- VonJulia Stantonschließen
Die Behörden in Ruanda sind zunehmend alarmiert wegen des Marburg-Virus. Es handelt sich bereits um den viertgrößten Ausbruch weltweit.
Kigali – In Ruanda treten immer mehr Fälle des hochansteckenden Marburg-Virus auf. Auf der Plattform X (Twitter) teilte das Gesundheitsministerium des Landes mit, dass bisher zehn Patienten an der Viruserkrankung gestorben seien. Zuvor war von sechs Toten berichtet worden. Insgesamt seien 29 Fälle bestätigt.
Schon jetzt handelt sich um den weltweit viertgrößte Ausbruch des Virus, der je verzeichnet wurde. Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) stuft das Risiko des Virus derzeit auf nationaler Ebene sehr hoch, auf regionaler Ebene als hoch und auf globaler Ebene als gering ein.
Marburg-Virus breitet sich in Ruanda aus: Gesundheitsbehörden ergreifen Maßnahmen
Ruandas Gesundheitsminister Sabin Nsanzimana sagte auf einer Pressekonferenz am Wochenende: „Setzen Sie Ihre täglichen Aktivitäten nicht fort, wenn Sie hohes Fieber, starke Kopfschmerzen, Durchfall oder Erbrechen haben.“ Diejenigen, die sich krank fühlen, müssten sich sofort in ärztliche Behandlung begeben. Er betonte aber auch, dass Menschen, die sich gesund fühlen nicht in Panik geraten sollten, berichtet der amerikanische Nachrichtensender npr.
In Ruanda wurden etwa 300 Kontaktpersonen von Marburg-Patienten identifiziert, die jetzt überwacht werden. Auch die Zahl der Beerdigungen ist laut Berichten des Telegraph derzeit stark begrenzt, um die weitere Ausbreitung des Virus zu verhindern.
Das Virus stammt von Fledermäusen und gehört zur gleichen Familie wie das Ebola-Virus. Derzeit gibt es keine Behandlung oder Impfstoffe. Die Sterblichkeitsrate kann bis zu 88 Prozent betragen. Auch in Deutschland gab es diese Woche einen Verdacht des Virus, allerdings wurde dieser nicht bestätigt.
Marburg-Virus Ausbruch in Ruanda: Infektion tritt in Afrika immer wieder auf
Das Virus wird hauptsächlich durch den Kontakt mit Körperflüssigkeiten - Blut, Erbrochenem und Speichel übertragen. Es wurde nach der gleichnamigen Stadt in Deutschland benannt, in der Wissenschaftler 1967 die Krankheit erstmals entdeckten. In verschiedenen Teilen Afrikas tritt die Krankheit in den letzten Jahren immer wieder auf. Auch in Russland, den Niederlanden und den USA gab es in den vergangenen Jahren Fälle. In Deutschland ist das Virus seit 1967 nicht mehr aufgetreten. (jus)
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