Weitere Unwetter im Anmarsch

Nach verheerendem Orkan Ciarán – Italien-Region droht eine Sturmflut

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  • Kilian Bäuml
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    Sandra Sporer

Nach dem verheerenden Sturm Ciarán haben die Aufräumarbeiten in Italien gerade erst begonnen. Ein neuer Sturm könnte die Lage nun weiter verschärfen.

Update vom 05. November, 11.28 Uhr: In der Nacht auf Sonntag wurde die Toskana erneut von starken Regenfällen und Stürmen heimgesucht. Über 16.000 Haushalte blieben ohne Strom. Zusätzlich wurden etwa 1.200 Menschen aus einem Gebiet nahe Florenz präventiv evakuiert. Dies teilte Eugenio Giani, der Präsident der populären Urlaubsregion, am Morgen mit.

Seit Donnerstagabend wütet das Unwetter in der Gegend. Mindestens sieben Menschen haben dabei ihr Leben verloren. Besonders betroffen von den heftigen Unwettern waren die Provinzen Prato und Pistoia. Der Fluss Bisenzio und einige kleinere Bäche traten über die Ufer. Ganze Ortschaften wurden überschwemmt.

Inzwischen haben in den Gemeinden, in denen das Wasser zurückgegangen ist, die Aufräumarbeiten begonnen. „Unsere Toskana ist zwar verwundet, aber wir sind bereits am Wiederaufbau. Forza!“, postete Giani auf Facebook.

Auch in anderen Regionen Nord- und Mittelitaliens verursachten die Unwetter Probleme. In Venetien, der Lombardei, der Emilia-Romagna und Ligurien gab es starke Regenfälle und Stürme. Videos zeigten, wie die Orte der Cinque Terre an der italienischen Riviera in Ligurien von massiven und hohen Wellen getroffen wurden. Laut Medienberichten drang das Wasser der Wellen teilweise sogar in die historischen Stadtkerne vor. Ligurien kann es sogar noch schlimmer treffen. Noch immer gilt die Sturmwarnung.

„Wir erneuern den an die Bürger gerichteten Appell mit Nachdruck, ein auf größtmögliche Vorsicht ausgerichtetes Verhalten beizubehalten“, bitten der Präsident der Region Ligurien, Giovanni Toti, und der Stadtrat für Katastrophenschutz, Giacomo Giampedrone. Videos zeigen, wie sich zahlreiche Menschen leichtsinnig den riesigen Wellen nähern, um Fotos und Videos zu machen. Beide erwarten noch am Sonntag Sturmfluten an den Küsten Liguriens.

In Venedig mussten die Flutschutztore (“Mose“) erneut aktiviert werden. Dies diente dazu, die Stadt in der Lagune vor Hochwasser zu schützen.

Update vom 05. November, 06.59 Uhr: Nach den schweren Unwettern in Italien gehen die Aufräumarbeiten in den betroffenen Gebieten im Norden und Zentrum des Mittelmeerlandes weiter. Besonders die Gegenden nördlich und westlich von Florenz in der beliebten Urlaubsregion Toskana wurden von den heftigen Regenfällen getroffen. Dort kamen sieben Menschen ums Leben, eine Person wird vermisst. Die vorläufigen Schäden beliefen sich auf ungefähr 300 Millionen Euro, sagte der Präsident der Region Toskana, Eugenio Giani, am Samstag. Dies sei allerdings eine erste und sicher unvollständige Schätzung.

Am Samstag war in vielen Gemeinden das Wasser nach den Überschwemmungen zurückgegangen. In einigen Orten steht das Wasser jedoch unverändert hoch. Insbesondere die Ortschaften, durch die der über die Ufer getretene Fluss Bisenzio fließt, kämpfen weiter gegen die gewaltigen Wassermassen. „Das Wasser kam von allen Seiten“, sagte ein Mann aus einem betroffenen Ort im italienischen Fernsehen. Tausende Haushalte in der Region hatten sogar keinen Strom. Italien erlebte in diesem Jahr schon mehrfach starke Unwetter, die noch jahrelange Folgen haben werden.

Nächster Sturm bereits unterwegs: Wetter-Experten sagen weitere Unwetter voraus

Erstmeldung vom 4. November 2023: Rom – Der Sturm Ciarán hat in Italien gewaltige Schäden verursacht. Schlamm und Wasserfluten haben unzählige Wohnungen zerstört. In der Toskana hat der Sturm sechs Todesopfer gefordert. Darüber hinaus ist die Stromversorgung in großen Teilen der Region immer noch unterbrochen. Die enormen Schäden sind unter anderem auch darauf zurückzuführen, dass das lokale Wetterwarnsystem versagte. Und die Wetterlage bleibt auch weiterhin angespannt. Denn obwohl Ciarán mittlerweile weitergezogen ist, nähert sich bereits ein neuer Sturm.

Wetterexperten sind über die neuen Vorhersagen für das Wochenende in großer Sorge. Es zeichnen sich bereits weitere Niederschläge ab. Das Wetterportal ilmeteo.it prognostiziert für den Samstagnachmittag weitere Regenschauer. Diese sollen auch am Sonntag anhalten.

Zwei Tiefdruckgebiete sind die Ursache für die anhaltende instabile Wetterlage. Einerseits das Tiefdruckgebiet Gordian, das sich über den Südalpen formiert hat, und andererseits der Sturm Domingos, der seinen Ursprung im Atlantik hat und nun auf Europa zusteuert. Laut wetter.de könnten in einigen Gebieten mehr als 100 Liter Niederschlag pro Quadratmeter fallen. Zudem werden Orkanböen mit Geschwindigkeiten von 140 bis 160 km/h erwartet.

Große Schäden durch Sturm Ciarán in Italien – Toskana besonders hart getroffen

Dabei liegen heftige Unwetter erst hinter den Menschen und die Aufräumarbeiten sind beschwerlich. Die Böden sind durch die jüngsten Niederschläge gesättigt, so eine dpa-Nachricht. Bei weiteren Regenfällen besteht daher eine erhöhte Gefahr für zusätzliche Erdrutsche und Überflutungen. Die bisher entstandenen Schäden belaufen sich bereits auf 300 Millionen Euro, sagt Eugenio Giani, der Präsident der Toskana-Region. Dies sei jedoch nur eine erste, vorläufige Schätzung.

Das Gebiet unweit von Florenz gleicht aus der Luft gesehen einer Seenlandschaft. Ganze Straßenzüge und Felder sind überschwemmt. Binnen weniger Minuten soll Sturmtief „Ciaran“ 155 Millimeter Regen gebracht haben.

Mancherorts kann bereits mit den Aufräumarbeiten begonnen werden. In diesen Gemeinden ist das Ausmaß der Zerstörung bereits sichtbar. So berichtet die dpa etwa, dass sich in den Gemeinden Prato, Montemurlo und Quarrata entlang der Straßen durchnässte Möbel und andere zerstörte Gegenstände türmten. Die Straßen sind unter Schlamm begraben und viele Gebäude durch die Wassermassen zerstört.

Die am Fluss Bisenzio gelegen Gemeinden sind weiterhin überschwemmt. „Das Wasser kam von allen Seiten, von hier, von da, man konnte es nicht aufhalten. Wir haben alles verloren“, erzählt ein Bewohner der Gemeinde Campi Bisenzio im italienischen Fernsehen über die von Ciarán verursachten Überschwemmungen.

Sturmtief „Ciaran“ verwüstet Europa: Aufnahmen verdeutlichen die Wucht des Orkans

Vielerorts hat der Orkan „Ciaran“ an der Küste für Meter hohe Wellen gesorgt, die auf das Land geprallt sind.
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In der Region Asturien (Spanien) hat Sturmtief „Ciaran“ („Emir“) riesige Wellen verursacht.
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In Italien sorgte Sturmtief „Ciaran“ vielerorts für heftige Überschwemmungen.
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Sturmtief „Ciaran“ bringt heftige Unwetter in die Toskana (Italien).
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Ein Passagier der „Mein Schiff 3“ dokumentiert auf Facebook, wie Sturmtief „Ciaran“ über den Dampfer hinwegfegt. (Foto-Montage)
Ein Passagier der „Mein Schiff 3“ dokumentiert auf Facebook, wie Sturmtief „Ciaran“ über den Dampfer hinwegfegt. (Foto-Montage) © Facebook/Knud Jetten
Sturm-Gefahr auf dem Brocken: Windböen mit Spitzengeschwindigkeiten von über 100 Km/h machen es Wanderern schwer, sich auf dem Berg in Sachsen-Anhalt aufrecht zu halten.
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Die Dackelhündin Susi jagt am Strand nach umherfliegenden Gräsern. Der Deutsche Wetterdienst hat eine Sturmwarnung für Teile der Nordseeküste herausgegeben.
Die Dackelhündin Susi jagt am Strand nach umherfliegenden Gräsern. Der Deutsche Wetterdienst hat eine Sturmwarnung für Teile der Nordseeküste herausgegeben. © Sina Schuldt/dpa
Angeschwemmte Boote liegen am Strand in der Bretagne (Frankreich) im Sand.
Angeschwemmte Boote liegen am Strand in der Bretagne (Frankreich) im Sand. Das Orkantief „Ciaran“ bedroht Teile von Europa mit einer Windgeschwindigkeit von bis zu 180 Km/h, heftige Regenfälle und riesige Wellen trafen in der Nacht auf die französische Atlantikküste. © Jeremias Gonzalez/dpa
Schaum und Gischt fließen über eine Straße in Westfrankreich (2. November 2023), als der Sturm „Ciaran“ über die Region zieht.
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Ein Mann geht durch das Hochwasser in Nordirland, wo Sturmtief „Ciaran“ tagelange heftigen Regenfällen brachte.
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Sturm-Gefahr auf dem Brocken: Tief Emir hat den Harzerreicht.
Sturm-Gefahr auf dem Brocken: Tief Emir hat den Harzerreicht. Auf dem Brocken herrschen starke Windböen mit Spitzengeschwindigkeiten von über 100 Stundenkilometern. Wanderer hatten Mühe sich bei dem Wind aufrecht bau halten. © Matthias Bein/dpa

Ausläufer der Unwetter in Italien werden auch in Deutschland zu spüren sein

Auch an uns wird die Wetterlage in den kommenden Tagen nicht spurlos vorbeigehen, berichtet wetter.de. Allerdings wird Deutschland nicht so stark betroffen sein wie Italien. Dennoch sollte man die Wetterbedingungen nicht unterschätzen.

Wie in ganz Europa tobte auch in Deutschland der Orkan Ciarán. Deutschland steht somit vor der zweiten Unwetterlage innerhalb kurzer Zeit. Ein vorzeitiger Wintereinbruch, wie zuvor vorhergesagt, wird jedoch vorerst ausbleiben. Ganz anders sieht es im Nachbarland Österreich aus. Dort fielen bis zu 60 cm Neuschnee. (sp)

Für diesen von der Redaktion geschriebenen Artikel wurde maschinelle Unterstützung genutzt. Der Artikel wurde vor Veröffentlichung von Redakteurin Sandra Sporer sorgfältig überprüft.

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