Fünf Jahre nach Flammen-Inferno: Notre-Dame feiert große Wiedereröffnung in Paris
VonKarolin Schaefer
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Die Glocken von Notre-Dame läuten wieder: Nach aufwendiger Restaurierung öffnet das Pariser Wahrzeichen. Dabei scheint die Brandursache weiter unklar.
Paris – Vor fünf Jahren stand Notre-Dame lichterloh in Flammen. Damals versprach Frankreichs Präsident Emmanuel Macron noch, die Pariser Kathedrale innerhalb von nur fünf Jahren wieder aufzubauen. Was anfangs belächelt wurde, hat nun aber doch geklappt. Die Tore des Wahrzeichens öffnen wieder.
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Das gotische Meisterwerk wurde aufwendig restauriert und erstrahlt jetzt in neuem Glanz. Am Abend des 15. Aprils 2019 war ein Feuer in der 850 Jahre alten Kathedrale ausgebrochen. Die Bilder gingen damals um die Welt. Dabei war das Monument in Paris schwer beschädigt worden.
Notre-Dame erstrahlt in neuem Glanz – die ersten Bilder aus der Kathedrale
Der gesamte Dachstuhl war verbrannt, der Spitzturm eingestürzt und das obere Gewölbe beschädigt. Doch Glück im Unglück: Obwohl kurz zuvor eine Messe in der Kirche stattfand, wurde niemand ernsthaft verletzt. Zudem konnten die Hauptstruktur und die beiden Glockentürme gerettet werden. Ebenso blieben viele Kunstwerke, die berühmten Rosettenfenster, die Dornenkrone und die große Orgel weitgehend unversehrt.
Wiedereröffnung nach fünf Jahren: Wie die Rekonstruktion von Notre-Dame ablief
Zwei Jahre dauerte es, den Bereich zu reinigen und zu sichern. 2021 begann die Rekonstruktion nach mittelalterlichem Vorbild. Dabei wurden die Stämme von über 2000 Eichenbäumen im Alter von 100 bis 200 Jahren verwendet. Ein Nebelsystem wurde installiert, das im Brandfall Millionen von Mikro-Wassertropfen freisetzen kann. Notre-Dame hat auch drei neue Glocken erhalten, eine davon läutete während der Olympischen Spiele in Paris jede Leichtathletiksiegerin und jeden -sieger ein. An dem Wiederaufbau war auch eine Schmiede aus Bayern beteiligt, die zwei neue Glocken-Klöppel anfertigte.
Nach den Feierlichkeiten geht die Arbeit ungehindert weiter: Schäden, die es bereits vor dem Brand gab, sollen noch behoben werden. Zudem ist eine Neugestaltung des Außenbereichs geplant. Die bisherigen Kosten der Rekonstruktion belaufen sich auf rund 700 Millionen Euro. Etwa 2000 Menschen haben am Wiederaufbau mitgewirkt.
Die Frage, wie es zu dem Brand in Notre-Dame kommen konnte, bleibt jedoch weiterhin ein Rätsel. Anfängliche Vermutungen deuteten auf ein missachtetes Rauchverbot auf der Baustelle oder einen Kurzschluss hin. Bis heute ist die Brandursache jedoch ungeklärt. Damals war das Feuer von Notre-Dame auch ein Angriff auf die Gefühle der Menschen. (kas/dpa)