Der Fischerring: Eines der wichtigsten Insignien des Papstes
Der Siegelring, der sogenannte Fischerring, trägt traditionell das Bild eines Fisches. Das soll eine Hommage an den heiligen Petrus, den Fischer sein – der erste Papst. Dieser ist ebenfalls darauf zu sehen. Meist, wie er das Fischernetz auswirft. Der Ring verweist auf das Matthäusevangelium, wo Jesus auf die beiden fischenden Brüder Andreas und Petrus trifft und sie auffordert: „Folget mir nach. Ich will euch zu Menschenfischern machen“ (Mt 4, 18f.), so das Bistum Essen. Der Ring wurde bis ins 19. Jahrhundert auch zum Versiegeln offizieller Dokumente verwendet, um deren Echtheit zu bestätigen, so oe24.de.
Für jeden Papst wird der Siegelring extra angefertigt und trägt auch den eingravierten Namen des Papstes. Meistens ist der Ring aus Gold geschmiedet, wie etwa noch bei Papst Benedikt XVI. und Johannes Paul II. Hier stach die Wahl von Papst Franziskus hervor: Er wollte bescheiden sein, bezeichnete sich als Papst der Armen. Genauso wie bei seiner Beerdigung in einem Holzsarg. So wählte er auch einen silbernen Ring mit Vergoldung, der zudem nicht eigens für ihn angefertigt wurde, wiekatholisch.de berichtet. Er soll ihn aus einer Auswahl erwählt haben.
Nach dem Tod von Papst Franziskus wird der Fischerring vernichtet
Nach dem Tod wird der Ring zerstört, wie laut katholisch.de in Artikel 13 der Ordnung für die Sedisvakanz und Papstwahl, die Apostolische Konstitution Universi Dominici gregis, geschrieben steht. Die Generalkongregationen solle darüber wachen: „Sie sollen dafür sorgen, dass der Fischerring und das Bleisiegel, mit denen die Apostolischen Schreiben versehen werden, vernichtet werden.“
Wie newsweek.com beschreibt, leite das Vernichten einerseits das Ende des Pontifikats ein. So werde unterstrichen, dass die Autorität von Papst Franziskus endet und der Weg für ein neues Kirchenoberhaupt frei sei. Andererseits verhindere die Zerstörung des Ringes auch Missbrauch. Denn damit könnte sich ein Betrüger nicht nur als Papst ausgeben, sondern auch Dokumente fälschen. Der Ring wird heute allerdings nicht mehr als Siegel verwendet. Die Zerstörung erfolge dann durch den Camerlengo, dem Kardinalskämmerer, unter den Augen der höchsten Würdenträger.
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Papst Franziskus trug häufig einen schlichten Silberring
Papst Franziskus trug statt des Fischerrings häufig allerdings einen schlichten Silberring mit Kreuz. Er ist auf vielen Fotografien des ehemaligen Kirchenoberhaupts zu sehen – und nun auch wieder auf den Fotos aus seinem offenen Sarkophag.
Denn der Leichnam des verstorbenen Papstes wird für die Gläubigen einige Tage aufgebahrt. Dabei ist die Symbolik ebenfalls wichtig – und so trägt der geschiedene Papst dann in der Regel auch einen Ring am Finger. Im Fall von Papst Franziskus konnte am Ringfinger des Verstorbenen sein silberner Ring entdeckt werden. Dieser stammt noch aus seiner Zeit als Erzbischof von Buenos Aires. (jh)