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Teresa Toth
Nadja Orth
Moritz Bletzinger
Alina Schröder
Videos und Bilder zeigen, wie dramatisch die Unwetter-Lage vor allem rund um Valencia ist. Es gibt Berichte über Lebensmittelengpässe.
Update vom 1. November, 11.37 Uhr: Dieser News-Ticker ist beendet. Die neuesten Nachrichten finden Sie in unserem aktuellen News-Ticker zur Unwetter-Katastrophe in Spanien.
Update vom 1. November, 9.27 Uhr: Wieder tiefrote Unwetterwarnung im Süden von Spanien. Der staatliche Wetterdienst befürchtet bis zu 140 mm Regen in kurzer Zeit an der Küste von Huelva. Hier gilt „extremes Risiko“.
Orangefarbene Warnungen, also „erhebliches Risiko“, gelten am heutigen Freitag in Andévalo und Conadado sowie Aracena im Süden. Für weite Teile der Ostküste und Mallorca.
Update vom 1. November, 5.56 Uhr: Die extremen Niederschläge in Spanien, die mindestens 158 Menschenleben forderten, haben in vielen Gebieten zu einem Mangel an Nahrung, Wasser und Elektrizität geführt. Die spanische Regierung hat angekündigt, ab Freitag weitere 500 Soldaten in die betroffene Region zu schicken, um die Logistik und die Verteilung von Hilfsgütern zu gewährleisten.
Der Bürgermeister von Alfafar, Juan Ramón Adsuara, teilte dem Fernsehsender À Punt in der Provinz Valencia mit: „Wir mussten einen Supermarkt ausräumen, um Lebensmittel an die Bevölkerung zu verteilen“. In der 20.000 Einwohner zählenden Gemeinde lebten noch immer Menschen mit Toten in ihren Häusern. Über 1200 Soldaten sind bereits an den Rettungsmaßnahmen beteiligt.
Nach verheerenden Unwettern in Spanien: Unbewachte Einkaufszentren geplündert
Bewohner, freiwillige Helfer und Rettungsdienste räumen Schlamm, Schutt und weggespülte Autos von den Straßen. Die heftigen Unwetter, die am Dienstag vor allem die Mittelmeerregion Valencia heimsuchten, forderten allein in der gleichnamigen Provinz 155 der bestätigten Todesopfer. Auch andere bei Touristen beliebte Mittelmeerregionen wie Andalusien und Murcia sowie Kastilien-La Mancha im Landesinneren waren von den Unwettern betroffen.
Ángel Víctor Torres, der spanische Minister für Territorialpolitik, gab nach einer Krisenkomiteesitzung bekannt, dass immer noch Dutzende Menschen vermisst werden. Aufgrund der hohen Zahl an Todesopfern werden zusätzliche Forensiker in das Katastrophengebiet entsandt und bei Bedarf auch internationale Hilfe angefordert.
Obwohl Fortschritte bei der Wiederherstellung der Infrastruktur und der Räumung blockierter Straßen erzielt wurden, bleibt die Situation laut dem Minister weiterhin angespannt. Zehntausende Haushalte sind immer noch ohne Strom. Nach Plünderungen in Geschäften und Wohnungen wird die Polizei ihre Präsenz erhöhen. Medienberichte weisen darauf hin, dass in unbewachten Einkaufszentren nach der Katastrophe unter anderem Elektronik, Schmuck und Parfüm gestohlen wurden. Die Nationalpolizei hat 39 Verdächtige festgenommen.
Schwere Unwetter in Spanien: Sturm rollt über nächste Region – „Dasselbe Muster wie in Valencia“
Update vom 31. Oktober, 16.27 Uhr: Jetzt ist die Zahl der Todesopfer in Spanien mittlerweile sogar auf 158 gestiegen. Das ergibt sich aus der Meldung von Behörden aus Valencia über mindestens 155 Unwetter-Tote, zwei weitere Menschen starben in Kastilien-La Mancha und eine Person in Andalusien.
Update vom 31. Oktober, 16.06 Uhr: Wie die spanische Nachrichtenagentur EFE meldet, liegt die Opferzahl insgesamt mittlerweile bei mindestens 140. Die Zahl steigt stetig, seit die Such- und Aufräumarbeiten am Donnerstagmorgen intensiviert wurden.
Update vom 31. Oktober, 15.07 Uhr: Was steckt eigentlich hinter den verheerenden Unwettern in Spanien? Verantwortlich ist das Wetterphänomen „Gota fría“ oder zu Deutsch: „Kalter Tropfen“. Auch als DANA-Phänomen bekannt. Dabei handelt es sich um ein wiederkehrendes Phänomen in der Mittelmeer-Region. Ausmaße wie jetzt hatte es aber seit 50 Jahren nicht erreicht.
Update vom 31. Oktober, 14.53 Uhr: „Es ist dasselbe Muster wie bei dem, was gestern in Valencia passiert ist“, schreibt das spanische Geoinstitut zum aufkommenden Unwetter in der Provinz Castellón. In Küstennähe kommt es zu heftigen Stürmen, weiter im Landesinneren zu starken Niederschlägen. „Wegen Überflutungen ist Vorsicht geboten“, schreibt die Behörden und in den sozialen Medien mehren sich die Aufnahmen von überfluteten Flüßen.
Update vom 31. Oktober, 14.36 Uhr: Handy-Alarm in vier Regionen. Die katalanische Regierung schickt Warnungen nach Baix Ebre, Montsià, Ribera d‘Ebre und Terre Alta. Die Bevölkerung wird aufgerufen, sich möglichst nicht im Freien zu bewegen und „extreme Vorsicht“ in den von Überflutungen gefährdeten Bereichen walten zu lassen.
Update vom 31. Oktober, 13.52 Uhr: Mindestens 104 Menschen sind gestorben. Die Zahl der Unwettertoten in Spanien überschreitet nach dem Fund weiterer Opfer in Valencia eine traurige Marke.
Update vom 31. Oktober, 13.25 Uhr: In Castellón stehen die ersten Straßen unter Wasser. Videos in den sozialen Medien zeigen, dass die befürchteten Überschwemmungen tatsächlich eingetreten sind. Noch ist das Ausmaß offenbar zu bewältigen, Autos und Busse kämpfen sich durch die etwa knöchelhohen Wassermassen.
Derweil mischt sich Kritk unter die Posts im Internet. „Menschen gehen zur Arbeit, Schulen setzten den Unterricht nicht aus. Die Wirtschaft steht über der Sicherheit“, beklagt ein Mann bei X. Eine Studentin berichtet: „Hier musste ich mit dem Bus durch und als ich da war, wurde mein Kurs in letzter Minute gestrichen. Das ist unfassbar für mich.“
Que haya tenido que ir 1 hora en autobús para ir a clase porque no me las han suspendido y tener que pasar por aquí, (Avenida Valencia en Castellón) y que una vez estando aquí me cancelen las clases de la UJI en último momento me parece increíble pic.twitter.com/biDDLrUjvw
— oly🩷 (@_olayaa_) October 31, 2024
Update vom 31. Oktober, 12.24 Uhr: Die Unwetter-Notlage ist „noch nicht beendet“, warnt Spaniens König Felipe VI., es gebe immer noch Risikoprognosen. Konkret gelten Castellón und die Südküste von Tarragona am Donnerstag als gefährdet. Hier rechnet der staatliche Wetterdienst Aemet mit erneut starken Niederschlägen.
Update vom 31. Oktober, 12.17 Uhr: In Letur läuft weiterhin die Suche nach fünf vermissten Personen. Bürgermeister Sergio Marín appelliert allerdings, dass sich keine Freiwilligen in die Stadt begeben. Hilfe werde erst in Zukunft zum Wiederaufbau notwendig.
57 Soldaten hatten sich bereits am Vortag der Vermisstensuche angeschlossen. „Der Einmarsch der Armee war von entscheidender Bedeutung“, sagte der Regierungsdelegierte der Region dem TV-Sender TVE.
Update vom 31. Oktober, 11.36 Uhr: Unschöne Szenen in den von Unwettern getroffenen Gebieten. In den letzten Stunden wurden laut El País 39 Personen wegen Plünderungen festgenommen. Überfälle konzentrierten sich demnach auf das Einkaufszentrum Bonaire (Valencia), die Stadt Aldia und das MN4 in Alfafar. B
Besonders kritisch: Die Behörden waren gezwungen, Einsatzkräfte von den Rettungs- und Suchtrupps abzuziehen, um Patrouillen in den betroffenen Gebieten aufzubauen.
Update vom 31. Oktober, 9.54 Uhr: Während in Valencia die Aufräumarbeiten vorangehen, droht etwas weiter nördlich das nächste schwere Unwetter. Der staatliche Wetterdienst Aemet warnt vor „extremer Gefahr“ im Norden der Provinz Castellón. Bis 14 Uhr gilt Alarmstufe rot.
Der Wetterdienst befürchtet bis zu 180 Liter Regen pro Quadratmeter in kurzer Zeit, was zu neuen Überschwemmungen führen könnte. „Reisen Sie nicht in die Gebiete, außer es ist absolut notwendig“, appelliert Aemet.
Auch für Valencia gilt eine orangefarbene Warnung, ebenso wie in Katalonien. Die Wetterlage bleibt voraussichtlich mindestens noch den gesamten Donnerstag über kritisch.
Update vom 31. Oktober, 8.20 Uhr: Die erste Phase der Rettungs- und Aufräumarbeiten sei abgeschlossen, sagte der Regierungschef der am meisten betroffenen Region Valencia, Carlos Mazón, in der Nacht zum Donnerstag. Nach etwa 70 Einsätzen aus der Luft seien augenscheinlich alle Menschen gerettet worden, die sich auf Hausdächer geflüchtet hatten. Die Einsatzkräfte hätten inzwischen auch alle betroffenen Ortschaften erreichen können.
Die Suche nach Vermissten wird fortgesetzt. Im Laufe des Morgens wird Spaniens Ministerpräsident Pedro Sánchez in Valencia erwartet.
Auf X machen derweil Fotos vom Fluss Turia die Runde: Das Flussbett ist seit den 1950er Jahren eigentlich weitestgehend trockengelegt und dient in Valencia als grüne Parkfläche, nun hat sich dieses durch die starken Regenfälle aber örtlich wieder randvoll mit Wasser gefüllt. Zu dem Post heißt es: „Zwei Fotos im Vergleich, mit sieben Stunden Unterschied“.
Histórico, comparativa de 2 fotos tomadas con 7 horas de diferencia. Crecida espectacular del río Turia a su paso por el cauce nuevo, a la altura del puente de la A3 con la Av. Del Cid. El caudal sobrepasó los 1400 m³/s en La Presa, Manises, alrededor de las 22:00. #tiempoCV pic.twitter.com/2uqNaRhJNa
— Álvaro (@AlvaroOliver25) October 30, 2024
Update vom 31. Oktober, 5.40 Uhr: Nach der Unwetterkatastrophe mit mindestens 95 Toten wird in Spanien die Suche nach Leichen, Vermissten und von der Außenwelt abgeschnittenen Menschen in der Nacht fortgesetzt. „Wegen der Dunkelheit müssen allerdings viele Aktivitäten bis Tagesanbruch unterbrochen werden“, sagte der Leiter der Notfallabteilung des spanischen Roten Kreuzes, Iñigo Vila, am Abend dem staatlichen Fernsehsender RTVE.
Unter den Toten sind laut spanischen Medienberichten mindestens vier Kinder und sechs alte Menschen in einem Pflegeheim. Befürchtet wird, dass die Opferzahl weiter ansteigt. Eine offizielle Gesamtzahl der Vermissten lag nicht vor. Hilfe benötigten auch Tausende Menschen, die in Fahrzeugen, Häusern und Dörfern ausharrten.
Rund 1.200 Menschen sitzen in Spanien nach dem verheerenden Unwetter zum Teil seit mehr als 24 Stunden in ihren Fahrzeugen fest. Man schätze, dass auf den Autobahnen A3 und A7 in der Region Valencia insgesamt circa 5.000 Fahrzeuge feststecken, teilte die Polizeieinheit Guardia Civil (Zivilgarde) am Abend mit. Es handele sich um Autos, Busse oder Lastwagen, die zum Teil von den Fahrern und Passagieren verlassen worden seien. Es gebe aber auch Menschen, die nicht von ihren Fahrzeugen weggehen wollten, hieß es.
Verheerende Unwetter in Spanien mit zahlreichen Toten: Fotos zeigen Ausmaß von Überschwemmungen und Sturzfluten




Update vom 30. Oktober, 22.55 Uhr: Persönliche Schicksale, emotionale Rettungseinsätze und verheerende Schäden: In Spanien geht ein Tag zu Ende, der bereits jetzt als einer der größten Naturkatastrophen in der Geschichte Spaniens eingeht.
Nachdem im Laufe des Tages allein in Valencia hunderte Menschen gerettet werden mussten, versicherte der valencianische Präsident, Carlos Mazón, laut El Mundo während eines Auftritts am späten Abend, dass es vorerst keine „vom Himmel aus sichtbaren rettungsfähigen Personen“ mehr gibt, die sich auf Dächer oder auf die Dächer von Fahrzeugen geflüchtet haben. Es sei möglich, dass es noch Personen gebe. Diese seien aber noch nicht entdeckt worden. Die Suche wird fortgesetzt.
Update vom 30, Oktober, 22.35: „Ich halte mich an dieser Pflanze fest, um mich herum gibt es aber nichts, nichts, nur Wasser, als wäre ich mitten im Meer“: Per Handyvideo bat Maite Jurado Freunde und Verwandte mit angsterfüllter Stimme um Hilfe. Ihr Auto war zu dem Zeitpunkt in Paiporta nahe der Metropole Valencia längst von den Wassermassen weggespült worden. Die junge Spanierin erlebte einen Alptraum, wurde aber gerettet und kam mit dem Schrecken davon.
Zahlreiche Menschen waren seit der Nacht auf Mittwoch in Häusern, Büros oder Einkaufszentren eingeschlossen und setzten wie Maite Jurado in sozialen Medien Notrufe ab. So viel Glück wie sie hatten mindestens 95 Menschen jedoch nicht. Im Gespräch mit El País berichtete eine Anwohnerin in Picanya (Valencia) am Mittwoch von Schreien ihrer Nachbarin, die ihr nicht mehr aus dem Kopf gehen. „Sie bat um Hilfe, weil ihr Mann ertrank. Und er ist gestorben“, erzählte sie Reportern der Zeitung, als sie gerade ihre zerstörte Wohnung aufräumte. Der Frau sei es gerade noch gelungen, mit ihrer kleinen Tochter zu fliehen: „Das Wasser stand schon hoch und wir sind gerannt.“
Update vom 30. Oktober, 21.50 Uhr: Die spanische Verteidigungsministerin Margarita Robles hat am späten Mittwochabend angekündigt, dass die Einsätze auch in der Nacht weiterhin auf Hochtouren laufen und am Donnerstag fortgesetzt werden. Wie unter anderem ValenciaPlaza berichtet, habe sie in der TV-Sendung Hora 25 versichert, dass sich die militärische Notstandseinheit (UME) an den Aufräum- und Rettungsarbeiten beteiligt. Mehr als 1000 Soldaten sollen sich in den betroffenen Gebieten befinden, um mit schweren Fahrzeugen, Hubschraubern und Drohnen zu unterstützen.
„Die Arbeiten werden die ganze Nacht hindurch fortgesetzt, aber morgen, wenn die Wettervorhersagen besser sind, müssen wir mit der zweiten Phase beginnen, der Such- und Rettungsphase“, wird Robles zitiert. Heute habe man sich auf die Bergung der Toten konzentriert. „Einige Menschen sind verschüttet, aber es gibt viele andere, von denen wir nicht wissen, ob sie vermisst werden oder nicht. Das ist die große Unbekannte im Moment, wie viele Menschen vermisst werden.“ Laut der Ministerin könne man nicht handeln, bis die Aufräumarbeiten abgeschlossen sind und das Wetter besser ist.
Update vom 30. Oktober, 20.55 Uhr: Nachdem am Mittwochnachmittag in der andalusischen Gemeinde Cádiz die höchste Unwetter-Warnstufe ausgerufen wurde, stufte die Staatliche Meteorologische Agentur (Aemet) die Alarmbereitschaft am Abend in der Region etwas herab. In Cádiz und weiteren Regionen im Südwesten Spaniens werden nun rund 80–100 Millimeter Regen in den nächsten 12 Stunden erwartet. Die Warnung gilt vorerst bis Mitternacht. Bislang ist in der Region laut offiziellen Angaben ein Mensch an den Folgen des Unwetters ums Leben gekommen, drei wurden verletzt.
Katalonien wurde unterdessen nicht so schwer von dem Unwetter getroffen, wie zuvor befürchtet worden war. Nachdem auch dort vorübergehend die höchste Warnstufe ausgerufen und vorsorglich die Notfallpläne aktiviert wurden, senkte Aemet am Abend die Alarmbereitschaft. Wie El País unter Berufung auf die katalanische Innenministerin Núria Parlon berichtete, sei der Notfallplan wieder außer Kraft gesetzt worden, nachdem die heftigen Regenfälle an diesem Tag zu den „für eine normale Regensituation typischen Vorfällen“ geführt haben, von denen keiner schwerwiegend war. Gleichzeitig sagte Katalonien der schwer betroffenen Region Valencia Hilfe zu.
Update vom 30. Oktober, 20.30 Uhr: Die Bundesregierung und die Europäische Union sagten Spanien am Mittwoch Hilfe zu. „Die Überschwemmungen in Spanien sind nicht nur eine nationale Tragödie. Es ist auch eine europäische Tragödie“, schrieb die Präsidentin der Europäischen Kommission, Ursula von der Leyen, am Mittwochabend auf X. „Als solche wird sie eine europäische Antwort erhalten. Wir sind bereit, Sie mit Hilfsgütern zu unterstützen. Wenn die Zeit gekommen ist, können wir Ihnen auch beim Wiederaufbau helfen.“
Update vom 30. Oktober, 20.05 Uhr: Nach neuen Meldungen soll die Zahl der Toten in Spanien auf mindestens 95 gestiegen sein. Nach Angaben von El País wurden 92 Todesfälle in Valencia gemeldet, ein Toter in der südlichen Provinz Málaga und sowie zwei Tote in Kastilien-La Mancha. Dutzende Menschen gelten weiterhin als vermisst. Vielerorts konnten Rettungskräfte aufgrund überschwemmter oder anderweitig blockierter Straßen nicht mit Fahrzeugen zu Einsatzorten vordringen. Forensiker seien daran, die geborgenen Leichen zu identifizieren.
Die Bürgermeisterin von Paiporta (Valencia), Maribel Albalat, teilte der Nachrichtenagentur EFE mit, dass allein in dieser Stadt 34 Menschen im Stadtzentrum und sechs in einem Altenheim am Stadtrand verstarben, wobei die Angaben noch vorläufig sind. Unter den Toten seien „Kinder, Jugendliche, alte Menschen, Familien, alles“, so Albalat. „Es scheint, dass viele der Verstorbenen versuchten, ihre Autos zu bewegen.“ Zudem drang das Wasser wohl in viele Erdgeschoss-Wohnungen ein, in denen sehr alte Menschen leben.
Für die Rettungsarbeiten in der besonders schwer betroffenen Region Valencia sei nun auch ein Team der Notfall- und Soforthilfeeinheit aus Madrid geschickt worden, das aus 30 Mitgliedern der Feuerwehr und drei Sanitätern besteht. Noch immer sollen zahlreiche Menschen in ihren Häusern oder auf Autodächern festsitzen und dringend Hilfe benötigen.
Update vom 30. Oktober, 18.45 Uhr: In vielen Regionen Spaniens herrscht am Mittwochabend noch immer Ausnahmezustand. Während in der bislang am schlimmsten getroffenen Region Valencia laut Angaben des Telekommunikationsunternehmens Telefónica noch mindestens 120.000 Menschen von der Stromversorgung abgeschnitten sind, ist auch der Verkehr vielerorts eingeschränkt oder gänzlich eingestellt. Die Nationale Vereinigung der Verkehrsverbände Spaniens (Fenadismer) meldete am Mittwoch, dass der Verkehr auf 10 Haupt- und 20 Nebenstraßen blockiert ist, darunter auch die A3 zwischen Valencia und Madrid.
Die Regierung rief für Donnerstag bis Samstag nun offiziell eine dreitägige Staatstrauer aus. Ministerpräsident Pedro Sánchez habe am Mittwoch mit König Felipe VI. gesprochen und ihn über die offiziellen Trauertage informiert, sagte der Minister für Territorialpolitik, Ángel Víctor Torres.
Update vom 30. Oktober, 18.15 Uhr: Wie El Mundo am Mittwochabend unter Berufung auf die Stadtverwaltung von Utiel (Valencia) berichtete, wurde der Tod von sechs Menschen in der Stadt infolge des schweren Unwetters nun offiziell bestätigt.
Die Zahl der Toten in Spanien steigt offenbar weiter. Im Süden des Landes, wo in vielen Regionen seit einigen Stunden Warnstufe Rot herrscht, meldete der Präsident der andalusischen Regierung (Junta de Andalucía), Juan Manuel Moreno Bonilla, laut Medienberichten drei Verletzte und einen Toten. Ein konkreter Ort und Details wurde nicht genannt. Bei dem Toten soll es sich um einen 71-jährigen Mann handeln, der nach der Rettung aus seiner Wohnung im Krankenhaus verstarb. Demnach steigt die Zahl der Unwetter-Toten in Spanien auf mindestens 73.
Update vom 30. Oktober, 17.22 Uhr: „Das Schlimmste ist nun überstanden“, schreibt die Zeitung El País. Dennoch wird es bis Donnerstag – in deutlich geringerem Ausmaß – weiterregnen. Dann bewegt sich Sturm „Dana“ in den Nordosten der Halbinsel, mit einem zweiten Schwerpunkt westlich von Andalusien. „Die Regenfälle werden Gebiete in der Extremadura und im Westen Andalusiens betreffen, wobei die Schauer im Mittelmeer etwas weniger intensiv sein werden als in den vergangenen Tagen“, sagt Aemet-Sprecher Rubén Del Campo.
Update vom 30. Oktober, 17.09 Uhr: Die Regionalregierung von Andalusien hat infolge der roten Unwetterwarnung für Cádiz die Notfallphase 1 aktiviert. Das bedeutet, dass die Verwaltung aktive Maßnahmen zum Schutz der Bevölkerung ergreift. Darunter der Einsatz des „ES-ALERT-Systems, das eine Warnung an alle Mobiltelefone schickt, die sich im ländlichen Raum von Cádiz befinden.
Update vom 30. Oktober, 16.54 Uhr: Laut dem spanischen Staatssender RTVE wurden zwei Leichen in der Region Kastilien-La Mancha geborgen. Bislang waren aus der Region Valencia insgesamt 70 Unwetter-Tote offiziell gemeldet worden. Die Zahl der Todesopfer in Spanien steigt jetzt demnach auf mindestens 72.
Update vom 30. Oktober, 16.37 Uhr: Die Schnellzug-Strecke zwischen Valencia und Madrid hat beim Unwetter „erheblichen“ Schaden genommen, teilt Verkehrsminister Óscar Puente mit. Es erscheine nicht möglich, dass der Betrieb in den nächsten vier Tagen wieder aufgenommen werden könne. Eine endgültige Diagnose steht allerdings noch aus.
Update vom 30. Oktober, 16.23 Uhr: Neben der roten Unwetterwarnung in Cádiz gilt bis Mitternacht Alarm in sieben weiteren Regionen. Von einer orangefarbenen Warnung ist die Provinz Sevilla betroffen, Warnstufe Gelb gilt in Huelva, Málaga, Aragón, Katalonien, Extremadura und der autonomen Stadt Navarra.
Die Warnung für die Küste von Barcelona wurde um 16 Uhr wieder aufgehoben. Ebenso im Laufe des Tages die gelben Warnungen für Madrid, die Balearen, Kastilien und León.
Update vom 30. Oktober, 16.15 Uhr: Alarmstufe Rot für Jerez im Norden von Cádiz. In den nächsten zwölf Stunden könnten hier bis zu 120 Liter Regen fallen, prognostiziert der örtliche Zivilschutz. Der Stadtrat fordert Bürgerinnen und Bürger auf, „Vorsicht und Umsicht walten zu lassen.“
Update vom 30. Oktober, 15.56 Uhr: Die katalanischen Behörden warnen vor einer drohenden Überschwemmung des Flusses Ripoll, der durch Montcada i Reixac (Provinz Barcelona) fließt. Die Bevölkerung wird dringend dazu angehalten, Ufernähe zu meiden, in den kommenden Stunden sei ein plötzlicher Anstieg jederzeit möglich.
Update vom 30. Oktober, 15.47 Uhr: Wieder steigt die Zahl der bestätigten Todesopfer in Spanien. Die Regionalregierung von Valencia spricht von mindestens 70 Toten. Und dabei sind eventuelle Todesfälle in anderen Regionen noch nicht berücksichtigt.
Update vom 30. Oktober, 15.12 Uhr: In Spanien soll vom 31. Oktober bis zum 1. November eine dreitägige Staatstrauer ausgerufen werden, erklärt der Minister für Territorialpolitik, Ángel Víctor Torres, bei einer Pressekonferenz. Der König sei bereits informiert. Torres spricht von mindestens 62 Todesopfern, nähere Informationen zu den vermissten Personen liegen hingegen nicht vor. Das vermittle „das enorme Ausmaß der Tragödie.“
Update vom 30. Oktober, 14.50 Uhr: „Ganz Spanien weint mit euch“, sagt der spanische Ministerpräsident den Betroffenen des Unwetters. „Wir werden alle zur Verfügung stehenden Mittel einsetzen. Wir werden euch nicht im Stich lassen.“ Alleine in Valencia sind mehr als 1000 Kräfte der Militärischen Nothilfeeinheit UME im Einsatz.
Im TV sprach eine RTVE-Reporterin von „kriegsähnlichen Szenen“ in den Straßen der Mittelmeer-Metropole. Dutzende Autos waren von den Wassermassen erfasst und übereinander gestapelt worden. „Das ist wie die Hölle“, sagte eine Anwohnerin. Ein Rentner, der zuvor gerettet wurde, sagt unter Tränen: „Das war schrecklich, danke, danke an meine Schutzengel, die mich gerettet haben.“
Update vom 30. Oktober, 14.41 Uhr: Bereits am Dienstagnachmittag (29. Oktober) war die Gemeinde Paiporta von heftigem Starkregen getroffen worden. Der Fluss Magro trat über die Ufer und sorgte für schwere Überschwemmungen. Jetzt erhöht Bürgermeisterin Maribel Albalat die Zahl der Todesopfer auf „Dutzende“. Die Gemeinde war innerhalb von 15 Minuten zu großen Teilen von den plötzlichen Wassermassen überflutet worden.
Update vom 30. Oktober, 14.14 Uhr: Jetzt erhöht der Wetterdienst auch die Risikostufe in Barcelona, vor allem an den Küsten. Gegen 15.15 Uhr droht hier Starkregen mit 40 Litern pro Quadratmeter. Eine gefährliche Menge, aber kaum vergleichbar mit den Wassermassen von Valencia. In Barcelona gilt darüber hinaus auch einen orangefarbene Sturmwarnung.
Update vom 30. Oktober, 13.45 Uhr: Alarmbereitschaft in der Provinz Cádiz. Hier nimmt die Unwetterlage erste bedrohliche Ausmaße an. Wasser beginnt, sich auf den Straßen von Jerez zu stauen, berichten User auf der Plattform X. Die gleiche Situation stellt sich in El Puerto de Santa María ein. Der Bürgermeister von Chiclana de la Frontera warnt derweil, dass der Fluss Iro über die Ufer treten und das Zentrum der 87.000-Einwohner-Gemeinde überfluten könnte.
Laut dem Wetterdienst Aemet dürfte sich die Unwetterlage in Spanien erst am Donnerstag beruhigen.
Update vom 30. Oktober, 13.21 Uhr: Laut El País befürchtet das spanische Verteidigungsministerium, dass noch weitaus mehr Leichen gefunden werden, sobald der Schlamm in den überfluteten Gebieten beseitigt ist. Deshalb habe die Behörde tragbare Leichenschauhäuser angeboten.
Update vom 30. Oktober, 13.02 Uhr: Die deutsche Bundesregierung hat Spanien Unwetterhilfe angeboten. „Wir sind in direktem Kontakt mit der spanischen Regierung, ob es Unterstützungsleistungen aus Deutschland für diese furchtbare Katastrophe bedarf“, erklärte Regierungssprecher Steffen Hebestreit in Berlin.
Und auch die EU will helfen. „Wir haben bereits angeboten, unseren Katastrophenschutz zu aktivieren“, sagt EU-Kommisionspräsidentin Ursula von der Leyen in Brüssel. Das Copernicus-Satellitensystem sei bereits aktiviert, um die Koordinierung der Rettungskräfte zu unterstützen.
„Historisches Unwetter“ in Spanien – Mindestens 63 Menschen kamen ums Leben
Update vom 30. Oktober, 12.56 Uhr: Der Wetterdienst Aemet spricht auf X von einem „historischen Unwetter“. Es sei der schlimmste sogenannte „Kalte Tropfen“, den die Region Valencia in diesem Jahrhundert erlebt hat. Dabei handelt es sich um ein Wetterphänomen, dass zwischen September und Oktober häufig in der spanischen Mittelmeer-Region auftritt. Aber nicht in diesem Ausmaß.
Update vom 30. Oktober, 12.42 Uhr: Die spanische Katastrophenschutzbehörde korrigiert die Zahl der Todesopfer nach oben. Mindestens 63 Menschen verloren ihr Leben bei den Unwettern.
Update vom 30. Oktober, 11.30 Uhr: Das Unwettergebiet erstreckt sich von Valencia bis nach Andalusien, einmal quer von Osten nach Süden. Eine Karte zeigt die besonders betroffenen Regionen in Spanien.
Update vom 30. Oktober, 10.55 Uhr: Nach den schweren Unwettern in großen Teilen Spaniens ringen Einsatzkräfte in der besonders betroffenen Mittelmeerregion Valencia darum, zu den Einsatzorten vordringen zu können. Vieles könne wegen überschwemmter oder anderweitig blockierter Straßen nur per Hubschrauber geleistet werden, sagte José Miguel Basset von der Feuerwehr der Provinz Valencia der Nachrichtenagentur Europapress.
Dutzende Menschen gelten als vermisst, wie El País berichtet. Neben heftigen Regenfällen gab es auch Hagel und starke Windböen. In der andalusischen Küstenortschaft El Ejido unweit von Almería, wo der Hagel bereits in der Nacht zum Dienstag besonders heftig gewütet hatte, wurden Felder und Hunderte Fahrzeuge schwer beschädigt. „Die Hagelkörner waren so groß wie Golfbälle“, sagte Landwirtin Mercedes González (46) El País. „Es schien wie der Weltuntergang.“
Nahe der Gemeinde Álora ist zudem ein Hochgeschwindigkeitszug entgleist, der gerade auf dem Weg von Málaga nach Madrid war. Es waren 270 Menschen an Bord, Verletzte gab es laut der spanischen Bahngesellschaft Renfe aber nicht.
Das Regengebiet, über das schon seit Tagen viel berichtet worden war, soll heute gen Nordosten weiterziehen. Für große Teile des Landes gilt aber weiter eine Unwetterwarnung. Erst am Donnerstag werde sich die Lage in ganz Spanien wieder komplett entspannen, teilte der Wetterdienst Aemet mit.
Erstmeldung vom 30. Oktober: Valencia – Nachdem Italien zuletzt mehrfach von starken Unwettern betroffen war, haben nun weite Teile Spaniens mit starken Regenfällen und Stürmen zu kämpfen. „Wir können bestätigen, dass Tote gefunden wurden“, sagte der Ministerpräsident der östlichen Autonomen Gemeinschaft Valencia, Carlos Mazón in der Nacht auf Mittwoch. Nach Angaben der valencianischen Regierung sind mindestens 51 Menschen ums Leben gekommen. Nach einem Bericht der Zeitung El País werden zudem in der südöstlichen Provinz Albacete mindestens sechs Menschen vermisst.
Medienberichten zufolge gelten die Unwetterwarnungen seit dem frühen Mittwochmorgen für zehn der insgesamt 17 autonomen Gemeinschaften des Landes. Neben heftigen Regenfällen gab es auch Hagel und starke Windböen, wie der Wetterdienst Aemet mitteilte. Örtlich kam es zu Stromausfällen. Flüsse traten über die Ufer, vielerorts wurden Straßen, Häuser und Felder überschwemmt, Autos und Bäume von den Wassermassen mitgerissen. Betroffen waren insbesondere die bei Urlauberinnen und Urlaubern beliebten und ans Mittelmeer grenzenden Regionen Andalusien, Murcia und Valencia. Auch sorgten starke Niederschläge auf der Mittelmeer-Insel Mallorca für Überschwemmungen.
Die sintflutartigen Regenfälle haben aber vor allem Valencia schwer getroffen. Auf Bildern ist das Ausmaß erkennbar: Hochwasser flutet zahlreiche Häuser, Autos schwimmen die Straßen entlang, Menschen müssen aus ihren Wohnungen gerettet werden. Laut Aemet kamen innerhalb weniger Stunden mehr als 400 Liter pro Quadratmeter vom Himmel.
Auf Social Media ist das Ausmaß der Unwetter-Katastrophe in Spanien zu erkennen. Mehrere Menschen teilen Bilder aus den betroffenen Gebieten, darunter viele aus der autonomen Provinz Valencia. Ein Nutzer schreibt zu einem Video auf der Plattform X: „Das sind Aufnahmen aus Chiva, wo heute in nur 4 Stunden – zwischen 16:30 Uhr und 20:30 Uhr – unglaubliche 343 mm Regen gemessen wurden“. Darauf zu erkennen ist, wie Wassermassen an Häusern vorbeiströmen und sich zu reinem reißenden Fluss entwickeln. Chiva liegt wenige Kilometer westlich von Valencia.
The scale of the flooding currently unfolding in Valencia, Spain is unfathomable. This is footage from Chiva, where a jaw-dropping 343 mm of rain was recorded in just 4 hours earlier today, between 4:30 PM and 8:30 PM.
— Nahel Belgherze (@WxNB_) October 29, 2024
Video credit: Nalabcer pic.twitter.com/WdCgUifavQ
Wetter-Verband bestätigt Tornado bei Valencia
Neben starken Regenfällen wütete außerdem ein Tornado, wie auf mehreren Videos zu erkennen ist. Avamet, der Verband für Meteorologie in Valencia, bestätigte die Sichtung. Demnach zog der Wirbelsturm zwischen den Orten Carlet und Alginet, im Süden von Valencia, seine Bahn und sorgte in einem Industriegebiet für Schäden. In einem weiteren Video auf der Plattform X ist zu sehen, wie der Tornado Dachziegeln durch die Straße an einer Tankstelle fegt.
Darüber hinaus sind mehrere Flüge am Flughafen Valencia gestrichen worden. Am späten Dienstagabend (29. Oktober) wurde auf dessen Account bei X ein Video gepostet. Darauf sind Flugzeuge zu erkennen, die im Wasser stehen – Start- und Landebahn verwandelten sich zwischenzeitig in einen See.
Wie unter anderem das Portal OkDiario berichtet, ist in der valencianischen Gemeinde Picanya eine Brücke über einem Fluss eingestürzt.
Präsident Mazón hat die Bürger aufgefordert, ihre Häuser nicht zu verlassen – insbesondere diejenigen, die in der Provinz Valencia leben. „Wer sich in der Nähe von Flusskanälen oder Schluchten aufhält, sollte den höchsten und nächstgelegenen Punkt suchen“, sagte Mazón. Seit der Nacht auf Mittwoch wurden in den betroffenen Gebieten in Spanien mehrere Notunterkünfte für Anwohnerinnen und Anwohner eingerichtet. (asc/dpa)
Rubriklistenbild: © Víctor Fernández/picture alliance/dpa/EUROPA PRESS/Aemet







