VonKarolin Schaeferschließen
Durch einen Zufall haben Forschende in der Grabeskirche von Jerusalem einen sensationellen Fund gemacht. Sie entdecken ein Vermächtnis der Kreuzritter.
Jerusalem – Der Fund wurde inmitten der Grabeskirche – der Ort, an dem Jesus den Überlieferungen nach gekreuzigt und begraben worden sein soll – zutage gefördert. Dabei handelt es sich um einen längst verschollen geglaubten Hochaltar. Dieser könnte zudem eine bisher unbekannte Verbindung zeigen. Dagegen könnte ein riesiger Fund in Norwegen Europa unabhängiger machen.
Forschende machen Sensationsfund hinter Graffiti in Jerusalem
Archäolog:innen aus Israel und Historiker:innen der Österreichischen Akademie der Wissenschaften (ÖAW) sprachen in einer Mitteilung von einer „Sensation“. In einem hinteren Teil der Kirche lehnte eine mehrere Tonnen schwere Steinplatte, die Besucher:innen mit Graffitis besprüht hatten. Da die Platte wegen Bauarbeiten umgedreht werden musste, wurde die Vorderseite eines früheren Marmoraltars mit detailreichen Verzierungen entdeckt.
„Wir kennen aus dem 16., 17. und 18. Jahrhundert Pilgerberichte über einen prächtigen Marmoraltar in Jerusalem“, schilderte ÖAW-Historiker Ilya Berkovich. Nach einem großen Feuer im Jahr 1808 in der Kirche war der Kreuzritter-Altar verschwunden – „zumindest dachte man das die längste Zeit“, so der Historiker.
„Völlig unerwartet“: Forschende staunen über Zufallsfund in Jerusalem
Obwohl täglich tausende Tourist:innen die Gedenkstätte besuchen, blieb der Altar lange verborgen. „Dass ausgerechnet an dieser Stelle etwas so Bedeutendes so lange unerkannt herumliegen konnte, kam für alle Beteiligten völlig unerwartet“, sagte Berkovich. Mit 3,5 Metern Breite dürfte der Fund der bislang größte mittelalterliche Altar sein. „Niemand hat erwartet, hier noch etwas zu entdecken. Es ist phänomenal“, sagte er der Kleinen Zeitung.
Die Verzierungen des Hochaltars sollen auf eine spezielle Fertigungstechnik zurückgehen – die des sogenannten Kosmatesk. Die Technik beherrschten lange Zeit ausschließlich Künstler:innen in Rom, weshalb es nur ein Kosmatesk-Kunstwerk außerhalb von Italien gibt. Den Forschenden zufolge dürfte der Altar vom Papst persönlich in Auftrag gegeben worden sein. Damit stelle er den Beweis „einer bisher unbekannten Verbindung zwischen Rom und Jerusalem“ dar.
Auch in anderen Teilen der Welt werden ständig neue Entdeckungen gemacht. So wurden kürzlich Beweise für ein mysteriöses Ritual der Aborigines in Australien entdeckt. Aber auch direkt vor der Haustür gibt es sensationelle Funde: In Frankfurt kamen Relikte aus der Römerzeit ans Tageslicht. (kas)
Rubriklistenbild: © Shai Halevi/Israel Antiquities Authority


