Aufwendig rekonstruiert

Fünf Jahre nach Flammen-Inferno: Notre-Dame feiert große Wiedereröffnung in Paris

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Die Glocken von Notre-Dame läuten wieder: Nach aufwendiger Restaurierung öffnet das Pariser Wahrzeichen. Dabei scheint die Brandursache weiter unklar.

Paris – Vor fünf Jahren stand Notre-Dame lichterloh in Flammen. Damals versprach Frankreichs Präsident Emmanuel Macron noch, die Pariser Kathedrale innerhalb von nur fünf Jahren wieder aufzubauen. Was anfangs belächelt wurde, hat nun aber doch geklappt. Die Tore des Wahrzeichens öffnen wieder.

Notre-Dame eröffnet nach Großbrand wieder: Auch Donald Trump reist an

Die Wiedereröffnung findet am Samstag (7. Dezember) statt. Zu den Feierlichkeiten werden rund 50 Staats- und Regierungschefs erwartet. So erscheinen unter anderem Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier und seine Frau Elke Büdenbender. Auch der designierte US-Präsident Donald Trump wird an den Feierlichkeiten teilnehmen.

Das gotische Meisterwerk wurde aufwendig restauriert und erstrahlt jetzt in neuem Glanz. Am Abend des 15. Aprils 2019 war ein Feuer in der 850 Jahre alten Kathedrale ausgebrochen. Die Bilder gingen damals um die Welt. Dabei war das Monument in Paris schwer beschädigt worden.

Notre-Dame erstrahlt in neuem Glanz – die ersten Bilder aus der Kathedrale

Ein Mann fotografiert die Kathedrale Notre-Dame
Ein Mann fotografiert die Kathedrale Notre-Dame. Von außen erinnert nichts mehr an den fatalen Brand vom 15. April 2019 – doch wie sieht es im Inneren aus? © Michel Euler/dpa/AP
Ein Blick ins Innere der Kathedrale Notre-Dame de Paris
Ein Blick ins Innere der Kathedrale: Notre-Dame de Paris erstrahlt in neuem Glanz.  © Christophe Petit Tesson/dpa/EPA POOL/AP
Das vom französischen Künstler und Designer Guillaume Bardet entworfene Baptisterium ist in der Kathedrale Notre-Dame in Paris zu sehen
Das vom französischen Künstler und Designer Guillaume Bardet entworfene Baptisterium ist eines der vielen Highlights der restaurierten Kathedrale Notre-Dame in Paris. © Christophe Petit Tesson/dpa/EPA POOL/AP
Der Reliquienschrein der Dornenkrone, entworfen vom französischen Künstler Sylvain Dubuisson, ist in der Kathedrale Notre-Dame de Paris zu sehen
Der spektakuläre Reliquienschrein der Dornenkrone, entworfen vom französischen Künstler Sylvain Dubuisson. © Christophe Petit Tesson/dpa/EPA POOL/AP
Präsident Emmanuel Macron und seine Frau Brigitte bestaunen die restaurierten Innenräume der Kathedrale Notre-Dame de Paris
Präsident Emmanuel Macron (2.v.r) und seine Frau Brigitte bestaunen die restaurierten Innenräume der Kathedrale Notre-Dame de Paris. © Sarah Meyssonnier/dpa/Pool Reuters/AP
Die restaurierten Innenräume von Notre-Dame de Paris
Notre-Dames Innenräume erscheinen heller denn je. Kein Wunder, schließlich wurden 42.000 Quadratmeter Naturstein von in Jahrhunderten angesammeltem Schmutz und Ruß gereinigt.  © Christophe Petit Tesson/dpa/EPA POOL/AP
Der französische Präsident Emmanuel Macron hält eine Rede nach dem Besuch der restaurierten Innenräume der Kathedrale Notre-Dame de Paris
In seiner Rede bedankte sich der französische Präsident Emmanuel Macron während seines Besuchs bei den zahlreichen Menschen, die an der Restaurierung der Kathedrale Notre-Dame beteiligt waren. © Christophe Petit Tesson/dpa/EPA POOL/AP
Dabei hatte das Feuer in der Kathedrale Notre-Dame am 15. April 2019 enorme Schäden zugefügt – hier ein Bild aus dem Inneren einen Tag nach dem Brand.
Dabei hatte das Feuer in der Kathedrale Notre-Dame am 15. April 2019 enorme Schäden zugefügt – hier ein Bild aus dem Inneren einen Tag nach dem Brand.  © Christophe Petit Tesson/EPA POOL/AP/dpa
Flammen und Rauch steigen von einem der berühmtesten Wahrzeichen der Welt, der Pariser Kathedrale Notre-Dame, auf
Flammen und Rauch hatten einem der berühmtesten Wahrzeichen der Welt so sehr zugesetzt, dass sich manche fragten: Ist Notre-Dame noch zu retten? © Thibault Camus/dpa/AP
Bauarbeiter stehen bei Vorarbeiten in dem beschädigtem Kirchenschiff der Notre-Dame
Die Bauarbeiter in Paris hatten alle Hände voll zu tun. Hier stehen sie bei Vorarbeiten in dem beschädigtem Kirchenschiff der Notre-Dame. Doch sie bekamen Hilfe von Fachleuten aus aller Welt.  © Stephane De Sakutin/dpa/POOL AFP/AP
Restaurierung Notre-Dame Fenster in der Kölner Dombauhütte
Auch in der Kölner Dombauhütte wurden mehrere Fenster aus der verwüsteten Pariser Kathedrale Notre Dame restauriert. © Oliver Berg/dpa
Eine Mitarbeiterin der Glaserei in der Dombauhütte arbeitet an Kirchenfenster der Kathedrale von Notre Dame
In mühsamer Kleinarbeit wurden die Fenster Millimeter für Millimeter wieder zu alter Schönheit und Farbenpracht gebracht. © Oliver Berg/dpa
Die acht Glocken des nördlichen Glockenturms der Kathedrale Notre-Dame de Paris werden zur Kirche zurückgebracht
Auch die acht Glocken des nördlichen Glockenturms von Notre-Dame wurden im September wieder zur Kathedrale gebracht. Im Juli 2023 hatte man sie abgenommen, um die Restaurierung des Nordturms zu ermöglichen. © Ed Jones/dpa/AFP
Die Querschiffe der Kathedrale Notre-Dame in Paris werden von zwei neuen Gerüsten überragt
Zwar prägten lange Zeit Baugerüste das Bild des Pariser Wahrzeichens. Doch auch dank 340.000 Spendern aus 150 Ländern gelang der am Ende 700 Millionen Euro teure Wiederaufbau von Notre-Dame.  © David Bordes/dpa/Etablissement public chargé de la conservation et de la restauration de la cathédrale Notre-Dame de Paris
Der französische Präsident Emmanuel Macron, zweiter von links, und seine Frau Brigitte Macron, links, besuchen die restaurierte Kathedrale Notre-Dame in Paris
„Es ist großartig“, schwärmte Frankreichs Präsident Macron, als er mit dem Pariser Erzbischof Ulrich Laurent und Kulturministerin Rachida Dati die Kirche betrat. „Sie wirkt viel freundlicher mit den hellen Wänden.“ © Christophe Petit Tesson/dpa/EPA POOL/AP
Der französische Präsident Emmanuel Macron hält eine Rede vor Bauarbeitern im Inneren der Kathedrale Notre-Dame de Paris, nachdem er die restaurierten Innenräume des Monuments besichtigt hat
Macron dankte abschließend in seiner Rede vor rund 1200 Handwerken, Gesellen und Architekten allen, die an der Jahrhundertbaustelle mitgewirkt hatten: „Sie haben das Unmögliche möglich gemacht.“ © Sarah Meyssonnier/dpa/Pool Reuters/AP
Die Kathedrale Notre-Dame in Paris
Die offizielle Wiedereröffnung der Kathedrale Notre-Dame wird am 7. Dezember 2024 stattfinden. Einen Tag später wird das Pariser Wahrzeichen wieder für Gottesdienste geöffnet. © Stephane de Sakutin/dpa/POOL AFP/AP

Der gesamte Dachstuhl war verbrannt, der Spitzturm eingestürzt und das obere Gewölbe beschädigt. Doch Glück im Unglück: Obwohl kurz zuvor eine Messe in der Kirche stattfand, wurde niemand ernsthaft verletzt. Zudem konnten die Hauptstruktur und die beiden Glockentürme gerettet werden. Ebenso blieben viele Kunstwerke, die berühmten Rosettenfenster, die Dornenkrone und die große Orgel weitgehend unversehrt.

Wiedereröffnung nach fünf Jahren: Wie die Rekonstruktion von Notre-Dame ablief

Zwei Jahre dauerte es, den Bereich zu reinigen und zu sichern. 2021 begann die Rekonstruktion nach mittelalterlichem Vorbild. Dabei wurden die Stämme von über 2000 Eichenbäumen im Alter von 100 bis 200 Jahren verwendet. Ein Nebelsystem wurde installiert, das im Brandfall Millionen von Mikro-Wassertropfen freisetzen kann. Notre-Dame hat auch drei neue Glocken erhalten, eine davon läutete während der Olympischen Spiele in Paris jede Leichtathletiksiegerin und jeden -sieger ein. An dem Wiederaufbau war auch eine Schmiede aus Bayern beteiligt, die zwei neue Glocken-Klöppel anfertigte.

Der verheerende Großbrand sorgte für schwere Schäden. Nach fünf Jahren findet die Wiedereröffnung von Notre-Dame statt.

Nach den Feierlichkeiten geht die Arbeit ungehindert weiter: Schäden, die es bereits vor dem Brand gab, sollen noch behoben werden. Zudem ist eine Neugestaltung des Außenbereichs geplant. Die bisherigen Kosten der Rekonstruktion belaufen sich auf rund 700 Millionen Euro. Etwa 2000 Menschen haben am Wiederaufbau mitgewirkt.

Die Frage, wie es zu dem Brand in Notre-Dame kommen konnte, bleibt jedoch weiterhin ein Rätsel. Anfängliche Vermutungen deuteten auf ein missachtetes Rauchverbot auf der Baustelle oder einen Kurzschluss hin. Bis heute ist die Brandursache jedoch ungeklärt. Damals war das Feuer von Notre-Dame auch ein Angriff auf die Gefühle der Menschen. (kas/dpa)

Rubriklistenbild: © Montage: Thibault Camus/dpa; Christophe Petit Tesson/dpa

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