderem vom Reiseland, der Reisedauer, Saison sowie der aktuellen Dengue-Aktivität ab. Grundsätzlich sei es aber selten, dass Reisende an einem schweren Verlauf erkranken oder daran sterben.
Diese Viren und Bakterien machen uns krank




Brasilien zählt zu den bekanntesten Risiko-Gebieten. In diesem Jahr erlebte das südamerikanische Land den wohl schwersten Ausbruch seiner Geschichte. Ganze 1,9 Millionen wahrscheinliche Infektionen mit dem Dengue-Virus wurden 2024 registriert (Stand: Ende März). Auslöser dürften heftige Regenfälle und die hohen Temperaturen in den vergangenen Monaten sein. Zuletzt waren auch die Zahlen in Argentinien und Peru gestiegen.
Zwar stecken sich die meisten im Ausland mit Dengue an. Laut Lageso bestehe aber das Risiko, dass sich langfristig auch Menschen in Deutschland mit dem Denguefieber infizieren. (kas/dpa)
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