Herbstwelle

KP.3.1.1 und XEC: Neue Corona-Varianten breiten sich in Deutschland aus

  • schließen

Neue Corona-Mutationen verbreiten sich in Deutschland und könnten eine Herbstwelle auslösen. Eine Expertin analysiert die Situation.

Frankfurt – Am 22. September war offizieller Herbstbeginn und nachdem die Corona-Inzidenz in den vergangenen Wochen bereits leicht gestiegen ist, rechnen viele Menschen mit einer möglichen Herbstwelle an Corona-Infektionen. In den nächsten Wochen sei zu erwarten, dass es eine Welle von Erkrankungen gibt, sagte Virologin Sandra Ciesek der Deutschen Presse-Agentur (dpa). Zudem ist die neue Corona-Variante KP.3.1.1 auf dem Vormarsch, die als besonders ansteckend gilt.

Neue Corona-Variante macht 62 Prozent der Stichproben in Deutschland aus – das sind die Symptome

Schon in den letzten beiden Augustwochen machte die Corona-Variante KP.3.1.1 in Stichproben laut dem Robert-Koch-Institut (RKI) rund 62 Prozent aus. Bei der neuen Variante soll es sich um eine noch infektiösere Mutation handeln. Laut Ciesek sei das jedoch nicht verwunderlich, da das Virus immer weiter mutiert und neue Wege sucht, um Menschen zu infizieren. Letztlich dominiert die Variante, die am durchsetzungsfähigsten ist. Diese Symptome können auf die neue Corona-Variante hinweisen:

  • Halsschmerzen
  • Husten
  • Fieber
  • Geschmacks- und Geruchsverlust
  • Kopf- und Gliederschmerzen
  • Schnupfen

Neue Corona-Varianten breiten sich aus – Expertin ordnet die aktuelle Lage ein

Das ist allerdings kein Grund zur Beunruhigung, denn besonders ansteckend bedeutet nicht, dass die Variante auch besonders krank macht. „Da gibt es im Moment keine Hinweise darauf“, erklärt die Virologin. Auch über der Variante XEC wurde kürzlich viel berichtet, doch auch hier gibt es keinen Grund zur Beunruhigung. Auf Anfrage des ZDF stellte das RKI jedoch klar: „Seit Juni 2024 wurden in Deutschland Fälle im zweistelligen Bereich nachgewiesen“. Ob die Variante ansteckender sei und sich gar auf dem Vormarsch befinde, sei deshalb nicht absehbar.

Die neue Corona-Variante soll ansteckender sein, in Stichproben macht sie bereis 62 Prozent aus. (Symbolbild)

Generell sei die Lage momentan keinesfalls bedrohlich und nicht vergleichbar mit der Situation von 2020 und 2021. „Im Grunde ist es wie letztes Jahr, nur die Varianten und Buchstaben heißen anders.“

Grundimmunität in der Bevölkerung – Empfehlung zur Auffrischungsimpfung für Risikogruppen

Verharmlosen sollte man Corona jedoch trotzdem nicht, denn steigende Fälle bedeuten laut der Virologin auch automatisch mehr schwere Fälle. Das betrifft vor allem ältere Menschen oder Personen mit geschwächtem Immunsystem. „Alle, die zu Risikogruppen gehören, die kein gesundes Immunsystem haben oder einen schweren Verlauf zu erwarten hätten, die wären gut daran, sich jetzt impfen zu lassen, damit sie sich in der Welle nicht anstecken“, rät Ciesek. 

Impfungen für Erwachsene von Corona bis Grippe: Welche Empfehlungen gelten

Ein Impfbüchlein, in dem die Spalte „Tetanus“ grün markiert ist
Tetanus, auch Wundstarrkrampf genannt, wird durch Bakterien verursacht. Diese finden sich zum Beispiel in Erde und Tierkot. Gegen die gefährliche Krankheit Tetanus kann man sich in Form einer Impfung immunisieren lassen. Die Grundimmunisierung hat man im Idealfall als Säugling bekommen. Die ersten Auffrischimpfungen empfiehlt die Stiko ab einem Alter von fünf Jahren. Ab dem 18. Geburtstag sollte eine Auffrischimpfung alle zehn Jahre erfolgen, heißt es weiter vonseiten der Ständigen Impfkommission.  © Daniel Karmann/dpa
Frau fasst sich an Hals
Diphtherie-Bakterien können Rachenentzündungen, Fieber und starke Schluckbeschwerden auslösen. Unbehandelt kann die Infektion Komplikationen wie Herzmuskelentzündung, Nieren- und Leberschäden oder sogar Lähmungen zur Folge haben. Daher empfiehlt die Ständige Impfkommission eine Grundimmunisierung in Form von drei Teilimpfungen im Säuglingsalter und Auffrischimpfungen ab dem fünften Lebensjahr. Ab dem 18. Geburtstag sollte alle zehn Jahre eine Auffrischimpfung erfolgen, so die Stiko. © AndreyPopov/Imago
Impfausweis
Der medizinische Fachbegriff für Keuchhusten ist Pertussis. Es handelt sich um eine hochansteckende Infektionskrankheit der Atemwege, die hauptsächlich durch das Bakterium Bordetella pertussis verursacht wird. Zum Schutz vor der Krankheit empfiehlt die Ständige Impfkommission drei erste Impfungen im Säuglingsalter, eine Auffrischimpfung im Kindesalter, eine fünfte Impfung im Alter von neun bis 14 Jahren und eine letzte Auffrischimpfung im Erwachsenenalter.  © Jens Kalaene/dpa
Ein Mensch wird geimpft
Viele tragen Pneumokokken-Bakterien im Mund- und Rachenraum, ohne davon krank zu werden. Allerdings ist es möglich, dass eine bakterielle Infektion einsetzt und zu Beschwerden führt. Auch schwere Verläufe sind möglich. So können Pneumokokken Hirnhaut- oder Lungenentzündungen verursachen. Nach einer Grundimmunisierung im Säuglingsalter sollte daher eine Standardimpfung ab dem 60. Lebensjahr verabreicht werden.  © Martin Schutt/dpa
Impfpass mit Masern-Impfung
Die Masern gelten als eine der ansteckendsten Krankheiten des Menschen überhaupt. Ausgelöst wird der Virusinfekt durch das Einatmen infizierter Tröpfchen sowie durch Kontakt mit infektiösen Sekreten aus Nase und Rachen. Weil auch diese Krankheit schwere Verläufe nehmen kann, empfiehlt die Stiko zwei Schutzimpfungen im Säuglings- und Kindesalter. Erwachsene, die nach 1970 geboren sind und nicht wissen, ob sie geimpft wurden, empfiehlt die Stiko eine Standardimpfung. Dasselbe gilt für Erwachsene, die nie eine Masern-Impfung erhalten haben oder nur eine Impfung in der Kindheit hatten.  © Tom Weller/dpa
Arbeitsunfähigkeitsbescheinigung mit Diagnose „Herpes zoster“
Gürtelrose (auch Herpes zoster) ist eine Virusinfektion, gegen die man sich impfen lassen kann. Die Stiko empfiehlt die Schutzimpfung allen Ü-60-Jährigen, um schweren Verläufen vorzubeugen.  © Sascha Steinach/Imago
Frau sitzt krank auf dem Sofa.
Eine Infektion mit Influenzaviren kann für vorerkrankte und immunschwache Menschen gefährlich sein. Wo gesunde Erwachsene die Grippe meist ohne Komplikationen auskurieren, steigt bei älteren Menschen das Risiko, schwer zu erkranken. Deshalb rät die Stiko Menschen, die älter als 60 sind, zu einer jährlichen Influenza-Impfung.  © Imago
Ein positiver Corona-Schnelltest im November 2023
Um schweren Covid-19-Krankheitsverläufen und Long Covid vorzubeugen und das Gesundheitssystem zu entlasten, empfiehlt die Stiko allen Personen ab 18 Jahren eine Basisimmunität bestehend aus drei Antigenkontakten. Dazu zählen Impfungen (mindestens zwei Impfstoffdosen) und Infektionen. Menschen mit erhöhtem Risiko für schweres Covid-19 wie Ü-60-Jährige sollten sich der Stiko zufolge für eine jährliche Auffrischimpfung entscheiden. Diese wird einmal im Jahr im Abstand von etwa zwölf Monaten zum letzten Antigenkontakt verabreicht.  © Imago

Dabei sollte man am besten einen Impfstoff verwenden, der auf die aktuelle Variante angepasst ist. Laut Angaben des RKI dominiert in Deutschland derzeit die Variante JN.1, ein Abkömmling der Omikron-Variante. Inzwischen besteht jedoch eine Grundimmunität der Bevölkerung, was auch das Risiko an Long Covid zu erkranken deutlich niedriger macht als zu Beginn der Pandemie. (kiba/dpa)

Rubriklistenbild: © Philip Dulian/dpa

Kommentare