Berühmter Alpenort wegen Schneemassen von Außenwelt abgeschnitten – Unwetter-Warnung für Touristen
VonMaximilian Kettenbach
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Der Skiort Zermatt ist von der Außenwelt abgeschnitten. Dort fielen mehr als 50 Zentimeter Neuschnee. Die Behörden greifen durch.
Frankfurt – Nach Italien ist vor allem die Schweiz von schweren Unwettern heimgesucht worden. Besonders trifft es im Alpenland den Kanton Wallis, auch berühmt für seine 4000er und damit bei zahlreichen Urlauberinnen und Urlaubern sehr beliebt.
Alpen-Unwetter: Schneefälle und Regen treffen Italien und die Schweiz
Doch starke Schnee- und Regenfälle haben in der Nacht zum Donnerstag (17. April) in der südwestlichen Schweiz massive Verkehrsprobleme und Stromausfälle ausgelöst. Der bekannte Skiort Zermatt sei von der Außenwelt abgeschnitten und von Stromausfällen betroffen, sagte eine Vertreterin des Tourismusbüros. In Italien sind ganze Landstriche durch Erdrutsche ähnlich abgeschottet. Zahlreiche Menschen wurden dort sogar evakuiert. Nach Angaben des Senders SRF wurden in Zermatt 55 Zentimeter Neuschnee gemessen. Auf dem Gebirgspass Großer St. Bernhard waren es sogar 100 Zentimeter.
Am frühen Donnerstagmorgen informierte die Matterhorn Gotthard Bahn dann sogar, dass aktuell keine Reisemöglichkeit von/nach Zermatt bestehe. Infolge des Unwetters sei die Strecke zwischen Visp und Zermatt unterbrochen.
Update Unterbruch Mattertal: Ab Betriebsbeginn ist die Strecke zwischen Visp und Zermatt infolge Unwetter unterbrochen. Zwischen Visp und Täsch verkehren Ersatzbusse. Es besteht keine Reisemöglichkeit von/nach Zermatt. Nächste Lagebeurteilung ca. 9h.
Kein Strom, kein Zug, keine Straße offen in Zermatt
Das Portal 20minuten.ch meldete bereits in der Nacht Stromausfälle: „Zermatt ist dunkel“, hieß es. Zwei Touristen aus den USA wurden demnach sogar aus ihren Hotels ausgeschlossen, da der elektronische Schlüsselcode wegen des Stromausfalls nicht mehr funktionierte. Die beiden Touristen wollten am Bahnhof Zermatt bis zum Morgen ausharren.
Auch auf den Straßen sei wegen des starken Schneefalls kein Durchkommen. Offenbar ist die Zubringerstraße Täsch-Zermatt in beide Richtungen gesperrt, es herrscht ohnehin nahezu überall Lawinengefahr. Neben Zermatt sind zahlreiche weitere Gemeinden betroffen. Darunter Kandersteg und Adelboden sowie das Simmental.
Sturzfluten, Erdrutsche und jetzt noch Schnee – Bilder zeigen heftiges Ausmaß des Italien-Unwetters
Zermatt/Wallis: Schulen und Supermärkte bleiben dicht
Im Wallis sowie in Teilen der Kantone Bern und Tessin galt am Donnerstag nach Angaben der Schweizer Behörden große Lawinengefahr – die zweithöchste Gefahrenstufe. Laut der Wetterbehörde MeteoSchweiz herrscht an Gewässern wie der Rhone oder dem Lago Maggiore „mäßige“ Hochwassergefahr. Die intensivste Phase der Niederschläge werde voraussichtlich bis Donnerstagmittag andauern, hieß es.
In Saas-Fee, einer Gemeinde im Wallis, bleiben die Supermärkte zur Stunde geschlossen, berichtet das Portal pomona.ch. In Zermatt öffneten sie erst um die Mittagszeit. Da in der Nacht mehrmals der Strom ausfiel, müsse sichergestellt werden, dass aufgrund der ausgefallenen Kühlung keine Lebensmittel verdorben sind. Die Behörden mahnen, zu Hause zu bleiben. Im Dorf sind spontane Lawinenabgänge aus der Ferne zu hören.
Schweizer Kanton ruft wegen Schneemassen „besondere Lage“ aus – Warnung an Urlauber
Angesichts der Lage hat der Kanton für Wallis am Donnerstag beschlossen, die besondere Lage auszurufen. Es falle außergewöhnlich viel Schnee, hieß es. In allen Höhenlagen könne es zu Lawinen und umstürzenden Bäumen kommen. Die Schulen aller Stufen, einschließlich der Berufsschulen, bleiben am Donnerstag (17. April), geschlossen. Außerdem werden Urlauberinnen und Urlauber gewarnt: „Personen, die für heute eine Reise ins Wallis für die Osterferien geplant hatten, werden gebeten, ihre Anreise nach Möglichkeit um einen Tag zu verschieben“, heißt es weiter 20minuten.ch zufolge weiter. Meteorologe Dominik Jung hatte im Vorfeld geraten, Reisen in betroffene Gebiete abzusagen.
Zermatt und weite Teilen der Schweiz wurden von regelrechten Schneemassen heimgesucht. Strom- und Zugausfälle sind die Folgen. Viele Schulen sind dicht.
Auch in der Walliser Kantonshauptstadt Sitten wurde aus Sicherheitsgründen für den gesamten Auto- und Fußgängerverkehr gesperrt. Die Bevölkerung wurde gebeten, zu Hause zu bleiben, nachdem wegen des Schneefalls Bäume umgestürzt waren.
Bitter: Auch in Italien sind Gegenden betroffen, in denen sich über die Ostertage normalerweise viele Urlauberinnen und Urlauber aufhalten, darunter Südtirol, das Piemont und die Lombardei mit der Hauptstadt Mailand. In der Stadt Pinerolo, etwa 60 Kilometer entfernt von Turin, empfahl die Gemeindeverwaltung der Bevölkerung, zu Hause zu bleiben. Und selbst Kroatien bekommt Unwetter ab. (mke)