Führungslos seit Trump-Antritt

Kurz vor Flugzeugabsturz in Washington – Elon Musk drängte Boss von Flugbehörde zu Rücktritt

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Zehn Tage vor dem Absturz in Washington: Donald Trump tritt sein Amt an und der Chef der Flugbehörde tritt ab. Er war mit Elon Musk aneinander geraten.

Washington D.C. – Zum Zeitpunkt des Flugzeugunglücks in der US-Hauptstadt war die Flugaufsichtsbehörde FAA ohne Leitung – und ist es immer noch. Beim Amtsantritt der Trump-Regierung war FAA-Chef Mike Whitaker zurückgetreten. Er hinterließ am 20. Januar ein gewaltiges Führungsvakuum.

Rücktritt kurz vor Washington-Absturz: Musk drängte Chef von US-Flugsicherheitsbehörde

Insbesondere mit Elon Musk war Whitaker zuvor mächtig aneinander geraten. Wegen ungenehmigter Startänderungen hatte die FAA unter Whitaker im Sommer 2024 Geldbußen in Höhe von 633.009 US-Dollar gegen Musks Firma SpaceX verhängt.

Der Tech-Milliardär und heutige Trump-Berater reagierte angefasst. Musk drohte, die Flugaufsichtsbehörde zu verklagen. Und forderte öffentlich den Rücktritt von Whitaker. US-Medien berichteten, der Milliardär habe den damaligen FAA-Chef darüber hinaus persönlich angerufen.

Whitaker hinterließ riesige Lücke bei FAA – wichtige Stellen seit Trump-Antritt vakant

Whitaker tat Musk schließlich den Gefallen, trat zurück – und hinterließ eine Lücke bei der FAA, die bis heute nicht gestopft ist. Seine Stellvertreterin machte sogar noch zehn Tage vor ihm Schluss. Katie Thomson trat am 10. Januar zurück.

Laut der offiziellen Website der FAA sind nicht nur diese beiden Positionen nach wie vor vakant. Es fehlen: stellvertretende Administration für Sicherheit sowie eine Beraterin oder ein Berater, stellvertretende Administration für Kommunikation, stellvertretende Administration für Regierungsangelegenheiten sowie eine stellvertretende Administration für Politik und internationale Angelegenheiten.

Bilder zeigen Moment des Flugzeug-Unglücks in Washington – Weltmeister-Duo stirbt

Aufnahmen zeigen die Momente vor der Kollision des Helikopters mit dem Passagierflugzeug in Washington: Der Hubschrauber fliegt geradewegs in Richtung des Flugzeuges, bis er mit diesem zusammenkracht.
Aufnahmen zeigen die Momente vor der Kollision des Helikopters mit dem Passagierflugzeug in Washington: Der Hubschrauber fliegt geradewegs in Richtung des Flugzeuges, bis er mit diesem zusammenkracht. © Eli Zusman/X/Screenshot
Mitarbeiter des Amerikanischen Roten Kreuzes treffen am Ronald Reagan Washington National Airport ein, um bei der Rettung nach dem Flugezugabsturz zu helfen.
Mitarbeiter des Amerikanischen Roten Kreuzes treffen am Ronald Reagan Washington National Airport ein, um bei der Rettung nach dem Flugezugabsturz zu helfen. © Julio Cortez/dpa
Videos auf X zeigen, wie der Hubschrauber in das Flugzeug kracht und dieses in Flammen aufgeht.
Videos auf X zeigen, wie der Hubschrauber in das Flugzeug kracht und dieses in Flammen aufgeht. © Eli Zusman/X/Screenshot
Ein Boot arbeitet nach dem Crash auf dem Potomac River. Der Fluss gleiche aktuell einem „großen schwarzen Fleck“, erklärt Feuerwehrchef John Donnelly.
Ein Boot arbeitet nach dem Crash auf dem Potomac River. Der Fluss gleiche aktuell einem „großen schwarzen Fleck“, erklärt Feuerwehrchef John Donnelly. © Alex Brandon/dpa
Zahlreiche Boote sind am frühen Morgen an den Such- und Rettungsmaßnahmen auf dem Potomac River im Einsatz.
Zahlreiche Boote sind am frühen Morgen an den Such- und Rettungsmaßnahmen auf dem Potomac River im Einsatz. © Mark Schiefelbein/picture alliance/dpa
Wenige Stunden später dann die dramatische Nachricht von Feuerwehrchef John Donnelly: Die Rettungsaktion ging zu einer reinen Bergungsaktion über – das heißt, dass keine Überlebenden erwartet werden.
Wenige Stunden später dann die dramatische Nachricht von Feuerwehrchef John Donnelly: Die Rettungsaktion ging zu einer reinen Bergungsaktion über – das heißt, dass keine Überlebenden erwartet werden. © Mark Schiefelbein/picture alliance/dpa/AP
Der Ronald Reagan Washington National Airport wurde nach dem Absturz der Passagiermaschine gesperrt. „Alle Starts und Landungen wurden am DCA gestoppt“, teilte der Flughafen auf der Plattform X mit.
Der Ronald Reagan Washington National Airport wurde nach dem Absturz der Passagiermaschine gesperrt. „Alle Starts und Landungen wurden am DCA gestoppt“, teilte der Flughafen auf der Plattform X mit. © Bonnie Cash/imago
Auch ein Hubschrauber ist nach dem schweren Crash in Washington im Einsatz. Mit einem Scheinwerfer sucht er den Potomac River in der Nähe des Ronald Reagan Washington National Airport ab.
Auch ein Hubschrauber ist nach dem schweren Crash in Washington im Einsatz. Mit einem Scheinwerfer sucht er den Potomac River in der Nähe des Ronald Reagan Washington National Airport ab. © Alex Brandon/dpa
Rettungskräfte arbeiten auf dem Potomac River in der Nähe des Ronald Reagan Washington National Airport. Es wird von zahlreichen Toten ausgegangen.
Rettungskräfte arbeiten auf dem Potomac River in der Nähe des Ronald Reagan Washington National Airport. Es wird von zahlreichen Toten ausgegangen. © Julio Cortez/dpa
Ein Mitglied des National Transportation Safety Board (NTSB) bewacht eine Tür des Ronald Reagan Washington National Airport, nachdem dieser wegen des Unglücks gesperrt werden musste.
Ein Mitglied des National Transportation Safety Board (NTSB) bewacht eine Tür des Ronald Reagan Washington National Airport, nachdem dieser wegen des Unglücks gesperrt werden musste. © Julio Cortez/dpa
Medienberichten zufolge haben Einsatzkräfte bereits mehrere Leichen aus dem Fluss geborgen.
Medienberichten zufolge haben Einsatzkräfte bereits mehrere Leichen aus dem Fluss geborgen. © Alex Brandon/dpa
Evgenia Shishkova und Vadim Naumow sind beim Flugzeugunglück in Washington gestorben.
Evgenia Shishkova und Vadim Naumow sind beim Flugzeugunglück in Washington vermutlich unter den Opfern.  © Imago/Montage
Flugzeugabsturz über US-Hauptstadt Washington
Nach dem Flugzeugunglück in Washington haben die Rettungskräfte keine Hoffnung mehr, noch Überlebende zu finden. © Hu Yousong/XinHua/dpa
USA, Arlington: Ein Hubschrauber der US-Park Police überfliegt den Potomac River in der Nähe des Ronald Reagan Washington National Airport.
USA, Arlington: Ein Hubschrauber der US-Park Police überfliegt den Potomac River in der Nähe des Ronald Reagan Washington National Airport.  © Carolyn Kaster/AP/dpa +++ dpa-Bildfunk +++
Nach dem tödlichen Flugzeugunglück in der US-Hauptstadt Washington soll der Flughafen noch heute wieder öffnen. „Es ist sicher“, sagte Jack Potter von der Flughafenbehörde der Metropolregion Washington. Die Bergungsarbeiten, die auf dem Gelände durchgeführt würden, fänden im Wasser statt. Daher werde der Flugverkehr am Vormittag um 11.00 Uhr (Ortszeit) wieder aufgenommen.
Nach dem tödlichen Flugzeugunglück in der US-Hauptstadt Washington soll der Flughafen noch heute wieder öffnen. „Es ist sicher“, sagte Jack Potter von der Flughafenbehörde der Metropolregion Washington. Die Bergungsarbeiten, die auf dem Gelände durchgeführt würden, fänden im Wasser statt. Daher werde der Flugverkehr am Vormittag um 11.00 Uhr (Ortszeit) wieder aufgenommen.  © ANDREW CABALLERO-REYNOLDS / AFP
Flugzeugabsturz über US-Hauptstadt Washington
Nach Angaben von US-Verkehrsminister Sean Duffy gab es vor dem Flugzeugabsturz in Washington keine Abweichung von Standardprozedere im Flugverkehr rund um den Airport. © Mark Schiefelbein/AP/dpa
American-Airlines CEO Robert Isom bei einer Pressekonferenz in Washington: In einer Videoerklärung sprach er den Angehörigen den Opfer bereits zuvor sein „tiefstes Mitgefühl“ aus.
American-Airlines CEO Robert Isom bei einer Pressekonferenz in Washington: In einer Videoerklärung sprach er den Angehörigen den Opfer bereits zuvor sein „tiefstes Mitgefühl“ aus. © Mark Schiefelbein/picture alliance/dpa/AP
Ein tragisches Bild, das wohl in die Luftfahrtgeschichte der USA eingehen wird: Das Wrack des abgestürzten Flugzeugs vor dem Kapitol in Washington.
Ein tragisches Bild, das wohl in die Luftfahrtgeschichte der USA eingehen wird: Das Wrack des abgestürzten Flugzeugs vor dem Kapitol in Washington. © Carolyn Kaster/picture alliance/dpa/AP
Passierte in diesem Tower des Reagan National Airport die fatale Panne?
Passierte in diesem Tower des Reagan National Airport die fatale Panne? Neue US-Berichte legen einen Fehler bei den Fluglotsen nahe. © Oliver Contreras / AFP
Auf diesem von der US-Küstenwache zur Verfügung gestellten Bild sind Wrackteile im Potomac River in der Nähe des Ronald Reagan Washington National Airport zu sehen.
Auf diesem von der US-Küstenwache zur Verfügung gestellten Bild sind Wrackteile im Potomac River in der Nähe des Ronald Reagan Washington National Airport zu sehen. © Petty Officer 2nd Class Taylor B/U.S. Coast Guard/AP/dpa
Nach dem Flugzeugabsturz in Washington laufen die Bergungsarbeiten weiter. Noch immer sind nicht alle Leichen geborgen.
Nach dem Flugzeugabsturz in Washington laufen die Bergungsarbeiten auch am 1. Februar weiter. Noch immer sind nicht alle Leichen geborgen. © Alex Brandon//dpa
Flugzeugabsturz über US-Hauptstadt Washington
Die US-Luftfahrtbehörde nimmt die Hubschrauberrouten in Washington ins Visier. Ermittler haben nun Unstimmigkeiten bei den Angaben zur Flughöhe der beteiligten Maschinen entdeckt. Die Unfallermittlungsbehörde NTSB erklärte, dass laut Flugschreiberdaten die Passagiermaschine beim Zusammenprall eine Höhe von 325 Fuß, also etwa 99 Metern, erreicht habe, mit einer möglichen Abweichung von 25 Fuß, also 7,6 Metern. Daten aus dem Kontrollturm zeigten hingegen, dass der Militärhubschrauber sich auf einer Höhe von 200 Fuß, etwa 61 Metern, befunden habe. Wie es zu dieser Diskrepanz bei den Flughöhenangaben gekommen sei, sei bisher unklar.  © Petty Officer 1st Class Brandon/U.S. Coast Guard/AP/dpa
Jo Ellis ist nicht tot und war nicht am Steuer des Helikopters, der über dem Potomac River mit einem Flugzeug kollidierte.
Jo Ellis ist nicht tot und war nicht am Steuer des Helikopters, der über dem Potomac River mit einem Flugzeug kollidierte. Die Trans-Pilotin wurde fälschlicherweise für den Absturz in Washington verantwortlich gemacht. Nun äußert sich die angeblich tote Soldatin in einem Video. © Screenshot/ZUMA Press Wire/Imago
DC AA Flight 5342 Army Helicopter Crash: 67 Dead washington dc absturz
Ein Flugzeug startet, dahinter zu sehen die Absturzstelle eines American-Airlines-Flugzeugs und eines Black-Hawk-Hubschraubers der US-Armee, die am 30. Januar 2025 in Washington zusammenstießen.  © IMAGO/Carol Guzy / ZUMA Press Wire

Am Tag seiner Amtseinführung entließ Donald Trump außerdem noch den Chef der Transportsicherheitsbehörde, David Peroske. Auch diese Position ist aktuell noch nicht nachbesetzt.

Trump wütetet nach Flugzeugabsturz in Washington über Flugbehörde und Demokraten

Bei einer Pressekonferenz wenige Stunden nach dem Flugzeugabsturz fachte Trump in Washington die nächste Kontroverse an. Er warf der FAA vor, die Qualität der Flugsicherheit mit einer Diversitäts-Offensive zu gefährden. Dass Menschen mit Behinderung bei der Flugaufsichtsbehörde arbeiten dürfen, ist aus Sicht des US-Präsidenten nicht in Ordnung. Erst letzte Woche habe er „etwas unterschrieben“, um Standards anzuheben, sagt Trump.

Schon vor der Tragödie in Washington D.C. hatte Elon Musk Streit mit der FAA – Präsident Donald Trump entfacht jetzt den nächsten Disput.

„War sehr besorgt“: Senator sah Flugzeugunglück in Washington kommen

Ein Unglück in Washington hatten andere indes wegen des hohen Luftverkehrsaufkommens befürchtet. Er sei immer „sehr besorgt“ gewesen, sagt der demokratische Senator Tim Kaine aus Virginia am Tag des Absturzes zu Pressevertretenden. Der Luftverkehr über der Hauptstadt sei schon immer stark überlastet gewesen.

Kaine sagt: „Ich war sehr, sehr besorgt über diesen sehr komplexen Luftraum, kommerziell, militärisch. Ich habe gebetet, dass es nicht passiert – dass es nicht so etwas wie letzte Nacht gibt.“ Zu den Ursachen für die Tragödie laufen jetzt Ermittlungen. (moe)

Rubriklistenbild: © Caroly Kaster/Allison Robbert/picture alliance/dpa/AFP Pool via AP

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