Vor Oktoberfest-Start

Neue Corona-Variante „Pirola“ in Deutschland nachgewiesen – RKI nennt Details

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„Pirola“ ist in Deutschland angekommen: Die Corona-Variante wurde nachgewiesen - wenige Tage vor dem Start des Oktoberfestes in München.

Frankfurt – Nachdem sich in einigen Ländern bereits Infektionsfälle gemehrt hatten, nahm die Weltgesundheitsorganisation (WHO) die neue Corona-Variante „Pirola“ Mitte August unter besondere Beobachtung. Nun wurde auch der erste Fall in Deutschland nachgewiesen. Das bestätigte das Robert Koch-Institut (RKI) am Mittwoch (13. September). Ausgerechnet wenige Tage vor dem Start des weltweit größten Volksfests. Wird die Wiesn nun zum neuen Ischgl?

Erster „Pirola“-Fall in Deutschland: Wird das Oktoberfest zum Corona-Hotspot?

Bereits zuvor schlugen Fachkräfte angesichts der steigenden Atemwegserkrankungen und dem zumeist dünn besetzten Klinikpersonal Alarm für den Herbst. Nun könnte sich die Lage verschlimmern: Das Oktoberfest steht vor der Tür und mit ihm rund sechs Millionen Besucherinnen und Besucher aus der ganzen Welt. Die Sorge, dass die neue Corona-Variante „Pirola“ sich ausbreitet, ist sicherlich ein Stück mehr mit dem ersten nachgewiesenen Fall in Deutschland gewachsen.

Die Corona-Variante „Pirola“ wurde in Deutschland nachgewiesen. (Symbolfoto)

Die Labor-Ergebnisse zuletzt deuten auf eine neue Corona-Welle hin: Vergangene Woche wurden laut RKI bisher rund 6780 Covid-Fälle übermittelt, das sind mehr als dreimal so viele wie in der ersten Augustwoche. Es ist aber anzunehmen, dass die tatsächliche Zahl von Menschen, die an Corona erkrankt sind, deutlich höher liegen dürfte. Im Labor landen schließlich nur die Proben, denen Corona-Tests vorangegangen sind.

Im Vergleich zur absoluten Hochphase der Pandemie sind die Testungen aber deutlich weniger geworden. Auch Untersuchungen auf Virusvarianten sind viel seltener. Zumal die Grippe-Saison vor der Tür steht und die Symptome einer Influenza denen einer Corona-Erkrankung meist stark ähneln. Müssen also auf dem letzten Drücker noch Vorsichtsmaßnahmen auf dem Oktoberfest ergriffen werden? Zuvor wurde bereits zur Mund-Nasen-Maske angeraten.

Pirola-Fall in Deutschland: Virologin sieht von Corona-Variante bislang kaum Gefahr ausgehen

Bislang wurde die relativ stark mutierte Corona-Variante BA.2.86, genannt „Pirola“, nur außerhalb von Deutschland gemeldet. Zuvor traten Fälle in Dänemark, den USA, Großbritannien und in Israel. Auch in der Schweiz wurden Infektionsfälle vermutet. Nun wurde „Pirola“ auch in Deutschland nachgewiesen. Wie das RKI berichtet, gehe der Fall auf die Woche bis 21. August zurück. Mögliche weitere Fälle können also nicht ausgeschlossen werden.

Viele Menschen auf engsten Raum: die Vergangenheit zeigt, dass Infektionskrankheiten sich so rasant ausbreiten können. Auf dem Oktoberfest finden Millionen Gäste zusammen – die Sorge um die neue Corona-Variante „Pirola“ dürfte da nicht kleiner werden. (Foto-Montage)

Auch wenn einiges bereits über die neue Corona-Variante bekannt ist, seien laut der Frankfurter Virologin Sandra Ciesek noch viele Fragen offen. Einen Nachweis hierzulande wertete sie als Frage der Zeit. Solange Omikron zirkuliere, sei sie jedoch relativ entspannt, so Ciesek. Sie sehe dann keine Gefahr, dass sich die Situation stark verändere oder dass noch einmal staatliche Maßnahmen verhängt würden.

Anders in Israel, wo Durchschnitt 136 neue Coronafälle pro Tag an das Gesundheitsministerium gemeldet werde. Als Maßnahme reagiert die Regierung in Israel mit einer erneuten Testpflicht. Die Vorsicht wächst auch in Deutschland: Einigen Menschen rät die Ständige Impfkommission (Stiko), sich im Herbst gegen Corona impfen zu lassen.

Rubriklistenbild: © Sascha Steinach / Imago Images

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