„Kann gefährlich sein“

Bis zu 45 Grad: Extreme Hitze in zahlreichen Urlaubsländern – Wetter-Experte appelliert an Reisende

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In mehreren Urlaubsländern werden hohe Temperaturen jenseits der 40 Grad erwartet. Meteorologe Dominik Jung stuft Gefahren durch die Hitze als sehr hoch ein.

Frankfurt – Die Vorfreunde auf den Sommerurlaub in Spanien ist kaum zu bändigen. Durch das Flugzeugfenster erblicken die Reisenden den strahlend blauen Himmel und gleißenden Sonnenschein. Doch als sich die Tür ins Freie öffnet, der Schock: Die glühende Hitze schlägt ihnen entgegen wie ein Föhn – ein Szenario, das laut Meteorologe Dominik Jung bald Realität werden könnte. Er prognostiziert in Spanien in den nächsten zwei Wochen Temperaturen bis zu 45 Grad.

Aufatmen können die Menschen vor Ort auch nachts nicht. Denn dann sinke das Thermometer auf immer noch sehr warme 25 bis 28 Grad, so Jung gegenüber Bild.de und führt aus: „Die Hitze kommt aus dem Inneren von Nordafrika, hat sich im Mittelmeerraum regelrecht festgefahren.“ Ähnlich wird das Wetter vom Deutschen Wetterdienst (DWD) vorausgesagt. Demnach werden zahlreiche Urlaubsländer derzeit von einer extremen Hitze heimgesucht. Die Folge: Dürre und Waldbrände. Es gab sogar erste Hitzetote in Italien.

Bis zu 45 Grad in Urlaubsländern: Wetter-Experte mahnt wegen extremer Hitze zur Vorsicht

Schon zuvor sprach Jung von einer „mörderischen Hitze“ in südlichen Urlaubsregionen. Dem Experten von wetter.net zufolge handele es sich um einen echten „Heat Dome“, zu Deutsch „Hitzekuppel“. Der DWD sieht das ganze aber differenzierter: Zwar gebe es durchaus Gemeinsamkeiten der aktuellen Wetterlage in Südeuropa mit einem „Heat Dome“. Dennoch fehle es an einem ausgedehnten, blockierenden Hochdruckgebiet, das die heiße Luft einschließt und weiter absinken lässt.

Wie entsteht ein „Heat Dome“?

Ein „Heat Dome“ entsteht, wenn sich ein Hochdruckgebiet über eine Region festsetzt und die Hitze darunter gefangen hält. Dieses Wetter-Phänomen verhindert, dass kühlere Luft eindringen kann, und die Temperaturen steigen kontinuierlich an. Die Hitze bleibt wie unter einer Kuppel gefangen und kann mehrere Tage oder sogar Wochen anhalten. Dadurch kommt es zu extrem hohen Temperaturen und häufig auch zu Hitzewellen.

Quelle: Deutscher Wetterdienst (DWD)

Trotzdem solle die Hitze mit Tageshöchstwerten von über 40 Grad, die in Portugal, Spanien, Griechenland und der Türkei erwartet werden, nicht unterschätzt werden, so der DWD. Denn durch die Hitze steigt auch das Risiko auf Waldbrände. Jung appelliert daher, in Urlaubsländern vorsichtig zu sein, „besonders bei Ausflügen weiter weg vom Hotel“. „Wenn da Waldbrände ausbrechen, kann das in ungewohnter Umgebung gefährlich sein“, erklärt der Wetter-Experte gegenüber IPPEN.MEDIA.

Hitze in Urlaubsländern: Wetter-Experte stuft „Gefahr für Brände rund ums Mittelmeer sehr hoch“ ein

Sowohl der DWD als auch Jung prognostizieren, dass Hitze und Trockenheit wohl erstmal kein Ende nehmen. „Generell ist die Gefahr für Brände rund ums Mittelmeer akut“, so der Meteorologe. Urlaubsländer wie die Türkei, Bulgarien und Griechenland hatten bereits damit zu kämpfen. Nach den verheerenden Waldbränden auf der griechischen Insel Kos mussten Hotels evakuiert werden. Auch in einer Urlaubsregion in Kroatien hat zuletzt ein Feuer getobt, das mutmaßlich gelegt wurde.

In zahlreichen Urlaubsländern wird eine extreme Hitze erwartet. An manchen Orten sollen die Temperaturen sogar auf bis zu 45 Grad steigen. (Symbolbild)

Laut Jung handelt es sich dabei um keinen Einzelfall: „Von selbst brennen die Bäume in der Regel nicht. Da wird in 99 Prozent der Fälle nachgeholfen.“ Demnach können auch in der Nähe von Hotels jederzeit Feuer ausbrechen. In Italien wurde etwa ein Brandstifter mit einer Drohe auf frischer Tat ertappt. Die italienische Agrarvereinigung geht davon aus, dass in dem Urlaubsland sechs von zehn Brände absichtlich gelegt werden. Die Dürre begünstigt die Ausbreitung des Feuers.

Extreme Hitze nimmt kein Ende: Urlaubsländer in Europa ergreifen drastische Maßnahmen

Vor allem im Süden Spaniens und Portugals soll sich die extreme Hitze weiter fortsetzen, so der DWD. Auf Sizilien warnt der italienische Wetterdienst mit der höchsten Hitzewarnstufe. Deswegen gilt vor Ort bis Ende August an heißen Tagen am Nachmittag ein Arbeitsverbot. Um Touristinnen und Touristen vor einem möglichen Hitzeschlag und Dehydration zu schützen, bleiben zudem in Griechenland beliebte Sehenswürdigkeiten wie die Akropolis tagsüber geschlossen.

Laut Stressforscherin Claudia Traunmüller sei den Leuten gar nicht klar, was sie im Urlaub erwarte. „Es geht nur noch darum, dass man dorthin muss, man muss fliegen, man muss im Sommer in den Süden“, sagt sie im Gespräch mit heute.at(cln)

Rubriklistenbild: © Clara Margais/dpa

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