Hoch verarbeitete Lebensmittel

Neue Krebs-Studie zeigt: Ernährung mit Fertigprodukten kann Erkrankungsrisiko erhöhen

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Sie sind günstig und schnell zubereitet: Fertigprodukte lassen sich in jedem Supermarkt finden. Einer neuen Studie zufolge können sie aber auch krank machen.

Frankfurt – Nach Herz-Kreislauf-Erkrankungen zählt Krebs zur zweithäufigsten Todesursache in Deutschland. Dabei gibt es unzählige Auslöser, die zur Bildung von bösartigen Tumoren führen können. Laut Deutscher Krebsgesellschaft zählen Zigarettenrauchen, übermäßiger Alkoholkonsum, starke Einwirkung von Sonnenlicht oder Infektionen zu den bekannten krebsauslösenden Faktoren. Auch die Ernährung spielt beim Krebs-Risiko eine entscheidende Rolle, wie eine Studie der University of Bristol und der Internationalen Agentur für Krebsforschung in Frankreich unterstreicht.

Laut neuer Studie: Hoch verarbeitete Lebensmittel können Krebs-Risiko erhöhen

Veröffentlicht wurde die Forschungsarbeit Ende November im European Journal of Nutrition. Untersucht wurde dabei die Rolle von Adipositas in Zusammenhang mit dem Verzehr vor hoch verarbeiteten Lebensmitteln (engl. ultra-processed foods oder UPFs) sowie Speiseröhrenkrebses und Kopf-Hals-Tumoren. Dabei wurden Daten von mehr als 450.000 Teilnehmenden ausgewertet.

Krebserregende Viren: Diese Erreger können Krebs auslösen

Herpesvirus
Das Epstein-Barr-Virus (EBV) zählt zur Gruppe der Herpesviren. Dem Deutschen Krebsforschungszentrum (dkfz) zufolge gilt als sicher, dass eine Infektion mit EBV zur Entstehung von B-Zell-Lymphomen beitragen kann, einer bösartigen Erkrankung von B-Lymphozyten. Mit Lymphom werden in der Medizin bösartige Tumoren des lymphatischen Systems bezeichnet. In Tumoren von T-Lymphozyten (T-Zell-Lymphome) konnte das Epstein-Barr-Virus ebenfalls nachgewiesen werden, so das dkfz. © Imago
Das Magenbakterium Helicobacter pylori
Das Magenbakterium Helicobacter pylori soll das Risiko in sich bergen, Magenkrebs zu fördern. Das Pikante daran: Etwa ein Viertel der deutschen Bevölkerung trägt es bereits in sich. Helicobacter soll Magengeschwüre begünstigen, welche sich dann zu Krebs ausweiten können. Allerdings ist eine Behandlung in den meisten Fällen mit einer Kombination aus Antibiotika und Magensäureblockern äußerst erfolgreich. © dpa
HIV: Eine Frau hat sich eine rote Schleife angeheftet
Die rote Schleife soll das Thema Aids und HIV in die Mitte der Gesellschaft rücken. Eine Infektion mit sogenannten HI-Viren (humane Immundefizienzviren) kann die Krankheit Aids auslösen. Menschen mit Aids sind häufiger von Krebs betroffen, vermutlich aufgrund ihres geschwächten Immunsystems, wie das Deutsche Krebsforschungszentrum informiert.  © Oliver Berg/dpa
Impfausweis
Hepatitis B fördert Leberentzündungen. Auch diese können sich zu Leberkrebs weiterentwickeln. Allerdings können Sie sich gegen diesen Hepatitis-Typ beim Hausarzt impfen lassen. © Martin Wagner/Imago
Hepatitis C Viren
Gegen Hepatitis-C-Viren gibt es unglücklicherweise (noch) keinen Impfstoff. Die aggressiven Erreger zählen zu den häufigsten Ursachen für Leberkrebs. Wie das Deutsche Krebsforschungszentrum informiert, werden Hepatitis-C-Viren inzwischen aber auch mit weiteren Tumorarten in Zusammenhang gebracht: Auch Krebs der Gallenwege sowie das Multiple Myelom könnten durch eine Infektion begünstigt werden, heißt es.  © CAVALLINI JAMES/Imago
HPV (Humane Papillomviren)
Humane Papillomviren (HPV) sind meist ungefährlich - doch es gibt Arten, die krebserregend wirken und Gebärmutterhalskrebs auslösen sollen. Zudem stehen sie im Verdacht, Anal- oder Peniskrebs zu begünstigen. Allerdings gibt es auch hier eine sehr effektive Schutzimpfung, die gegen alle HPV-Typen helfen soll. © CAVALLINI JAMES/Imago

Berücksichtigt wurden neben dem Raucherstatus auch der Alkoholkonsum sowie das Geschlecht, körperliche Aktivität und das Bildungsniveau. Über einen Zeitraum von etwa 14 Jahren entwickelten 910 Probanden Tumoren im Mund- und Rachenraum sowie 215 Probanden Speiseröhrenkrebs.

Wer also zu einem höheren Konsum von hoch verarbeiteten Lebensmitteln neigt, riskiere, Krebs im Mund, Rachen oder in der Speiseröhre zu entwickeln. Das könnte womöglich auf Verunreinigungen aus Verpackungsmaterialien, der Wärmebehandlung der Lebensmittel oder Zusatzstoffe zurückzuführen sein. Zugleich begünstige der Verzehr von Fertigprodukten die Entstehung von Übergewicht.

Neue Krebs-Studie zu Fertigprodukten: Was sind hoch verarbeitete Lebensmittel?

Dabei handele es sich meist um billige, schmackhafte und weit verbreitete verzehrfertige Produkte, „die nährstoffreichere, unverarbeitete bzw. nur wenig verarbeitete Lebensmittel in der Ernährung ersetzen“ sollen, hieß es im Forschungsbericht. Sie sind industriell hergestellt und enthalten Zutaten, die sonst nicht in der Küche verwendet werden – wie Maltodextrin, gehärtete Öle und modifizierte Stärke. Oft weisen sie auch „kosmetische Zusatzstoffe“ wie Emulgatoren, Aromastoffe, Farbstoffe und künstliche Süßstoffe auf.

Diese Nahrungsmittel gelten den Forschenden zufolge als hoch verarbeitet:

  • Fertige süße oder herzhafte Snacks
  • Süßwaren
  • Abgepacktes Brot und Brötchen
  • Wurstwaren
  • Fertigtiefkühl-Gerichte
  • Kohlensäurehaltige Getränke

Nicht nur Krebs: Fertigprodukte können auch andere Erkrankungen begünstigen

Laut Krebsinformationsdienst deuten andere Untersuchungen daraufhin, dass Fertiggerichte mit einem erhöhten Darmkrebsrisiko in Verbindung stehen. Auch eine Studie aus den USA kommt zu dem Ergebnis, dass verarbeitete Lebensmittel diverse Krankheiten wie Demenz begünstigen können.

Eine neue Studie zeigt: Hoch verarbeitete Lebensmittel können das Krebsrisiko begünstigen.

Laut Deutscher Gesellschaft für Ernährung (DGE) tragen hoch verarbeitete Lebensmittel in vielen Ländern etwa die Hälfte zur gesamten Energiezufuhr bei, darunter in Deutschland, Großbritannien, Kanada und den USA. Das heißt aber nicht, dass man sich nicht ab und zu eine Tiefkühlpizza in den Ofen schieben darf. Die Verbraucherzentrale rät in dieser Hinsicht, Fertiggerichte mit einem hohen Gemüseanteil zu wählen oder diese mit frischen Zutaten, wie Kräutern oder einem Salat, zu kombinieren.

Und es gibt auch Hoffnung im Kampf gegen die Erkrankung. Ein neues Krebs-Medikament könnte Behandlungen künftig erleichtern. Der Curevac-Chef hingegen rechnet mit einer baldigen Krebs-Impfung. (kas)

Rubriklistenbild: © Karl-Josef Hildenbrand/dpa

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