Unwetter-Drama in beliebten Urlaubsländern: Straßen überflutet, Autos mitgerissen - mindestens drei Tote
VonVeronika Arnold
schließen
Unwetter mit Extremregen zogen am Wochenende über südliche Urlaubsländer Europas. In Spanien kamen zwei Menschen ums Leben.
Update vom 23. September, 5:49 Uhr: In der Nähe von Barcelona wurde laut publico.es eine zweite Leiche im Bereich des verstorbenen Jungen gefunden. Dabei soll es sich offenbar um den Vater des Kindes handeln. Damit steigt die Anzahl der Todesopfer in Spanien auf zwei – während in Frankreich eine gestorbene Person gemeldet wurde.
Die Behörden warnen auch am Dienstag vor weiteren extremen Niederschlägen, da ein ausgeprägtes Tiefdruckgebiet über Westeuropa weiterhin feuchte und instabile Luftmassen in den Mittelmeerraum schiebt, wie wetter.at berichtet.
Update vom 22. September, 14:17 Uhr: Nach den heftigen Unwettern in Spanien und Frankreich wurde nun ein zweites Todesopfer bestätigt. Eine 55-jährige Frau starb in der Bretagne in ihrem Auto, wie die französischen Behörden am Montag (22. September) mitteilten. Nach Angaben der Präfektur des Départements Côtes-d‘Armor sei die Frau auf einer überfluteten Straße unterwegs gewesen und habe das Fahrzeug vor den ansteigenden Wassermassen nicht mehr rechtzeitig verlassen können.
In der Nähe von Barcelona in Nordostspanien war am Vortag bereits eine Leiche in einem Fluss geborgen worden. Ob es sich um einen von zwei Vermissten handelte, deren Auto zuvor von den Wassermassen mitgerissen worden war, ist weiterhin unklar.
Erstmeldung vom 22. September 2025, 09:30 Uhr: Barcelona – Es sind dramatische Bilder, die aus Spanien und Frankreich von Sonntag (21. September 2025) zu sehen sind. Starkregen hatte extremes Hochwasser ausgelöst, Straßen überflutet und Autos mitgerissen. Bei den heftigen Unwettern in Katalonien im Nordosten Spaniens ist mindestens ein Mensch ums Leben. Rettungskräfte bargen eine Leiche aus einem Fluss im Ort Sant Pere de Riudebitlles nahe Barcelona, wie Kataloniens Präsident Salvador Illa Roca auf der Plattform X bestätigte.
In Frankreich und Spanien haben heftige Regenfälle Straßen geflutet und Autos mitgerissen. Hier Aufnahmen aus der Region zwischen Avignon, Marseille und Toulon aus einem Facebook-Video.
Lokalen Medien zufolge, handelt es sich dabei um einen elf Jahre alten Jungen, der zusammen mit seinem Vater im Auto unterwegs war, als das Fahrzeug von Wassermassen mitgerissen wurde. Wie die spanische TageszeitungAra online berichtet, soll der Vater gegen 18.30 Uhr versucht haben, mit seinem Auto eine überflutete Stelle zu durchqueren. Augenzeugen warnten ihn davor. „Sie sagten ihm, er solle nicht überqueren, aber er tat es“, so Augenzeugenberichte. Offiziell bestätigt sind diese Angaben bisher nicht.
Extreme Regenfälle in Spanien - 40 Liter in einer halben Stunde
Die Naturgewalt des Unwetters zeigte sich in den Messwerten: Wie mehrere lokale Medien unter Berufung auf den spanischen Wetterdienst AEMET berichten, wurden in Teilen Kataloniens innerhalb einer halben Stunde Niederschlagsmengen von bis zu 40 Litern pro Quadratmeter registriert. Die Folgen waren dramatisch. Feuerwehrleute mussten laut Zivilschutz 27 Menschen retten, die nach einem Erdrutsch in der Standseilbahn Sant Joan am Kloster Montserrat nordwestlich von Barcelona festsaßen.
Der Verkehr in der Region kam teilweise zum Erliegen. Am Flughafen Barcelona fielen zahlreiche Flüge aus oder starteten mit erheblicher Verspätung. Mehrere Bahnstrecken wurden durch Erdrutsche und umgestürzte Bäume blockiert, was den Zugverkehr erheblich beeinträchtigte.
Tornados, Wüstenstürme, Zyklone: Wetterphänomene, die Sie kennen sollten
Dramatische Bilder: Extreme Unwetter auch in Frankreich
Auch das Nachbarland Frankreich blieb vom Extrem-Wetter nicht verschont. Die Behörden meldeten Stromausfälle in rund 10.000 Haushalten. Der Flughafen Marseille musste etwa ein Dutzend Flüge umleiten, die Maschinen wichen auf andere Städte aus. Ein für Sonntag angesetztes Fußballspiel zwischen Marseille und Paris Saint-Germain wurde auf Montag (22. September) verlegt. In Deutschland sind ebenfalls extreme Regenfälle vorausgesagt.
Die aktuellen Ereignisse wecken in Spanien schmerzhafte Erinnerungen. Im Oktober vergangenen Jahres hatten heftige Regenfälle im Osten und Süden des Landes zu verheerenden Überschwemmungen geführt. Besonders die Provinz Valencia traf es hart. Nach Regierungsangaben kamen damals 236 Menschen ums Leben – die schlimmste Katastrophe dieser Art seit Jahrzehnten in Spanien.
Wissenschaftler sehen einen klaren Zusammenhang zwischen der Häufung solcher Extremwetterereignisse und dem Klimawandel. Eine wärmere Atmosphäre kann mehr Wasser aufnehmen, das dann in Form von Starkregen niedergeht und das Risiko sowie die Intensität von Überschwemmungen erhöht. (Quellen: Spanischer Wetterdienst AEMET, X-Account von Salvador Illa Roca, Online-Artikel der Ara, AFP) (va)