Drama am Großglockner

Bei Steinschlag verletzt: Bergsteiger harren zwei Nächte auf Berg in Österreich aus

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Aufgrund der Wetterbedingungen gestaltete sich die Rettung der beiden Männer in den Alpen schwierig. Der vierte Versuch war nun ein Erfolg.

Update vom 6. Februar, 9.51 Uhr: Jetzt hat es endlich geklappt. Seit Sonntagabend saßen zwei Bergsteiger im Glockner-Biwak fest. Ein Steinschlag hatte sie getroffen und so sehr verletzt, dass sie sich den Weg nach unten nicht mehr zutrauten. Mehrmals starteten Rettungsflüge zu den beiden Männern, doch die Einsätze scheiterten allesamt wegen starker Winde.

Am Dienstag (6. Februar) um 7 Uhr startete schließlich der erfolgreiche Flug. „Die Männer konnten ausgeflogen werden“, meldet die Bergrettung Heiligenblut kurz darauf der Kleinen Zeitung. Die Bergsteiger wurden ins Krankenhaus nach Lienz gebracht. Beiden geht es den Umständen entsprechend gut, einer habe sich an der Schulter, der andere am Fuß verletzt, schreibt das Blatt.

Außerdem gab es offenbar Verwirrung zur Staatsangehörigkeit der Urlauber. Die Polizei bezeichnet die Männer mittlerweile als Tschechen, in ersten Meldungen der LPD Kärnten war von Bergsteigern aus der Slowakei die Rede.

Hier saßen die Bergsteiger zwei Nächte lang fest: Im Glockner-Biwak gibt es Stockbetten und eine Kochmöglichkeit.

Verletzte Bergsteiger sitzen in Alpen fest: Rettungsflüge scheitern wegen Wind am Großglockner

Erstmeldung vom 5. Februar, 17.51 Uhr: Kaprun – Zwei Bergsteiger aus der Slowakei warten vergeblich auf Rettung. Die beiden Männer waren am Sonntag (4. Februar) auf dem Großglockner, dem höchsten Berg Österreichs, unterwegs und wurden von Steinschlag getroffen. Gegen 20 Uhr sendeten sie den Notruf: Beide wurden laut eigenen Angaben verletzt, haben es aber zurück zum Glockner-Biwak, einer Schutzschachtel des Alpenvereins, geschafft.

Seitdem sitzen die Urlauber auf dem Berg fest, bestätigte die Landespolizeiinspektion Kärnten auf Anfrage von IPPEN.MEDIA. Rund um den Großglockner tost derzeit Sturm mit Windböen von bis zu 110 km/h. Mehrere Rettungsflüge mit Helikopter scheiterten deshalb bereits.

Ausharren am Großglockner: Zwei Bergsteiger aus der Slowakei sitzen verletzt im Biwak fest.

Der jüngste am Montag (5. Februar) um 15 Uhr, wie die Bergrettung Heiligenblut auf Anfrage bestätigte. Die Bergsteiger werden eine weitere Nacht auf 3205 Metern Höhe verbringen müssen. Der nächste Versuch startet am Dienstag (6. Februar) um 7 Uhr, sagte Horst Wohlgemuth von der alpinen Einsatzgruppe Spittal der Kleinen Zeitung.

Großglockner-Rettung nicht möglich: „Sind bis auf etwa 20 Meter herangekommen“ – Urlauber gut ausgerüstet

Er erklärte außerdem, wie knapp der Flug von Montagnachmittag gescheitert ist: „Wir sind bis auf etwa 20 Meter an die Unterkunft der Bergsteiger herangekommen, aber dann wurde es aufgrund des Windes zu gefährlich.“ Starker Wind ist eine Problematik, die die Bergrettung häufig schwierig gestaltet, wie bei einem Einsatz am Watzmann im vergangenen Jahr.

Welche Verletzungen die Bergsteiger beim Steinschlag davongetragen haben, konnte die Polizei nicht sagen. Fest steht, dass sie sich den Weg ins Tal in ihrer Verfassung nicht zutrauen. Abgesehen davon scheinen sie allerdings nicht ernsthaft verletzt zu sein. Außerdem haben sie im Biwak ein Dach über dem Kopf, ausreichend Proviant und sind gut ausgerüstet, wie die Polizei weiß.

Wenn sich Berg-Touristinnen und -Touristen selbst in Gefahr bringen, kann das teuer für sie werden. Erst Anfang Januar waren Bergsteiger bei schlechten Wetterbedingungen auf den Großglockner gestiegen, mussten gerettet werden und den großen Einsatz aus eigener Tasche bezahlen. (moe)

Rubriklistenbild: © LPD Kärnten

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