Tödliche Erkrankung

Denguefieber-Fälle steigen enorm: Reisende schleppen Krankheit nach Deutschland ein

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In Deutschland steigen die Denguefieber-Zahlen. Auch die Asiatische Tigermücke gilt als Überträger, die sich hierzulande zunehmend ausbreitet.

Frankfurt – Akutes Fieber, Ausschlag und Muskelschmerzen: Das sind nur einige Symptome des Denguefiebers. Es gilt als weltweit häufigste und sich am schnellsten ausbreitende, durch Steckmücken übertragene Erkrankung. Jährlich infizieren sich zwischen 284 und 528 Millionen Menschen mit dem Virus. In Deutschland werden derzeit vermehrt Fälle gemeldet.

Immer mehr Denguefieber-Fälle in Deutschland gemeldet

In diesem Jahr wurden in Berlin bereits 39 Fälle der potenziell tödlichen Tropenkrankheit gemeldet. Laut Landesamt für Gesundheit und Soziales (Lageso) seien das deutlich mehr als noch vor der Corona-Pandemie. Zum Vergleich: In den Jahren 2015 bis 2019 lag der mittlere Wert bei 18. Zwei Betroffene mussten in diesem Jahr im Krankenhaus behandelt werden.

13 Fälle seien allein in der jüngsten Berichtswoche Ende März übermittelt worden. Davon wurde bislang jedoch nur einer bestätigt, weitere Bestätigungen stünden noch aus. Das ist laut Lageso die höchste je übermittelte Zahl seit Inkrafttreten des Infektionsschutzgesetzes 2001. 

Asiatische Tigermücke und Gelbfiebermücke: Wie wird das Denguefieber übertragen?

Übertragen wird die Viruserkrankung durch einen Stich einer infizierten Gelbfiebermücke (Aedes aegypti) oder der Asiatischen Tigermücke (Aedes albopictus). „Eine infizierte Mücke kann das Virus für den Rest ihres Lebens übertragen“, informierte das Tropeninstitut. Eine Übertragung von Mensch zu Mensch ist nicht möglich.

Die Asiatische Tigermücke kann das Dengue-Virus übertragen.

Nach Angaben des Robert Koch-Instituts (RKI) kam das Virus lange ausschließlich in tropischen und subtropischen Regionen vor. In den vergangenen Jahrzehnten hat sich das Denguefieber geografisch allerdings ausgebreitet. Grund sind dafür unter anderem die Auswirkungen des Klimawandels, die durch Temperaturanstiege und Hitzewellen günstigere Bedingungen für die Mücken schaffen. Laut RKI ist die Asiatische Tigermücken inzwischen in 13 EU-Ländern verbreitet (Stand 2023). Auch in Deutschland breitet sich die Steckmücke immer weiter aus.

Denguefieber in Deutschland: Das sind mögliche Symptome

  • Plötzliches Fieber
  • Hautausschlag
  • Starken Muskelschmerzen
  • Übelkeit
  • Erbrechen

Die meisten Beschwerden klingen schnell wieder ab. Doch in seltenen, aber schweren Fällen kann hämorrhagisches Denguefieber auftreten. Betroffen sind vor allem junge Erwachsene und Kinder. Tage nach dem Fieber können innere Blutungen auftreten. Es kommt zu einer Störung der Blutplättchen, wodurch die Organe schlechter durchblutet werden. Innerhalb weniger Tage kann es so zum Kreislaufversagen (Dengue-Schock-Syndrom) kommen. Ohne entsprechende Behandlung enden 40 bis 50 Prozent der Fälle tödlich.

In der EU sind derzeit zwei Impfstoffe zugelassen. Die Ständige Impfkommission (Stiko) empfiehlt die Impfung vor allem bei Reisen in Dengue-Endemiegebiete. Eine Zweitinfektion mit dem Virus kann das Risiko für einen schweren Verlauf um das Neunfache erhöhen.

Weltweit immer mehr Fälle von Denguefieber: Wie Sie sich schützen

Bei den in Deutschland gemeldeten Fällen haben sich die Betroffenen im Ausland infiziert. Im vergangenen Jahr wurden laut RKI vermehrt Infektionen nach Ägyptenreisen festgestellt. Daher ist in betroffenen Regionen ein konsequenter Mückenschutz am gesamten Körper unerlässlich, etwa durch langärmelige Kleidung oder Mückenspray. Mit einigen Tipps halten sie sich also die Steckmücken vom Leib. Dabei hängt das Infektionsrisiko unter anderem vom Reiseland, der Reisedauer, Saison sowie der aktuellen Dengue-Aktivität ab. Grundsätzlich sei es aber selten, dass Reisende an einem schweren Verlauf erkranken oder daran sterben.

Diese Viren und Bakterien machen uns krank

Eine mit Coronaviren befallene Zelle
Ende 2019 wurde zum ersten Mal über das Coronavirus Sars-CoV-2 berichtet. Zuerst nur in China diagnostiziert, breitete sich die durch Coronaviren ausgelöste Krankheit Covid-19 weltweit aus. Die Pandemie hat im Jahr 2020 weltweit etwa 1.900.000 Todesopfer gefordert. Auf der Darstellung oben ist eine menschliche Zelle (grün) zu sehen, die mit Coronaviren (gelb) infiziert ist.  © Niaid/dpa
HIV-Virus: Das Virus löst die Immunschwäche Aids aus. Rund 20 Jahre nach seiner Entdeckung ist Aids die verheerendste Infektionskrankheit, die die Menschheit seit der Pest im 14. Jahrhundert herausgefordert hat.
HIV-Virus: Das Virus löst die Immunschwäche Aids aus. Rund 20 Jahre nach seiner Entdeckung ist Aids die verheerendste Infektionskrankheit, die die Menschheit seit der Pest im 14. Jahrhundert herausgefordert hat. © dpa
Pest Erreger Yersinia pestis: Die Infektionserkrankung wird erstmals im 6. Jahrhundert im Mittelmeerraum nachgewiesen. 1894 wird das Bakterium entdeckt. Heutzutage sind bei früher Diagnose die Heilungschancen durch Antibiotika hoch.
Pest Erreger Yersinia pestis: Die Infektionserkrankung wird erstmals im 6. Jahrhundert im Mittelmeerraum nachgewiesen. 1894 wird das Bakterium entdeckt. Heutzutage sind bei früher Diagnose die Heilungschancen durch Antibiotika hoch. © dpa
Ebola Virus: Das Virus verursacht mit inneren Blutungen einhergehendes Fieber. In bis zu 90 Prozent der Fälle verläuft die Krankheit tödlich. Wissenschaftler arbeiten mit Hochdruck an einem Impfstoff.
Ebola Virus: Das Virus verursacht mit inneren Blutungen einhergehendes Fieber. In bis zu 90 Prozent der Fälle verläuft die Krankheit tödlich. Wissenschaftler arbeiten mit Hochdruck an einem Impfstoff. © dpa
Grippe Virus
Grippe Virus: Antigene (gelbe und blaue Antennen) sitzen auf einer doppelten Fettschicht, die sich um die Erbsubstanz im Inneren schließt. Mit der Vermischung verschiedener Virentypen entstehen neue Erbsubstanzen und damit auch Antigene. © dpa
Herpes Virus: Herpes simplex-Viren sind weltweit verbreitet. Nach einer Erstinfektion verbleibt das Virus in einem Ruhezustand lebenslang im Organismus.
Herpes Virus: Herpes simplex-Viren sind weltweit verbreitet. Nach einer Erstinfektion verbleibt das Virus in einem Ruhezustand lebenslang im Organismus. © dpa
Rhinovirus Human rhinovirus 16 (HRV16)
Rhinovirus Human rhinovirus 16 (HRV16): Schnupfen verbreitet sich weltweit durch Rhinoviren. © dpa
Schweinegrippe Virus 1976: Die klassische Schweinegrippe ist ein Influenza-A-Virus vom Subtyp H1N1, der 1930 erstmals isoliert wurde. Daneben sind auch die drei Subtypen H1N2, H3N2 und H3N1 von Bedeutung.
Schweinegrippe Virus 1976: Die klassische Schweinegrippe ist ein Influenza-A-Virus vom Subtyp H1N1, der 1930 erstmals isoliert wurde. Daneben sind auch die drei Subtypen H1N2, H3N2 und H3N1 von Bedeutung. © dpa
Schweinegrippe Virus unter einem Transmissionselektronenmikroskop: 2009 brach die Schweinegrippe in Mexiko aus. Dabei handelt es sich um ein mutiertes Schweinegrippevirus vom Subtyp H1N1, das anders als gewöhnlich auch von Mensch zu Mensch übertragen werden kann.
Schweinegrippe Virus unter einem Transmissionselektronenmikroskop: 2009 brach die Schweinegrippe in Mexiko aus. Dabei handelt es sich um ein mutiertes Schweinegrippevirus vom Subtyp H1N1, das anders als gewöhnlich auch von Mensch zu Mensch übertragen werden kann. © dpa
Spanische Grippe Virus: Die Spanische Grippe (1918) gilt als die schlimmste Grippe-Pandemie aller Zeiten. Bei der Spanischen Grippe handelt es sich um den Virenstrang H1N1, der besonders junge Menschen dahin raffte. Experten schätzen die Zahl der Opfer auf 40 bis 50 Millionen.
Spanische Grippe Virus: Die Spanische Grippe (1918) gilt als die schlimmste Grippe-Pandemie aller Zeiten. Bei der Spanischen Grippe handelt es sich um den Virenstrang H1N1, der besonders junge Menschen dahin raffte. Experten schätzen die Zahl der Opfer auf 40 bis 50 Millionen. © dpa
Auslöser der Tuberkulose sind Bakterien (Mycobacterium tuberculosis)
Tuberkulosebakterium Mycobacterium tuberculosis: Die auch als Schwindsucht bekannte Krankheit ist, obwohl sie heutzutage als heilbar gilt, eine der gefährlichsten Infektionskrankheiten der Welt. © dpa
Vogelgrippe Influenza-A: Schema des Influenza-A-Virus (Computer-Darstellung von Januar 2006). Der aggressive Vogelgrippe-Virus des Subtyps H5N1 gehört zur Gruppe der Influenza-A-Viren, ebenso wie die zahlreichen menschlichen Grippeviren. Das Virus ist kugelrund, sein Durchmesser beträgt nur 0,1 tausendstel Millimeter. In seinem Inneren ist lediglich Platz für ein paar Proteine und die Erbsubstanz.
Vogelgrippe Influenza-A: Schema des Influenza-A-Virus (Computer-Darstellung von Januar 2006). Der aggressive Vogelgrippe-Virus des Subtyps H5N1 gehört zur Gruppe der Influenza-A-Viren, ebenso wie die zahlreichen menschlichen Grippeviren. Das Virus ist kugelrund, sein Durchmesser beträgt nur 0,1 tausendstel Millimeter. In seinem Inneren ist lediglich Platz für ein paar Proteine und die Erbsubstanz. © dpa

Brasilien zählt zu den bekanntesten Risiko-Gebieten. In diesem Jahr erlebte das südamerikanische Land den wohl schwersten Ausbruch seiner Geschichte. Ganze 1,9 Millionen wahrscheinliche Infektionen mit dem Dengue-Virus wurden 2024 registriert (Stand: Ende März). Auslöser dürften heftige Regenfälle und die hohen Temperaturen in den vergangenen Monaten sein. Zuletzt waren auch die Zahlen in Argentinien und Peru gestiegen.

Zwar stecken sich die meisten im Ausland mit Dengue an. Laut Lageso bestehe aber das Risiko, dass sich langfristig auch Menschen in Deutschland mit dem Denguefieber infizieren. (kas/dpa)

Rubriklistenbild: © US CfDCaP/dpa

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