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Ein Erdbeben der Stärke 4,0 hat die Region um Neapel erschüttert. Die Bewohner fürchten einen Vulkanausbruch in der aktiven Region westlich des Vesuvs.
Neapel – Die süditalienische Stadt Neapel wurde erneut von einem Erdbeben erschüttert. Der Erdstoß mit einer Stärke von 4,0 ereignete sich am Montagabend (2. Oktober) in den sogenannten Phlegräischen Feldern, wie der italienische Zivilschutz auf dem ehemals als Twitter bekannten Online-Dienst X mitteilte. Diese Region ist ein riesiges aktives Vulkanfeld westlich des Vesuvs. Obwohl keine Schäden oder Verletzungen gemeldet wurden, löste das Beben Panik unter den Bewohnern aus, so der Zivilschutz.
Das Zentrum des Erdbebens befand sich laut dem Nationalen Institut für Geophysik und Vulkanologie (INGV) in einer Tiefe von etwa drei Kilometern zwischen den Städten Neapel und Pozzuoli. In den Phlegräischen Feldern hat es in den letzten Tagen mehrere Beben gegeben. Am Mittwoch wurde dort ein Erdstoß der Stärke 4,2 gemessen – das stärkste Erdbeben in der Region seit 40 Jahren. Der letzte größere Vulkanausbruch in den Phlegräischen Feldern ereignete sich 1538. Eine massive Eruption vor 30.000 Jahren soll zum Aussterben der Neandertaler geführt haben. Heute leben in der Region eine halbe Million Menschen.
Erdbeben der Stärke 4,2 in Region Neapel – nur etwa 20 Kilometer entfernt des Vesuv
Bereits am frühen Mittwochmorgen (27. September) wurde die Region um die süditalienische Stadt Neapel von einem Erdbeben der Stärke 4,2 getroffen, wie das in Rom ansässige Istituto Nazionale di Geofisica e Vulcanologia berichtete. Das Epizentrum des Bebens wurde in den Phlegräischen Feldern (Campi Flegrei) lokalisiert – einer Region in Italien mit hoher vulkanischer Aktivität, etwa 20 Kilometer vom Vesuv entfernt.
Nach dem Erdbeben meldete der italienische Zivilschutz, dass bisher keine Verletzten oder größeren Schäden festgestellt wurden. Lokale Medien berichteten jedoch, dass viele Menschen in der betroffenen Region aus Angst vor den Erschütterungen auf die Straße geflüchtet seien. Durch die hohe seismische Aktivität ist die Gefahr für Erbeben in Italien sehr hoch, erst vor wenigen Wochen wurde die Toskana von einem Erdbeben erschüttert.
Infrastruktur in Region Neapel stillgelegt: „das Erdbeben war sehr stark“
Das Erdbeben brachte am Mittwoch vorübergehend die Infrastruktur zum Stillstand. Die Behörden stellten den Zugverkehr für mehrere Stunden ein, schlossen Schulen und sperrten Gebäude, Straßen und Brücken, um sie auf mögliche Stabilitätsschäden zu überprüfen. Luigi Manzoni, Bürgermeister von Pozzuoli, erklärte auf Facebook: „Wir sind alle wach, das Erdbeben war sehr stark.“
Erdbeben sind in Italien und insbesondere in dieser Region keine Seltenheit. Allein im August dieses Jahres wurden 1118 Erdstöße registriert, und seit mehr als elf Jahren gilt hier die Warnstufe Gelb. Das Erdbeben um 3.35 Uhr war jedoch das stärkste seit langer Zeit, sodass die Auswirkungen im Gegensatz zu den meisten Fällen deutlich zu spüren waren, teilweise sogar noch in Rom und Potenza. Laut Erdbebennews.de war es das stärkste Erdbeben am Vesuv seit 1999.
Das Erdbeben scheint Teil eines Musters zu sein, und Experten warnen in den Phlegräischen Feldern nun vor einem anhaltenden Beben und einer möglichen drohenden Vulkanexplosion. (bk/kiba/dpa/AFP)
Dieser Artikel wurde mithilfe maschineller Unterstützung erstellt und vor der Veröffentlichung von Redakteur Kilian Bäuml sorgfältig überprüft.
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