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Neue Erdbeben-Entwicklung auf Santorini: Cluster wird von Magma angetrieben – „Durchquerte Vulkan Kolumbo“

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Auf der griechischen Urlaubsinsel Santorini bebt die Erde. Forschungsleiter Ganas registriert einen Rückgang der Aktivitäten, will aber keine Entwarnung geben.

Santorini – In der Region um die beliebte Ferieninsel sorgt eine Erdbebenserie für rege Diskussionen. Fachleute beobachten die Entwicklungen auf der Vulkaninsel genau. Das Auswärtige Amt veröffentlichte einen Reisehinweis und empfahl, Küstenabschnitte zu meiden. Auch die griechische Regierung bleibt wachsam, Ministerpräsident Kyriakos Mitsotakis sprach von einem „noch nie dagewesenes Phänomen“. Jetzt äußerte sich der Forschungsleiter des Geodynamischen Instituts, Athanasios Ganas, zum aktuellen Stand der Dinge. Und deutete an, dass die Gefahr noch nicht gebannt sei.

Erdbeben-Entwicklung auf Santorini: Magma treibt Cluster an – „Relative Rezession“, aber keine Entwarnung

Zwar habe man „eine relative Rezession“ erkennen können, sagte der Experte dem griechischen TV-Sender SKAI: „Insgesamt gab es seit dem 31. Januar 2.474 Erdbeben. Seit dem 12. Februar, also seit vergangenem Mittwoch, ist die Zahl dieser Erdbeben zurückgegangen, das heißt, die Rate ist gesunken. Dies setzte sich am Donnerstag, Freitag und Samstag fort. Daher gehen wir davon aus, dass wir uns in einer Rezessionsphase befinden.“ Entwarnung könne deshalb aber noch nicht gegeben werden. Ähnlich hatten Vulkan-Fachleute kürzlich bei IPPEN.MEDIA die Lage auf Santorini eingeordnet.

Auf Santorini lässt eine Erdbebenserie Vulkan-Experten aufhorchen.

„Das Phänomen ist noch nicht vorbei“, betonte Ganas, „diese Rezessionen und Höhen und Tiefen stehen im Kontext der Entwicklung dieser Abfolge, die beispiellos ist.“ Die Erbebenserie auf Santorini ereigne sich aufgrund eines Clusters, das durch die Bewegung von Magma in der mittleren Kruste in rund zehn bis zwölf Kilometern Tiefe angetrieben wird, erklärte der Fachmann.

„Das Magma drang unter die Caldera ein, wir haben es in drei Kilometern Tiefe lokalisiert, es stieg dort bis Mitte/Ende Januar auf, entwich dann in Richtung Kolumbo, durchquerte Kolumbo und bewegte sich in Richtung Anhidro“, fasste Ganas zusammen. Der Vulkan Kolumbo befindet sich etwa sieben Kilometer nordöstlich der griechischen Insel Santorini. Zahlreiche Reisende hatten die Insel Anfang Februar fluchtartig verlassen, als die Erdbebenserie .  

550 Erdbeben, flüchtende Urlauber und Angst vor dem Hauptbeben – dramatische Bilder aus Santorini

Blick auf Santorin am Dienstag (4. Februar 2025).
Kurz vor fünf Uhr Ortszeit wurden die Menschen auf Santorini am Dienstag (4. Februar 2025) von einem Erdbeben der Stärke 4,9 geweckt. Das Zentrum lag rund 30 Kilometer im Ägäischen Meer, teilte das Geodynamische Beobachtungsinstitut in Athen mit.  © ARIS MESSINIS/afp
Erdbeben auf Urlaubsinsel Santorin: Menschen flüchten aus Sorge vor einem schweren Erdbeben, berichten Medien. Fähre und Flugzeuge sind ausgebucht.
Die griechische Urlaubsinsel Santorini wurde seit Anfang Februar von über 200 Erdbeben heimgesucht: Menschen flüchten aus Sorge vor einem schweren Hauptbeben, berichten Medien. Fähren und Flugzeuge sind ausgebucht.  © Petros Giannakouris/dpa
Am Hafen von Santorin warten Menschen mit ihren Autos um an Bord einer Fähre nach Athen zu gelangen.
Tickets für die Fähren nach Athen sind fast ausgebucht, berichten griechische Medien. Am Hafen von Santorin bilden sich am Montag (3. Februar) Warteschlangen.  © Petros Giannakouris/dpa
Erdbeben auf Santorin zwingt Einwohner zur Flucht: Menschen warten am Hafen, um mit einer Fähre die griechische Insel zu verlassen.
Das Erdbeben auf Santorin zwingt Anwohner zur Flucht: Menschen warten am Hafen, um mit einer Fähre die griechische Insel zu verlassen.  © Petros Giannakouris
Warteschlange vor den Reisebüros: Viele Menschen versuchen am Montag (3. Februar 2025) ein Ticket für die Fähre nach Athen zu ergattern.
Warteschlange vor den Reisebüros: Viele Menschen versuchen am Montag (3. Februar 2025) ein Ticket für die Fähre nach Athen zu ergattern.  © Petros Giannakouris
Aus Angst vor einem starken Erdbeben verließen bis Dienstagmorgen (4. Februar) rund 6000 Menschen die Insel im Ägäischen Meer. Davon waren 4640 an Bord von vier Fähren Richtung Festland.
Aus Angst vor einem starken Erdbeben verließen bis Dienstagmorgen (4. Februar) rund 6000 Menschen die Insel im Ägäischen Meer. Davon waren 4640 an Bord von vier Fähren Richtung Festland.  © IMAGO/One Inch Productions
Flucht von der Insel Richtung Festland: Stoßstange an Stoßstange warten Autos, um an Bord einer Fähre zu gelangen.
Flucht von der Insel Richtung Festland: Stoßstange an Stoßstange warten Autos, um an Bord einer Fähre zu gelangen.  © IMAGO/One Inch Productions
Fira
Idylle in Angst: Auf Santorini fürchten die Menschen eine Naturkatastrophe.  © picture alliance / Angelos Tzortzinis/dpa
Ein Erdbeben der Stärke 4,9 wurde am 3. Februar 2025 vor Amorgos registriert.
Ein Erdbeben der Stärke 4,9 wurde am 3. Februar 2025 vor Amorgos registriert. Das Epizentrum liegt in einer Tiefe von 10,5 Kilometern, teilt das Institute of Geodynamics Athen mit.  © Screenshot Institute of Geodynamics Athen
Erdbeben-Karte aus Griechenland zeigt Beben in den vergangenen 24 Stunden.
200 Erdbeben wurden seit Sonntag (2. Februar 2025) in der Region verzeichnet, teilte das Institut für Geodynamik des Nationalobservatoriums von Athen mit.  © Screenshot Institute of Geodynamics Athen
Staubwolken wirbeln an den felsigen Klippen auf. Stein- und Geröllmassen stürzen am Montag (3. Februar) ins Meer.
Staubwolken wirbeln an den felsigen Klippen auf. Stein- und Geröllmassen stürzen am Montag (3. Februar) ins Meer.  © ARIS MESSINIS/afp
Die Erde bebt auf Santorin und bringt Geröllmassen ins Rutschen. Behörden fordern die Bevölkerung auf, sichere Routen zu wählen.
Die Erde bebt auf Santorini und bringt Geröllmassen ins Rutschen. Behörden fordern die Bevölkerung auf, sichere Routen zu wählen.  © ARIS MESSINIS/afp
Das Notfall-Protokoll läuft an: In Zelten auf einem Basketballplatz sollen Rettungskräfte der Feuerwehr untergebracht werden.
Das Notfall-Protokoll läuft an: In Zelten auf einem Basketballplatz sollen Rettungskräfte der Feuerwehr untergebracht werden.  © Petros Giannakouris/dpa
Trauminsel Santorin in Alarmbereitschaft: Seit dem 24. Januar 2025 erschüttern Erdbeben die Region.
Trauminsel Santorin in Alarmbereitschaft: Seit dem 24. Januar 2025 erschüttern Erdbeben die Region.  © ARIS OIKONOMOU/afp
Erdbeben und Vulkanausbruch im Ägäischen Meer am 11.07.1956.
Rückblick mit Schrecken: Zwei Bewohner gehen über Trümmer von Wohnhäusern durch eine kleine, völlig verwüstete Ortschaft auf der Insel Santorini am 12.07.1956. Ein heftiges Erdbeben erschütterte weite Gebiete des Ägäischen Meeres. © dpa
Blick auf Santorin
Santorin gehört zur Inselgruppe der Kykladen in der Ägäis im östlichen Mittelmeer. Auf der Insel leben dauerhaft 15.500 Menschen.  © IMAGO
Santorini Blick aufs Meer
Rund um Santorini befinden sich neben einem spektakulären Krater des Vulkans der Insel auch andere Vulkane unter der Meeresoberfläche sowie jene tektonischen Platten, die durch ihre Bewegungen starke Erdbeben verursachen können.  © IMAGO/One Inch Productions
Santorin: Touristen schützen sich mit einem Regenschirm vor der Sonne in den Gassen
Die griechische Insel ist bei Urlaubern beliebt. Allein im Jahr 2023 kamen 3,4 Millionen Touristen nach Santorin.  © IMAGO/Michael Bihlmayer

Experte ordnet Erdbebenserie ein: „Keine Gefahr eines Vulkanausbruchs“, aber man kann „nichts ausschließen“

Ganas bekräftigte, dass trotz Rezessionsphase nicht von einem Abklingen der Erdbebenserie gesprochen werden könne. Es seien „Verzerrungen zu beobachten, was bedeutet, dass die Bewegungen, die wir mit GPS und Satelliten aufzeichnen, nicht aufgehört haben. Während die Hebung der Caldera zum Stillstand gekommen ist, geht die horizontale Bewegung weiter. Es kam zu radialen Verformungen auf allen Seiten.“

Der Vulkan-Experte antwortet auch auf die Frage, ob ein Vulkanausbruch rund um Santorini möglich sei. „Derzeit besteht weder die Gefahr eines Vulkanausbruchs noch der Entstehung eines neuen Vulkans,“ beruhigte Ganas. Allerdings könne man für die Zukunft „nichts ausschließen, denn wir untersuchen es noch“. Auch ein schweres Erdbeben der Stärke 6 auf der Richterskala ist laut dem Fachmann nicht akut zu befürchten, müsse aber weiterhin als mögliches Szenario der Zukunft im Auge behalten werden. Ein weiterer Vulkan-Experte hatte sich ebenfalls zu den Ursachen der Erdbeben auf Santorini geäußert. (kh)  

Rubriklistenbild: © Savvas Karmaniolas/Imago

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