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Jennifer Lanzinger
Romina Kunze
Kilian Bäuml
Ist das gefährliche Marburg-Virus in Deutschland angekommen? Zwei Personen wurden auf die Erkrankung untersucht. Nun gibt es Test-Ergebnisse.
Update vom 3. Oktober, 11.05 Uhr: Der Verdacht auf das Marburg-Virus bei zwei Menschen in Hamburg hat sich nicht bestätigt. Die beiden am Mittwoch ins Universitätsklinikum Hamburg-Eppendorf gebrachten Menschen seien negativ auf das Virus getestet worden, teilte die Sozialbehörde mit.
Der Medizinstudent mit Kontakt zu einer erkrankten Person wird laut den Behörden bis zum Ende der Inkubationszeit von bis zu 21 Tagen weiter beobachtet. Für die kommenden Tage ist ein isolierter Verbleib im Spezialbereich des Universitätsklinikums Hamburg-Eppendorf (UKE) geplant, im Anschluss eine häusliche Isolation unter Aufsicht des zuständigen Gesundheitsamtes. Auch die Begleitperson wird über das Wochenende im UKE beobachtet. Während der Rückreise von Ruanda über Frankfurt nach Hamburg bestand demnach zu keinem Zeitpunkt eine Gefahr für Mitreisende in der Bahn und im Flugzeug.
Update vom 3. Oktober, 11 Uhr: Der Frankfurter Flughafen steht wegen des Verdachts einer Infektion mit dem lebensbedrohlichen Marburg-Virus bei zwei Reisenden in Kontakt mit den Behörden. Das teilte der Betreiber Fraport am Vormittag mit. Die beiden Betroffenen waren nach Angaben der Hamburger Sozialbehörde in der Nacht zu Mittwoch mit einem Flugzeug von Ruanda nach Frankfurt geflogen und von dort mit einem Zug in die Hansestadt gefahren.
Fraport teilte weiter mit, es habe am Frankfurter Flughafen keine Auswirkungen gegeben. Man arbeite eng mit den Behörden zusammen. Fraport verwies zugleich auf das Gesundheitsamt, das die Federführung bei dem Fall habe.
Dem Robert Koch-Institut (RKI) zufolge hat es noch nie eine Übertragung von Marburg-Viren in einem Flugzeug gegeben. Generell stecken sich Menschen nur bei engem Kontakt zu schwer erkrankten Personen oder Verstorbenen über Körperflüssigkeiten an. Das Virus ist anders als etwa Corona- oder Grippeviren nicht über die Luft übertragbar. Die Krankheit kann zahlreiche Symptome verursachen, hier ein Überblick.
Virus-Angst am Hauptbahnhof Hamburg: Zwei Personen im Fokus – Symptome wohl vor Reise-Antritt
Update vom 3. Oktober, 9 Uhr: In Hamburg werden derzeit zwei Menschen wegen des Verdachts auf eine Ansteckung mit dem Marburg-Virus medizinisch untersucht. Eine der beiden Personen hatte nach Angaben der Hamburger Sozialbehörde kurz zuvor in Ruanda in einem Krankenhaus gearbeitet. Dort seien mit dem Virus infizierte Menschen behandelt worden.
Wie Bild berichtet, soll es sich bei der zweiten Person um die Freundin des Studenten handeln. Noch sei unklar, ob die beiden sich tatsächlich mit dem gefährlichen Virus angesteckt haben. Wie das Blatt weiter berichtet, soll der Student bereits am Tag vor seiner Rückreise nach Hamburg grippeähnliche Symptome verspürt haben. Offiziell bestätigt sind diese Informationen jedoch nicht. Diese Informationen sind bislang bekannt.
Währenddessen spitzt sich die Situation in Ruanda weiter zu. Die Zahl der nachgewiesenen Fälle von mit dem gefährlichen Marburg-Virus infizierten Menschen in Ruanda ist binnen eines Tages um sieben Patienten auf insgesamt 36 gestiegen. Wie das Gesundheitsministerium des ostafrikanischen Landes auf der Plattform X mitteilte, sind mittlerweile elf Patienten gestorben, 25 sind isoliert und werden behandelt.
Gefährliches Marburg-Virus in Deutschland angekommen?
Die Gesundheitsbehörden in Ruanda hatten den Ausbruch der hochgefährlichen Viruserkrankung Ende September bekannt gegeben. Bisher ist unbekannt, wo der Ausbruch seinen Ursprung hat und wann es dazu kam. Ruanda gehört zu den kleinsten Staaten Afrikas, ist aber besonders dicht besiedelt.
Das Marburg-Virus kann hohes sogenanntes hämorrhagisches Fieber und Symptome wie Muskelschmerzen, Bauchkrämpfe, Durchfall und blutiges Erbrechen auslösen. Nach Angaben der Weltgesundheitsorganisation (WHO) starben bei den bisherigen Ausbrüchen 24 bis 88 Prozent der Erkrankten.
Verdacht auf gefährliches Virus am Hauptbahnhof Hamburg: Medizinstudent womöglich infiziert
Update vom 2. Oktober, 20.50 Uhr: Mittlerweile hat auch die Klinik in Hamburg den Verdacht eines Infektionsfalls des Marburg-Virus bestätigt. Zuvor waren Zugreisende am Hamburger Hauptbahnhof mit einem speziellen Quarantäne-Fahrzeug abgeholt worden. Einer der beiden Passagiere, nach übereinstimmenden Medienberichten ein Mitte-20-jähriger Medizinstudent, hat sich womöglich bei seiner Auslandstätigkeit in Ruanda mit dem Virus infiziert.
Wie der Pressesprecher der Feuerwehr in einem Social-Media-Video erklärt, hatte sich der Mann im Laufe der Zugfahrt unwohl gefühlt und grippeähnliche Symptome gezeigt. Daraufhin wurde das betroffene Gleis in Hamburg gesperrt und beide Reisende zu medizinischen Untersuchung in einen Spezialbereich des Universitätsklinikums Eppendorf (UKE) gebracht. Im Regelfall könne eine Vielzahl von Krankheiten bei klinischer Untersuchungen binnen 24 Stunden diagnostiziert werden, heißt es.
„Fängt mit so unspezifischen, banalen Symptomen an“: Mediziner warnt vor Leichtfertigkeit bei Marburg-Virus
Erst vor kurzem ist in Ruanda das gefährliche Marburg-Virus ausgebrochen. Zehn Menschen seien bisher gestorben, bis Mittwoch (1. Oktober) wurden 29 Fälle bestätigt. Der betroffene Medizinstudent war in der Nacht zu Mittwoch in Frankfurt am Main aus Ruanda gelandet. Zuvor hatte er einen nachweislich infizierten Patienten behandelt. Er selbst habe die Ärzte in Hamburg während der Zugfahrt informiert, weil er einen Verdacht gehegt habe.
Etwa 275 Menschen seien mit an Bord gewesen, heißt es vonseiten der Deutschen Bahn. Vorsorglich seien die Kontaktdaten der Zugreisenden, die eventuell Kontakt zu den beiden hatten, aufgenommen worden. Anders als bei anderen Virus-Erkrankungen, etwa dem Corona-Virus, erfolgt die Infektion nicht über Luftpartikel, sondern über Flüssigkeiten von infizierten Personen. Die Inkubationszeit beträgt 2 bis 21 Tage.
„Das Perfide an der Infektion ist, dass es so unspezifisch anfängt, mit banalen Symptomen, die auch eine Malaria sein können oder ein grippaler Infekt“, äußerte sich Maximilian Gertler, Tropenmediziner der Berliner Charité und erfahrener Ebola-Arzt, gegenüber der dpa.
Hamburger Hauptbahnhof sperrt Gleis – Verdacht auf gefährliches Virus
Erstmeldung vom 2. Oktober, 17.58 Uhr: Hamburg – Ein Mann wurde aufgrund einer potenziell ansteckenden Krankheit mit einem Spezialfahrzeug der Feuerwehr vom Hamburger Hauptbahnhof in ein Krankenhaus transportiert. Dies führte zur Sperrung eines Bahnsteigs. Ein Sprecher der Feuerwehr erklärte, dass der Mann, der grippeähnliche Symptome und leichte Übelkeit aufwies, jedoch kein Fieber hatte, mit einem sogenannten Infektionswagen abtransportiert wurde.
Das Spezialfahrzeug wurde von der Feuerwehr sowohl präventiv als auch zum Schutz des eigenen Personals eingesetzt. Laut Bundespolizei war der vierte Bahnsteig im Hamburger Hauptbahnhof während des Einsatzes gesperrt, ist aber mittlerweile wieder zugänglich. Die genaue Erkrankung des Mannes bleibt bisher ungewiss.
Verdacht auf Marburger-Virus: Patienten in Spezialwagen ins Krankenhaus gebracht
Die Feuerwehr teilte der Bild-Zeitung mit, dass die Einsatzkräfte alarmiert wurden, da zwei Passagiere Krankheitssymptome zeigten. Mehrere Medien berichten, dass die beiden zuvor in Ruanda einen Patienten behandelt hatten, der an einer Infektionskrankheit gelitten haben soll. Dabei könnte es sich um das Marburg-Virus handeln. Ob auch die beiden Passagiere infiziert sind, ist jedoch noch unklar.
Hamburg: Virus-Angst am Hamburger Hauptbahnhof – Polizei sperrt Gleise ab! Feuerwehrsprecher Christian Wolter zur aktuellen Lage. https://t.co/kE8N8m7UX7 #Hamburg @FeuerwehrHH pic.twitter.com/F6x2Np6Obg
— Marco Zitzow (@MarcoZitzow) October 2, 2024
Das Marburger-Virus kann laut dem Auswärtigen Amt ein schweres klinisches Krankheitsbild hervorrufen. Zu den Symptomen gehört neben grippeähnlichen Symptomen vor allem Fieber, sowie Übelkeit, Erbrechen und Durchfall. Die Sterblichkeit durch das Marburger-Virus liegt ohne Behandlung bei 88 Prozent.
Gleis am Hamburger Hauptbahnhof gesperrt: Passagiere könnten gefährliche Krankheit haben
Der Welt sagte ein Sprecher der Hamburger Feuerwehr, dass die Passagiere unter grippeähnlichen Symptomen litten, die sie im Laufe der Zugfahrt entwickelt hätten. Einer der beiden betroffenen Fahrgäste habe sich erbrochen. „Er hat dann die Feuerwehr angerufen, weil er für sich einen Verdacht hatte“, so der Sprecher.
Daraufhin wurden sie mit einem Infektionstransportwagen abgeholt und in ein Krankenhaus gebracht. Der Deutschen Presseagentur sagte ein Sprecher, dass das Spezialfahrzeug vorsorglich verwendet wurde, um das Personal zu schützen.
Während des Einsatzes wurde der Bahnsteig vier am Hamburger Hauptbahnhof gesperrt, inzwischen soll das Gleis jedoch wieder freigegeben worden sein. (kiba/dpa)
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