Bürgermeister nennt Einzelheiten

Seilbahn-Absturz in Italien: Vier Menschen sterben – gerettete deutsche Studentin berichtet von Unglück

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    Kai Hartwig
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Am Monte Faito in Italien kam es zu einem tödlichen Seilbahn-Unglück. Vier Menschen starben, die Rettungskräfte kämpften mit den Wetter-Bedingungen.

Update vom 18. April, 17.55 Uhr: Am Gründonnerstag kam es zu einem tragischen Seilbahn-Unglück am Monte Faito, bei dem eine Gondel in die Tiefe stürzte, was vier der fünf Insassen das Leben kostete. Unter den Touristen, die gerettet werden konnten, war auch eine fünfköpfige deutsche Familie, eine deutsche Studentin und ein französischer Student, wie die Tageszeitung Corriere della Sera berichtet. In einem Interview mit La Repubblica schildern die beiden Studenten den Vorfall.

Ihnen sei nicht direkt klar gewesen, was passiert war, erklärte die deutsche Studentin. Die Gondel sei plötzlich mehrere Meter abgesackt, wie bei einer Achterbahnfahrt. Kurz darauf stoppte die Gondel und die Gruppe wartete auf ihre Rettung. Angst hätten sie nicht wirklich gehabt, so die Studentin.

Die Ermittlungen, wie es zu dem Unfall kommen konnte, laufen. Umberto De Gregorio, der Chef der Seilbahn-Gesellschaft EAV, reagierte erschüttert auf den Vorfall. Er betonte, dass die ungünstigen Wetterbedingungen nicht Ursache des Unfalls gewesen seien. Bei schlechter Witterung sollte der Betrieb der Seilbahn eigentlich durch eine automatische Sperre eingestellt werden. Dies geschah am Tag des Unglücks jedoch nicht.

Seilbahn-Unglück am Monte Faito fordert vier Todesopfer – Ermittlungen zur Ursache laufen

Update vom 18. April, 14.40 Uhr: Nach dem tragischen Vorfall mit mindestens vier Todesopfern in der Nähe von Neapel haben die Behörden in Süditalien Ermittlungen aufgenommen. Ziel ist es, die Ursache für den Absturz der Gondel am Monte Faito, der 1.131 Meter hoch ist, kurz vor der Bergstation zu klären. Ein durchtrenntes Seil führte zu dem Unglück.

Die Bergwacht berichtete, dass die Verstorbenen im Alter von 25 bis 59 Jahren aus England, Italien und Israel stammten. Ein weiterer Israeli befindet sich in einem kritischen Zustand im Krankenhaus. Erste Untersuchungen ergaben, dass die Gondel nach dem Kabelriss mehrere hundert Meter unkontrolliert talwärts schoss und schließlich an einem Pfeiler abstürzte. Der genaue Ablauf wird noch untersucht. Die Gondeln hätten bis zu 35 Touristen befördern können, was das Potenzial für noch mehr Opfer erhöht hätte.

Mehr als anderthalb Stunden bestand keine Verbindung zur verunglückten Gondel. Aufgrund von Regen, dichtem Nebel und starkem Wind hatten die Rettungskräfte Schwierigkeiten, die Absturzstelle am Berg zu erreichen. Schließlich entdeckten sie die Kabine und die Opfer mehrere Hundert Meter unterhalb des Gipfels im Gestrüpp. Der schwer verletzte Tourist, ein 30-jähriger Israeli, wird derzeit künstlich beatmet.

Update vom 18. April, 11.15 Uhr: Nach dem Seilbahnunglück am Monte Faito in der Nähe von Neapel sind neue Informationen über die Opfer bekannt geworden. In der abgestürzten Gondel befanden sich laut italienischen Behörden ein Mitarbeiter der regionalen Betreibergesellschaft EAV sowie vier Touristen. Die Todesopfer waren zwei Urlauber aus England, ein Tourist aus Israel und ein Italiener.

Nachdem das Kabel gerissen war, hingen zwei Kabinen in der Luft, und die Insassen mussten gerettet werden. In einer der Kabinen befanden sich laut der italienischen Zeitung Corriere della Sera auch Deutsche: ein junges Paar, das als Erasmus-Studenten in Neapel studiert, sowie eine Familie mit drei Kindern. „Sie weinten, umarmten uns und bedankten sich bei uns. Die kleinen Kinder waren verängstigt“, berichtete ein Feuerwehrmann, der an der Rettungsaktion teilnahm, dem Portal.

Einer der Insassen der verunglückten Gondel in Italien überlebte schwer verletzt

Update 18. April, 07.35 Uhr: Unter den vier Todesopfern des Seilbahnunglücks befanden sich, wie mittlerweile bekannt ist, auch drei ausländische Touristen. Die italienische Bergwacht berichtet, dass die Gondel in der Nähe von Castellammare di Stabia auf dem Weg zu einem Aussichtspunkt abstürzte, nachdem ein Kabel gerissen war.

In der Gondel, die fast den Gipfel erreicht hatte, waren ein Mitarbeiter der regionalen Betreibergesellschaft EAV und vier Touristen. Einer der Insassen überlebte mit schweren Verletzungen. Den Behörden zufolge handelte es sich bei den Todesopfern um einen Touristen aus Israel, zwei Engländer und einen Italiener.

Mehr als ein Dutzend weiterer Fahrgäste, darunter mehrere Ausländer, wurden aus anderen Kabinen der Bahn mit Seilen gerettet. Auch Hubschrauber waren im Einsatz. Die Rettungsarbeiten gestalteten sich aufgrund des Nebels schwierig.

Update vom 17. April, 21.41 Uhr: Nach dem Seilbahn-Unglück mit vier Toten in Castellammare di Stabia (Italien) haben die Behörden weitere Angaben gemacht. Neben den vier Todesopfern habe es einen Schwerverletzten gegeben, dieser sei mit einem Rettungshubschrauber in ein Krankenhaus geflogen worden, berichtet napolitoday. Das Portal gab unter Berufung auf die Einsatzkräfte an, in der verunglückten Gondel hätten sich ein Ingenieur und zwei Touristenpaare befunden.

Auch weitere Einzelheiten zum Unglück wurden bekannt. „In diesen Stunden herrschte eine wirklich sehr angespannte Wetterlage, daher kann ich mir vorstellen, was in 1.500 Metern Höhe passiert sein könnte“, sagte der Präsident der Region Kampanien, Vincenzo De Luca, zu Rainews24: „Ich wiederhole jedoch, dass es sich um technische Kontrollen handelt, die mit größter Sorgfalt und in den nächsten Minuten durchgeführt werden müssen. In der Faito-Seilbahn hatten wir zwei Kabinen: Aus der Kabine bergab, in 100 Metern Höhe, wurden die Personen geborgen und einzeln zum Aussteigen gebracht. Die Kabine bergauf hatte jedoch einige Schwierigkeiten: Sie ist wahrscheinlich mit Höchstgeschwindigkeit hinuntergefahren und gegen einen der Pfeiler geprallt.“

Gondel stürzt in Italien ab – vier Menschen sterben: „Betriebsleiter hielt eine Schließung nicht für notwendig“

Derweil sagte Umberto De Gregorio, der Präsident der Autonomen Körperschaft Volturno (EAV), gegenüber napolitoday: „Die Seilbahn war vor zehn Tagen regulär und unter allen erwarteten Sicherheitsbedingungen geöffnet worden. Heute ist es eine unvorstellbare und unvorhersehbare Tragödie, die noch aufgeklärt werden muss. Der Betriebsleiter hielt eine Schließung nicht für notwendig, da er offensichtlich nicht davon ausging, dass die Wetterbedingungen eine Aussetzung des Betriebs erforderten.“

Das Portal sprach dem Bericht zufolge auch mit Anwohnern von Castellammare di Stabia. Diese sprachen von einem sehr starken Wind vor Ort, den sie in den vergangenen Tagen wahrgenommen hätten. Ein Mann, der nach eigenen Angaben als Pendler regelmäßig die Seilbahn nutzt, sagte: „Ich habe mich an Bord immer sehr sicher gefühlt. Vielleicht haben die letzten Böen die Stabilität untergraben.“

Erstmeldung vom 17. April, 20.51 Uhr: Castellammare di Stabia – Der Absturz einer Seilbahn-Gondel in Castellammare di Stabia nahe Neapel (Italien) hat am Donnerstagabend (17. April) vier Menschen das Leben gekostet. Wie die italienische Nachrichtenagentur Ansa unter Berufung auf Rettungskräfte berichtete, stürzte die Gondel nach dem Riss eines Kabels in die Tiefe.

Das bestätigte auch der Bürgermeister von Castellammare di Stabia, Luigi Vicinan. Er sagte der Agentur zufolge gegenüber Journalisten: „Das Zugseil riss, die Notbremse bergab funktionierte, aber offenbar nicht die der Kabine, die in die Station oben in Faito einfuhr.“

Die Seilbahn, die seit 1952 existiert, führt auf den über 1100 Meter hohen Monte Faito, von dem aus man normalerweise den Golf von Neapel überblicken kann. An diesem Tag war die Sicht jedoch durch dichten Nebel stark eingeschränkt. Auch in anderen Teilen Italiens führten die Unwetter zu gefährlichen Bedingungen.

In Italien ist die Gondel einer Seilbahn am Monte Faito abgestürzt. Dabei kamen mehrere Menschen ums Leben.

In der Kabine befanden sich ersten Angaben zufolge fünf Personen. Ein weiterer Insasse erlitt schwere Verletzungen. Der Fahrer der Gondel wurde zunächst vermisst, doch auch er wurde später tot aufgefunden. Die Identität der anderen Opfer wurde von den Behörden zunächst nicht bekannt gegeben. Mehr als ein Dutzend weiterer Fahrgäste aus anderen Kabinen der Bahn wurden mit Seilen gerettet. Auch Rettungshubschrauber kamen zum Einsatz, wobei dichter Nebel die Rettungsarbeiten erschwerte. Vor dem Absturz bestand noch Kontakt zur verunglückten Kabine, der jedoch später abbrach.

„Es ist eine Tragödie“, schrieb Umberto De Gregorio, Präsident der Autonomen Körperschaft Volturno (EAV), auf Facebook. Er bestätigte das tödliche Unglück gegenüber NapoliToday und fügte hinzu: „Leider ist die Gondel bergauf abgestürzt. Wir suchen nach den Vermissten.“ Anwohner von Castellammare di Stabia berichteten von einem lauten Knall, als ein Kabel auf den Ort fiel. Die Ursache des Unglücks wird in den Auswirkungen der Unwetter in Italien vermutet, offizielle Bestätigungen gibt es jedoch noch nicht.

Sturzfluten, Erdrutsche und jetzt noch Schnee – Bilder zeigen heftiges Ausmaß des Italien-Unwetters

Italien Wetterkarte hat es in sich. Besonders Piemonte, im Norden, dürfte von starken Regenfällen am 17. April getroffen werden. Schon der Mittwoch (16. April) stellte Feuerwehren und Rettungsdienste vor große Herausforderungen.
Italien Wetterkarte hat es in sich. Besonders Piemonte, im Norden, dürfte von starken Regenfällen am 17. April getroffen werden. Schon der Mittwoch (16. April) stellte Feuerwehren und Rettungsdienste vor große Herausforderungen. © Protezione Civile
Erdrutsch bei Unwetter in Italien: Das Dorf Boccassuolo wurde in zwei geteilt.
Erdrutsch bei Unwetter in Italien: Das Dorf Boccassuolo wurde in zwei geteilt. © Screenshot/Provincia Modena
Feuerwehr teilt Bilder von Unwetter in Italien.
Unwetter in Italien: Die Feuerwehr teilt Bilder aus den betroffenen Regionen. Der Meteorologe Dominik Jung rät sogar: „Im Zweifel lieber frühzeitig abreisen“ – besonders für Campingurlauber in Flussnähe oder in Hanglagen könnte es gefährlich werden. ©  Vigili del Fuoco / X
Italiens Feuerwehren sind im Dauereinsatz, sprechen am 16. April (Mittwoch) von Einsätzen wegen Überschwemmungen, Wasserschäden und Erdrutschen. Aufgrund zweier Erdrutsche in Villadossola und Beura Cardezza mussten 30 Personen vorsorglich aus den umliegenden Häusern evakuiert werden.
Italiens Feuerwehren sind im Dauereinsatz, sprechen am 16. April (Mittwoch) von Einsätzen wegen Überschwemmungen, Wasserschäden und Erdrutschen. Aufgrund zweier Erdrutsche in Villadossola und Beura Cardezza mussten 30 Personen vorsorglich aus den umliegenden Häusern evakuiert werden.  © Vigili del Fuoco / X
Italien erwartet heftigen Regen – besonderd Norden betroffen.
In Italien herrscht derzeit eine ernste Unwetterlage, besonders in den nördlichen Regionen des Landes. Mehrere Tiefdruckgebiete sorgen für massive Niederschläge, die zu Überschwemmungen, Erdrutschen und gefährlichen Wetterlagen führen können. © Marco Ottico / pictures alliance
Unwetter in Italien – es droht großflächiges Hochwasser.
Für viele Regionen gilt aktuell die Warnstufe Orange oder Gelb der italienischen Zivilschutzbehörde. Besonders kritisch ist die Lage in der Region zwischen Turin und Mailand sowie in der Po-Ebene, wo großflächiges Hochwasser droht. © IMAGO/Alessandro Di Marco
Bis zu 500 Liter Regen pro Quadratmeter in Italien.
Wetterexperten rechnen mit extremen Regenmengen: In nur 48 Stunden könnten über 20 Zentimeter Niederschlag fallen In Spitzen werden 400 bis 500 Liter pro Quadratmeter erwartet. Meteorologen warnen sogar vor lebensbedrohlichen Unwettern. © IMAGO/Alessandro Di Marco
Italien von schweren Unwettern heimgesucht – noch keine Entwarnung.
Die intensive Niederschlagsphase soll noch bis mindestens Donnerstag (17. April) anhalten. Für Freitag (18. April) wird eine leichte Wetterberuhigung erwartet, doch auch am Wochenende bleibt die Lage unbeständig. © IMAGO/Alessandro Di Marco
Unwetter treffen Italien: Im Piemont traf ein Erdrutsch eine Straße in Donato. Feuerwehrleute greifen vor Ort ein.
Unwetter treffen Italien: Im Piemont traf ein Erdrutsch eine Straße in Donato. Feuerwehrleute greifen vor Ort ein.  © Screenshot
Dieses Video aus Valsesien im Piemont zeigt eine Lawine, die in Richtung Tal rauscht. Ein Gemisch aus Schnee, Wasser und Schlamm.
Ein Video aus Valsesien im Piemont zeigt eine Lawine, die in Richtung Tal rauscht. Ein Gemisch aus Schnee, Wasser und Schlamm. © Andrea Vuolo - Meteo in Piemonte
In der Region Piemont wurden die Einsatzkräfte am Donnerstag auf über 400 Personen aufgestockt.
In der Region Piemont wurden die Einsatzkräfte am Donnerstag auf über 400 Personen aufgestockt.  © Vigili del Fuoco
Zahlreiche Straßen in der Region wurden von Erdrutschen verlegt, einige Gemeinden sind isoliert oder bereits evakuiert.
Zahlreiche Straßen in der Region wurden von Erdrutschen verlegt, einige Gemeinden sind isoliert oder bereits evakuiert. © Vigili del Fuoco
Verstärkung wurde außerdem in die Toskana geschickt. Zwischen Biella, Verbiana und Turin dürfte die Lage kritisch bleiben.
Verstärkung wurde außerdem in die Toskana geschickt. Zwischen Biella, Verbiana und Turin dürfte die Lage kritisch bleiben. © Vigili del Fuoco
Bilder der Feuerwehr zeigen hier einen Einsatz bei Villar Dora. Bäume halten den starken Winden nicht Stand.
Bilder der Feuerwehr zeigen hier einen Einsatz bei Villar Dora. Bäume halten den starken Winden nicht Stand. © Vigili del Fuoco
Auch in der Lombardei führen die Unwetter zu großen Verkehrsbehinderungen.
Auch in der Lombardei führen die Unwetter zu großen Verkehrsbehinderungen.  © Vigili del Fuoco
Über 500 Einsätze wegen Überschwemmungen, Wasserschäden oder umgestürzten Bäumen zählte die Feuerwehr in der Lombardei in nur 24 Stunden.
Über 500 Einsätze wegen Überschwemmungen, Wasserschäden oder umgestürzten Bäumen zählte die Feuerwehr in der Lombardei in nur 24 Stunden. © Vigili del Fuoco
Auch die Schweizer Alpen wurden von Unwettern heimgesucht. Feuerwehrleute entfernen einen Baum, der unter der Schneelast in der Stadt Sierre zusammengebrochen ist. Die Situation ist so gefährlich, dass selbst Schulen und Supermärkte regional geschlossen bleiben.
Auch die Schweizer Alpen wurden von Unwettern heimgesucht. Feuerwehrleute entfernen einen Baum, der unter der Schneelast in der Stadt Sierre zusammengebrochen ist. Die Situation ist so gefährlich, dass selbst Schulen und Supermärkte regional geschlossen bleiben. © afp
Der komplett eingeschneite Piazza Chanoux in der Innenstadt von Aosta.
Der komplett eingeschneite Piazza Chanoux in der Innenstadt von Aosta. © Screenshot
80 Zentimeter Neuschnee wurden in höheren Lagen des Piemont verzeichnet.
80 Zentimeter Neuschnee wurden in höheren Lagen des Piemont verzeichnet. © Screenshot
Bereits Mitte März 2025 waren Teile Italiens von schweren Unwettern getroffen worden. Unter anderem Florenz.
Bereits Mitte März 2025 waren Teile Italiens von schweren Unwettern getroffen worden. Unter anderem Florenz. © IMAGO/IPA/ABACA

Weitere Gondel drohte in Italien abzustürzen – 16 Personen gerettet

Bereits 1960 ereignete sich dort ein tödlicher Unfall, bei dem vier Menschen starben und mehr als 30 verletzt wurden. Im Sommer 2021 blieb eine Kabine aufgrund eines Stromausfalls mit 31 Passagieren über eine Stunde lang stecken, jedoch ohne Verletzte.

Glücklicherweise konnten am Donnerstag 16 Passagiere einer weiteren Kabine, die ebenfalls abzustürzen drohte, unverletzt gerettet werden. Andernorts sorgte das Unwetter in Italien für lebensbedrohliche Zustände – wie bei einer Gerölllawine. (kh mit dpa)

Rubriklistenbild: © Soccorso Alpino e Speleologico/dpa; Screenshot/X

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