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Kilian Bäuml
Bjarne Kommnick
Michelle Brey
Der Höhepunkt der Bauernproteste in Deutschland soll in Berlin stattfinden. Welche Routen sollten Autofahrer meiden? Hier gibt es einen Überblick.
Update vom 14. Januar, 14.44 Uhr: Die große Kundgebung am Brandenburger Tor ist beendet, manche Teilnehmende ziehen jetzt weiter in Richtung Kanzleramt. Und am Rande der Demo wurde es laut. Vereinzelt haben Protestierende Pyrotechnik gezündet, teilt die Polizei mit. Die Zündler wurden ausgemacht „und daraufhin wurden Freiheitsbeschränkungen“ durchgeführt. Das heißt, die Personen wurden entweder in Gewahrsam genommen oder ihnen wurde ein Platzverweis ausgesprochen.
10.000 protestieren: Höhepunkt der Bauernproteste am Brandenburger Tor
Update vom 15. Januar, 12.51 Uhr: Die Proteste der Bauern laufen auf am Montag (15. Januar) weiter. Mit einer Großkundgebung am Mittag am Brandenburger Tor in Berlin sollen die Aufstände ihren Höhepunkt finden. Bereits jetzt sollen sich dort 10.000 Protest-Teilnehmer versammelt haben – mehr als dreimal so viele, wie die von der Polizei erwartet. Auf der Kundgebung soll unter anderem auch der Bauernpräsident Joachim Rukwied sprechen.
Die Vorsitzenden der Ampel-Fraktionen SPD, Grüne und FDP haben die Spitzen der Landwirtschaftsverbände für den frühen Nachmittag zu einem Gespräch eingeladen. Die Erwartungen der Bauern wurden im Vorfeld bereits von Finanzminister Christian Lindner (FDP) gedämpft. Er könne „nicht versprechen können, dass alle Bereiche der Gesellschaft Konsolidierungsbeiträge leisten müssen – nur einer nicht“.
Update vom 15. Januar, 10.16 Uhr: Insgesamt 10.000 Protestierende sind für die Großdemo in Berlin angemeldet, die Polizei rechnet mit deutlich mehr. „Die Lage ist sehr dynamisch“, sagt ein Sprecher. Schon am frühen Morgen waren in etwa 3000 Fahrzeuge auf den Berliner Straßen unterwegs, schätzt die Polizei. 2000 weitere Traktoren und Laster sollen auf der Anfahrt sein.
Anhänger müssen Fäkalien abladen und dürfen dann weiterfahren
Update vom 15. Januar, 9.41 Uhr: Die Fahrzeuge, die mit Fäkalien beladen waren, dürfen weiterfahren. Allerdings ohne Dung. Die Polizei teilt mit, die Anhänger wurden überprüft und dürfen den Weg zur Kundgebung ohne Ladung fortsetzen.
Update vom 15. Januar, 8.25 Uhr: Die Polizei Berlin berichtet auf X, ehemals Twitter, dass Beamten bei einigen Fahrzeugen der Route 2 (Ost) Fahrzeuge aufgehalten hat, bei denen eine Beladung mit Fäkalien festgestellt wurde. In Absprache mit der Versammlungsleitung wurden diese von der Anfahrt zur Demonstration ausgeschlossen.
Update vom 15. Januar, 5.50 Uhr: Die Vorbereitungen für die große Bauern-Demonstration am Montag laufen auf Hochtouren, bereits viele Stunden vor den Protesten sei die Fläche in Berlin voll gewesen. Ein Polizeisprecher erklärte am Sonntag: „Es geht nichts mehr“. Demnach konnten schon seit Sonntagabend keine weiteren Traktoren mehr auf die überfüllte Protestfläche gelassen werden.
Insgesamt werden rund 5000 Traktoren und Landmaschinen aus Berlin bei der Kundgebung am Montag erwartet, die den Höhepunkt der Protestwelle markieren soll. Über 10.000 Menschen haben sich für die Proteste am Montag bereits angemeldet, in ganz Berlin muss dann mit starken Verkehrsbehinderungen gerechnet werden.
Ursprungsmeldung vom 14. Januar, 17.37 Uhr: Berlin – Tausende Traktoren rollten durch ganz Deutschland und legten in der zweiten Kalenderwoche des Jahres den Verkehr in etlichen Städten lahm. Nach einer Protest-Aktionswoche rund um die geplante Streichung der Agrardieselhilfe und der Kfz-Steuerbefreiung soll es am Montag (15. Januar) zum Demo-Höhepunkt kommen. Vor dem Brandenburger Tor sammeln sich bereits seit Freitag die Traktoren. Sie sind sich einig: „Nachhaltig muss sich lohnen für Landwirte.“
Kanzler Olaf Scholz verteidigte im Vorfeld den Kompromiss der Bundesregierung zu Subventionskürzungen. Er sprach von einem „guten Kompromiss“. Die Bauernverbände und die Union hingegen forderten eine völlige Rücknahme der Kürzungen. Eine Übersicht, wo zum Wochenstart erneut massiver Protest droht.
Bauernproteste in Deutschland: Höhepunkt in Berlin am Montag – 5000 Fahrzeuge erwartet
Wie aus einer Mitteilung des Deutsches Bauernverbands hervorgeht, wird es in Berlin zu einer Großdemonstration kommen. Erwartet werden rund 5000 Fahrzeuge. Der Verband, die Polizei und die Berliner Verkehrsinformationszentrale (VIZ) informierten im Vorfeld. Hier gibt es einen Überblick. Was ist wo und wann geplant?
- Wann? Montag, 15. Januar
- Wo? Kundgebung am Brandenburger Tor
- Start der Kundgebung: 11.30 Uhr
- Start der Sternfahrt zum Brandenburger Tor: 7.00 Uhr
- Start der Rückfahrt: Ab 13 Uhr
Großdemonstration der Bauern in Berlin: Diese Routen sollten Autofahrer möglichst meiden
Ab dem Morgen werden LKWs und Traktoren nach Berlin zur Straße des 17. Juni fahren. Startpunkt sind fünf Sammelpunkte. Laut VIZ werden rund 3000 Traktoren und 2000 LKWs erwartet. Die Polizei gab fünf Routen an, über die die Fahrzeuge bis zum Brandenburger Tor fahren wollen:
| Route 1: | Landesgrenze B96 Oranienburger Chaussee – Berliner Straße – Oraniendamm – Oranienburger Straße – Roedernallee – Lindauer Allee – Residenzstraße – Marktstraße – Seestraße – Beusselstraße – Alt-Moabit – Gotzkowskystraße – Levetzowstraße – Altonaer Straße – Großer Stern – Straße des 17. Juni |
| Route 2: | Landesgrenze B2 Dorfstraße – Malchower Chaussee – Berliner Allee – Ostseestraße – Wisbyer Straße – Bornholmer Straße – Osloer Straße – Seestraße – Beusselstraße – Alt-Moabit – Gotzkowskystraße – Levetzowstraße – Altonaer Straße – Großer Stern – Straße des 17. Juni |
| Route 3: | Landesgrenze B1 Alt-Mahlsdorf – Alt-Kaulsdorf – Alt-Biesdorf – Alt-Friedrichsfelde – Frankfurter Allee – Frankfurter Tor – Karl-Marx-Allee – Otto-Braun-Straße – Mollstraße – Torstraße – Hannoversche Straße – Hessische Straße – Invalidenstraße – Alt Moabit – Stromstraße – Lessingstraße – Altonaer Straße – Großer Stern – Straße des 17. Juni |
| Route 4: | Landesgrenze B96 Kirchhainer Damm – Lichtenrader Damm – Mariendorfer Damm – Tempelhofer Damm – Platz der Luftbrücke – Mehringdamm – Wilhelmstraße – Hallesches Ufer – Potsdamer Brücke – Reichpietschufer – Von-der-Heydt-Straße – Klingelhöferstraße – Hofjägerallee – Großer Stern – Straße des 17. Juni |
| Route 5: | Landesgrenze B5 Hamburger Chaussee – Heerstraße – Theodor-Heuss-Platz – Kaiserdamm – Bismarckstraße – Ernst-Reuter-Platz – Straße des 17. Juni – Großer Stern – Straße des 17. Juni |
Verkehrschaos in ganz Deutschland: Die Bilder der Bauernproteste




Bauernproteste in Berlin: Mehrere Traktoren „bleiben bis voraussichtlich Dienstagvormittag“
Folgende Straßen werden laut der Berliner Polizei vorübergehend gesperrt:
- Kaiserdamm
- Bismarckstraße
- Straße des 17. Juni zwischen Theodor-Heuss-Platz und Platz des 18. März (Brandenburger Tor)
Auch mit dem Ende der Kundgebung ist eine vollständige Entspannung der Verkehrslage nicht gegeben. Denn das VIZ informiert: „Im Anschluss an die Kundgebung bleiben bis voraussichtlich Dienstagvormittag mehrere Traktoren und Zugmaschinen noch auf der Straße des 17. Juni stehen.“
Bauernproteste in Deutschland: Traktoren schon seit Freitag in Berlin
Verkehrsbehinderungen soll es aber in ganz Brandenburg geben. Davor warnte die Polizei Brandenburg in einer Pressemitteilung. Die Polizei rechnet „bereits in den Nachmittags- und Abendstunden des Sonntages, 14. Januar 2024, als auch in den frühen Morgenstunden des Montags, 15. Januar, landesweit verstärkt mit Verkehrsbeeinträchtigungen“. Mit Stand vom Sonntagvormittag blockierten bereits rund 200 Traktoren die Straße des 17. Juni. Schon am Freitag (12. Januar) waren die ersten Landwirte für die Großkundgebung eingetroffen.
Ein Anwalt klärte indes auf, warum Bauern den Verkehr blockieren dürfen und die „Letzte Generation“ nicht. (mbr)
Rubriklistenbild: © Sebastian Gollnow/dpa




