In Baden-Württemberg

Hochwasser sprengt Lärmschutzwand an Bundesstraße – Video zeigt gewaltige Szenen

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Eine Lärmschutzwand hielt den Wassermassen in Baden-Württemberg nicht stand.
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Die Wucht der Wassermassen in den Hochwassergebieten wird immer deutlicher. Autos schwimmen davon, Lärmschutzwände bersten, Straßen sind unbefahrbar.

Ebersbach – Tagelanger Starkregen sorgt für eine brisante Hochwasserlage in Süddeutschland. Weite Teile Bayerns und Baden-Württembergs sind betroffen. Flüsse sind über die Ufer getreten, in etlichen Landkreisen wurde der Katastrophenfall ausgerufen. Die Lage spitzt sich zu, mehrere Orte wurden evakuiert. In Bayern starben zwei Menschen in den Fluten. Wie gefährlich die Wassermassen sind, zeigte sich zuletzt auch in Baden-Württemberg.

Bilder vom Hochwasser in Deutschland: Zahlreiche Orte unter Wasser – es gibt Tote und Vermisste

Pfaffenhofen in Oberbayern ist dramatisch vom Hochwasser betroffen. Die Einsatzkräfte haben einen schweren Verlust zu verkraften. An der Ilm war am Wochenende ein Feuerwehrmann bei einer Rettungsaktion ums Leben gekommen. Doch die Gefahr verlagert sich auch nach Passau und Regensburg.
Pfaffenhofen in Oberbayern ist dramatisch vom Hochwasser betroffen. Die Einsatzkräfte haben einen schweren Verlust zu verkraften. An der Ilm war am Wochenende ein Feuerwehrmann bei einer Rettungsaktion ums Leben gekommen. Eine Frau starb in ihrem gefluteten Keller in Schrobenhausen. Ein Feuerwehrmann wird bei Günzburg vermisst. Doch die Gefahr verlagert sich auch nach Passau und Regensburg. Die Bilder vom Wochenende und vom Montag. © Jason Tschepljakow/dpa
Eine Uferstraße ist vom Hochwasser überschwemmt. Die Drei-Flüsse-Stadt Passau in Niederbayern hat aufgrund des Starkregens ebenfalls mit erheblichem Hochwasser zu kämpfen. Der Pegelstand der Donau stieg am Sonntag auf mehr als 7,70 Meter, wie der Hochwassernachrichtendienst mitteilte. Zahlreiche Straßen und Plätze in Stadtgebiet stehen unter Wasser.
Eine Uferstraße ist vom Hochwasser überschwemmt. Die Drei-Flüsse-Stadt Passau in Niederbayern hat aufgrund des Starkregens ebenfalls mit erheblichem Hochwasser zu kämpfen. Der Pegelstand der Donau stieg am Sonntag auf mehr als 7,70 Meter, wie der Hochwassernachrichtendienst mitteilte. Zahlreiche Straßen und Plätze in Stadtgebiet stehen unter Wasser.  © Markus Zechbauer/Zema Medien/dpa
nden einen Stand von 5,80 Meter erreicht, wie die Stadt mitteilte. Die historische Wurstkuchl wird mit einer Schutzwand vor dem Hochwasser der Donau geschützt.
Das Wasser der Donau steigt und steigt, nun hat auch Regensburg den Katastrophenfall ausgerufen. Die Wasserhöhe am Messpunkt Eiserne Brücke habe in den Morgenstunden einen Stand von 5,80 Meter erreicht, wie die Stadt mitteilte. Die historische Wurstkuchl wird mit einer Schutzwand vor dem Hochwasser der Donau geschützt.  © Armin Weigel/dpa
Auch Menschen in Baden-Württemberg sind weiter in großer Gefahr. Hier ein Blick auf Täferrot, wo der Fluss Lein über die Ufer getreten war und Überschwemmungen verursacht hatte.
Auch Menschen in Baden-Württemberg sind weiter in großer Gefahr. Hier ein Blick auf Täferrot, wo der Fluss Lein über die Ufer getreten war und Überschwemmungen verursacht hatte. © Jason Tschepljakow/dpa
Autos fahren durch eine von Hochwasser betroffene Kreisstraße zwischen Beuren und Illerrieden
Besonders im Süden hat das befürchtete Unwetter voll zugeschlagen. In Baden-Württemberg regnete es seit den Samstag-Morgenstunden (1. Juni) heftig. Straßen wurden geflutet, wie hier zwischen Beuren und Illerrieden. © Marius Bulling/Imago
Hochwasser in Babenhausen (Bayern).
Im Laufe des Samstagvormittags (1. Juni) wurden in fünf bayerischen Landkreisen der Katastrophenfall ausgerufen. Mehrere Menschen mussten mit dem Boot gerettet werden, so wie hier in Babenhausen. © Stefan Puchner/dpa
Feuerwehrleute arbeiten überfluteten Straße in Ichenhausen, nachdem die Günz übergetreten war.
Im Landkreis Günzburg (Bayern) ist die befürchtete Jahrhundertflut eingetreten. Feuerwehrleute arbeiten an überfluteten Straßen in Ichenhausen, nachdem die Günz übergetreten war. (Foto-Collage) © dpa/Foto-Collage
Rettungskräfte fahren die Hochwasserlage in Bayern (Fischbach) mit einem Jetski ab.
In den angrenzenden Landkreisen Günzburg und Augsburg wurde im Laufe des Samstagvormittags der Katastrophenfall ausgerufen, nachdem die Pegelstände stark angestiegen waren. Im Ort Fischbach (Landkreis Augsburg) verschaffen sich Einsatzkräfte mit Jetskis einen Überblick über die Lage. © dpa
Hochwasser nach Extremwetter in Haselbach (Bayern).
Doch auch andere Teile Bayerns sind stark betroffen. In der Gemeinde Haselbach östlich von Regensburg hat der Dauerregen einen Spielplatz komplett unter Wasser gesetzt. © Stefan Puchner/dpa
Hochwasser nach heftigen Unwetter zwang den Rettungshelikopter auszurücken in Bayern.
Der Rettungshelikopter musste ebenfalls ausrücken. Personen mussten aus ihrem Haus auf dem Luftweg befreit werden, da sie sonst nicht mehr herausgekommen wären. © Stefan Puchner/dpa
Feuerwehrleute kämpfen gegen das Hochwasser in Ochsenbach, Baden-Württemberg.
Auch in Baden-Württemberg haben zahlreiche Einsatzkräfte mit dem Unwetter zu kämpfen. In Ochsenbach nordwestlich von Memmingen stapeln Feuerwehrleute Sandsäcke und pumpen Wasser ab. Die schlimmste Unwetter-Zelle hielt sich am Samstag (1. Juni) zwischen München und Stuttgart. © Thomas Warnack/dpa
Hochwasser auch auf den Straßen in Ochsenbach, Baden-Württemberg.
Dennoch waren im Ort zahlreiche Straßen geflutet. Der Deutsche Wetterdienst (DWD) riet von Aufenthalten im Freien ab. © Thomas Warnack/dpa
Unwetter-Lage in Baden-Württemberg.
Hier findet sicher so schnell kein Fußballspiel statt. Eigentlich sollte der SV Daugendorf im Ortsteil der Stadt Riedlingen (Baden-Württemberg) am Samstag (1. Juni) das letzte Spiel der Runde ausrichten. Nach den Unwettern steht der Platz unter Wasser.  © Thomas Warnack/dpa
In Sachsen haben Einsatzkräfte schon am Freitagabend (31. Mai) Vorkehrungen getroffen.
Seit Tagen herrscht in Deutschland die Sorge vor heftigen Unwettern und einer Jahrhundertflut. In vielen Regionen, wie hier in Sachsen, haben Einsatzkräfte schon am Freitagabend (31. Mai) Vorkehrungen getroffen.  © Katrin Mädler/dpa
In Bad Wörishofen im Unterallgäu, staut sich das Hochwasser nach andauernden Regenfällen an.
Im Unterallgäu hatte sich schon am späten Freitagabend (31. Mai) an einigen Stellen Wasser angesammelt. Die Behörden bereiteten am Samstagvormittag eine Evakuierung vor und rieten den Bewohnern freiwillig ihre Häuser zu verlassen. Vor allem in Hanggebieten sind Erdrutsche möglich, warnt der DWD. © Bernd Feil /Imago
Überflutete Straße in Lindau am Bodensee.
In Lindau am Bodensee verschluckte Hochwasser auf gefluteten Straßen in der Nacht zum Samstag einen Van. © Bernd März/dpa

Hochwasser-Katastrophe BaWü: Wassermassen reißen Autos in Rudersberg mit

In Rudersberg rissen die Wassermassen Autos mit. Mehrere landeten auf Bahngleisen, eines auf einem Brunnen. Das ist auf Bildern vom Montag (3. Juni) zu sehen. Auf verschlammten Straßen lag aus Häusern weggespülter Hausrat. Auf einer Brücke sammelte sich massenhaft angespülter Unrat an.

Auf einem Brunnen in Rudersberg steht ein durch ein Hochwasser weggespültes Auto.

Flutwalze durchbricht Lärmschutzwand neben B10 in Ebersbach

In der baden-württembergischen Stadt Ebersbach spitzte sich die Lage am Sonntag (2. Juni) zu. Zu der Südwest Presse sagte Landrat Edgar Wolff am späten Abend: „Wir richten jetzt alles danach aus, Menschenleben zu retten und ziehen alle Register.“ Ebersbach liegt an der Fils (Kreis Göppingen) südöstlich von Stuttgart. Betroffen von dem Hochwasser sind nicht nur Wohngebiete, sondern auch die Bundesstraße 10 in Ebersbach.

Ein Video zeigt die Wucht, die die Wassermassen haben. Dieses kursiert auf den Social-Media-Plattformen. Die Bundesstraße war schon zu Beginn der Aufnahme einseitig vom Hochwasser betroffen, aber noch befahrbar. Eine Lärmschutzwand hielt die Wassermassen dem Anschein nach noch ab. Doch plötzlich durchbrachen sie am Sonntagabend an einer Stelle die Lärmschutzwand. Das völlig verschlammte Wasser strömte auf die Fahrbahnen.

Glück im Unglück: Kein Auto fuhr in diesem Moment an genau dieser Stelle vorbei. Der Passant, der filmte, stand gemeinsam mit anderen auf einer Erhöhung. Nur Sekunden zuvor waren noch zwei PKW durchs Wasser auf der Bundesstraße gepflügt.

Wie das Landratsamt Göppingen mitteilte, komme das Wasser überwiegend von dem Fluss Fils, der in der Nähe verläuft, aber auch von den Hängen. Einsatzkräfte arbeiten am Montag (3. Juni) auf der überfluteten Bundesstraße 10 in der Nähe der geborstenen Lärmschutzwand. Laut Südwest Presse bleibt sie zunächst voll gesperrt (Stand: 3. Juni, 14.25 Uhr).

Eine Entspannung der Wetterlage ist indes offenbar nicht in Sicht. Zwar erklärte ein Meteorologe am Sonntag zu IPPEN.MEDIA, dass „der größte Batzen“ durch sei. Ein Experte sagte am Montag allerdings einen Regen-Nachschlag voraus. Die Wetterprognose ist düsterer als noch am Sonntag. (mbr)

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