Hochhaus eingestürzt

Erdbeben-Katastrophe in Thailand und Myanmar: Todeszahl steigt über 2700 – „Seuchen werden sich ausbreiten“

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Bei dem verheerenden Erdbeben in Südostasien steigt die Zahl der Todesopfer an. In Myanmar ist die Versorgungslage extrem schwierig.

Update vom 2. April, 6.53 Uhr: Die Lage in den Erdbebenregionen ist verzweifelt. Bei Temperaturen um die 42 Grad gibt es kaum Wasser. In Mandalay stehen Menschen in der Hitze für kostenloses Essen an, nachdem ihre Häuser durch das Erdbeben beschädigt wurden.

Der anhaltende Bürgerkrieg erschwert die Hilfsmaßnahmen in Myanmar. Laut Medienberichten erhalten Rettungskräfte keinen sicheren Zugang zu abgelegenen Bezirken. Mehrere wichtige Widerstandsgruppen kündigten indes eine einmonatige Waffenruhe an. Die Junta lehnte es aber ab, im Gegenzug die Angriffe der Armee einzustellen. Gleichzeitig bereitet die Junta Feierlichkeiten zum Thingyan-Fest – dem traditionellen Neujahrsfest – vor. Dieses findet in diesem Jahr vom 13. bis zum 16. April statt. „Sie tun mehr für die Fest-Vorbereitungen als für die Erdbebenopfer“, sagte ein Bürger aus Naypyidaw laut einem Bericht von Myanmar Now.

Update vom 2. April, 5.25 Uhr: Fünf Tage nach dem verheerenden Erdbeben in Myanmar ist die Zahl der Todesopfer auf über 2700 gestiegen. Mehr als 4500 Menschen wurden zudem verletzt, wie die in Myanmar regierende Junta am Dienstagabend mitteilte. Es seien 2719 Todesopfer geborgen worden, weitere 441 Personen werden vermisst.

Nach mehr als 90 Stunden nach der Katastrophe ist eine Frau lebend aus den Trümmern geborgen worden. Die Anfang-60-Jährige sei in der Hauptstadt Naypyidaw nach ihrer Rettung ins Krankenhaus gebracht worden, teilte die örtliche Feuerwehr in Myanmar mit. Staatsmedien zufolge konnten in den vergangenen Tagen landesweit fast 650 Menschen lebend aus eingestürzten Gebäuden gezogen werden.

Am Dienstag sind die Bergungsarbeiten für eine Schweigeminute für die zahlreichen Opfer kurz unterbrochen worden. Sirenen erklangen in dem südostasiatischen Bürgerkriegsland, auch die Einsatzkräfte hielten auf der Suche nach Verschütteten kurz inne.

Update vom 1. April, 8.01 Uhr: Nach dem Erdbeben ist die Lage in Myanmar weiter unübersichtlich. Zwar gehen aus vielen Teilen der Welt Spenden ein, ob die regierende Militärjunta die Gelder auch tatsächlich für die Katastrophenhilfe einsetzt, ist jedoch unklar. „Die Militärjunta Myanmars verbreitet weiterhin Angst, selbst nach einer schrecklichen Naturkatastrophe, die Tausende Menschenleben und Verletzte forderte“, sagte Bryony Lau, stellvertretende Asien-Direktorin der Menschenrechtsorganisation Human Rights Watch. In der stark betroffenen Stadt Sagaing seien den Rettungskräften die Leichensäcke ausgegangen und die Stadt sei vom Geruch verwesender Leichen erfüllt. 

Inzwischen gibt es mehr als 2000 Tote nach dem Erdbeben der Stärke 7,7, hunderte Menschen werden noch vermisst. „Die Zahl der Todesopfer ist absolut katastrophal. Und leider steigt sie weiter“, zitierte Myanmar Now eine Sprecherin von UNOCHA (Amt der Vereinten Nationen für die Koordinierung humanitärer Angelegenheiten).

Dramatische Bilder aus Bangkok. Dort stürzte durch das Erdbeben ein sich in Bau befindendes Hochhaus ein. Zahlreiche Menschen sind darunter verschüttet.

Zudem spitzt sich die humanitäre Lage weiter zu. Noch immer liegen viele Leichen unter den Trümmern. „Es ist Sommer bei uns, die Temperaturen liegen bei knapp 42 Grad. Krankheiten und Seuchen werden sich langsam ausbreiten, das ist ein großes Sicherheitsrisiko für die Menschen und Helfer“, sagte Henry Braun, Landesdirektor der Welthungerhilfe in Myanmar. „Es sind die einfachen Menschen, die mit Schaufeln graben und am meisten tun.“ Professionellen Rettungstrupps seien zum Teil bisher nicht angekommen oder hätten keinen Zugang.

Mehr als 2.000 Tote bei schwerem Erdbeben in Myanmar

Update vom 31. März, 14.47 Uhr: Nach dem verheerenden Erdbeben in Myanmar ist die Zahl der bestätigten Todesopfer in dem Land auf mehr als 2000 gestiegen. Die Militärregierung des südostasiatischen Landes sprach in einer Mitteilung von 2056 Toten. Zudem seien mehr als 3900 Menschen verletzt worden. Es würden über 270 Personen vermisst. 

Die tatsächliche Zahl der Opfer dürfte nach Einschätzung von Experten noch weit höher liegen. Die Lage in dem Bürgerkriegsland gilt als unübersichtlich. Das Beben vom Freitag mit einer Stärke von 7,7 führte zu großen Schäden an der Infrastruktur. Das Epizentrum lag nahe der zweitgrößten Stadt Mandalay im Zentrum des früheren Birma. Es gibt seitdem zudem immer wieder leichtere Nachbeben.

Update vom 31. März, 8.42 Uhr: Nach mehreren Nachbeben sind erneut in Bangkok zahlreiche Hochhäuser evakuiert worden. Auf der Webseite der US-Erdbebenwarte USGS wurde aber zunächst kein Beben in der Region verzeichnet. Die Regierung teilte später mit, einige Menschen hätten wohl etwas gespürt und dadurch eine Massenpanik ausgelöst. Gleichzeitig habe es in Mandalay im Nachbarland Myanmar ein Nachbeben der Stärke 3,7 gegeben. „Ich habe es allerdings gespürt, wenn natürlich auch viel leichter als das vom Freitag“, sagte ein Büroangestellter im Stadtteil Sathorn der dpa. „Ich glaube, die Behörden wollen jetzt einfach auf Nummer sicher gehen.“

Es gibt aber auch gute Nachrichten: Nach etwa 60 Stunden konnten Rettungskräfte drei Verschüttete aus den Trümmern retten, darunter ein Kind, eine Schwangere und eine 29-jährige Frau. Das berichtete die Nachrichtenagentur Myanmar Now unter Berufung auf die chinesische Botschaft in Myanmar. Noch immer gelten 300 Menschen als vermisst.

Nach Erdbeben in Myanmar und Thailand: WHO ruft höchste Notfallstufe aus

Update vom 31. März, 6.19 Uhr: Auch drei Tage nach dem schweren Erdbeben in Myanmar und Thailand dauern die Rettungs- und Sucharbeiten an. Am Morgen gab es zunächst keine neuen Informationen zu Todesopfern und Vermissten – zuletzt war von 1700 Toten und rund 3400 Verletzten die Rede. Nach Angaben des Nachrichtendienstes Mizzima News suchen Anwohner in der besonders schwer betroffenen Region Sagaing inzwischen selbst nach den Vermissten, da Rettungskräfte nicht zu ihnen durchkämen. Noch immer seien viele Menschen in eingestürzten Klöstern eingeschlossen. Gleichzeitig breite sich ein schlimmer Leichengeruch in der Luft aus.

Derweil hat die Weltgesundheitsorganisation (WHO) die höchste Notfall-Stufe ausgerufen. Es seien dringend acht Millionen Dollar nötig, um Leben zu retten und in den nächsten Wochen Krankheitsausbrüche zu verhindern, erklärte die WHO am Sonntagabend (30. März). Nach dem Erdbeben bestehe ein hohes Infektionsrisiko. Denn die medizinischen Kapazitäten sind begrenzt, zudem seien in Myanmar vielerorts die Strom- und Wasserversorgung unterbrochen.

Update vom 30. März, 19.40 Uhr: In Südostasien setzen Rettungskräfte nach dem schweren Erdbeben in Myanmar ihre Such- und Bergungsarbeiten fort und entdecken weitere Opfer. Die Situation in Myanmar, das von einem Bürgerkrieg betroffen ist, bleibt unklar. Zuletzt berichtete das Staatsfernsehen von etwa 1700 Todesopfern und rund 3400 Verletzten. Noch immer werden 300 Personen vermisst. Die regierende Militärjunta geht davon aus, dass die Zahl der Opfer weiter ansteigen könnte.

In Bangkok, der Hauptstadt Thailands, die ebenfalls die Auswirkungen des starken Bebens spürte, stieg die Zahl der Todesopfer auf mindestens 18, wie die Zeitung Bangkok Post unter Berufung auf die Stadtverwaltung mitteilte. In der Millionenstadt gelten noch 78 Menschen als vermisst.

Update vom 30. März, 7.14 Uhr: Das Bangen nach dem schweren Erdbeben in Südostasien geht weiter. In den Trümmern eines eingestürzten Hochhauses in Bangkok wurde eine weitere Leiche entdeckt. Wie die Zeitung Khaosod berichtete, wurde der leblose Arbeiter mit einem Kran aus den Überresten des Gebäudes geborgen. Nach dem Einsturz gibt es bislang acht Todesopfer, 46 Menschen werden noch vermisst. Die Zahl der Erdbeben-Toten in Bangok beläuft sich insgesamt auf 17.

In Myanmar sind mindestens 1644 Menschen ums Leben gekommen. Die US-Erdbebenwarte schätzt allerdings, dass es noch deutlich mehr sein könnten. Das Institut befürchtet, dass in Myanmar und den anderen betroffenen Regionen insgesamt mehr als 10.000 Menschen ums Leben gekommen sein könnten.

Inzwischen hat der Hilfsdienst Malteser International aus Deutschland ein Notfallteam entsandt. Zwei Koordinatoren sollten demnach am Samstagabend (29. März) aufbrechen und die eigenen Einsatzkräfte vor Ort unterstützen. Auch China und Indien sicherten Unterstützung zu.

Update vom 29. März, 15.19 Uhr: Die Zahl der Todesopfer nimmt weiterhin zu, während die Rettungskräfte unermüdlich nach Überlebenden in den Trümmern suchen. Die Militärregierung des südostasiatischen Landes gab am Samstag bekannt, dass 1644 Menschen ums Leben gekommen seien und 3408 verletzt wurden. Mindestens 139 Personen würden noch vermisst. Im benachbarten Thailand seien etwa zehn Todesfälle registriert worden. Man befürchtete, dass die Zahl der Opfer noch weiter ansteigen könnte.

Update vom 29. März, 12.58 Uhr: Nach dem Teil-Einsturz eines Wohnblocks in der myanmarischen Stadt Mandalay werden unter den Trümmern mehr als 90 Verschüttete befürchtet. „Neun Menschen sind tot und 44 wurden lebend herausgezogen“, sagte am Samstag ein Vertreter des Roten Kreuzes am Unglücksort der Nachrichtenagentur AFP. Mehr als 90 Menschen könnten sich demnach noch unter den Trümmern befinden.

Die Einsatzkräfte seien noch dabei, Informationen von Menschen, die Angehörige in dem Wohnblock vermissten, zusammenzutragen, sagte der Rot-Kreuz-Vertreter.

Die Militärregierung von Myanmar sprach am Samstag von 1002 Toten und 2376 Verletzten. Im Nachbarland Thailand starben nach vorläufigen Angaben rund zehn Menschen. In beiden Ländern könnte die Opferzahl noch deutlich ansteigen.

Erdbeben sorgt für Hochhauseinsturz in Bangkok – Lebenszeichen gemeldet

Update vom 29. März, 9.33 Uhr: Nach dem Einsturz des sich im Bau befindlichen Hochhauses in Bangkok haben die Rettungskräfte Berichten zufolge nun 15 Lebenszeichen unter den Trümmern festgestellt. Die Eingeschlossenen befinden sich in Gruppen zu je drei bis sieben Leuten unter dem Berg aus Stahl und Beton.

Die Rettungsteams versuchten Wasser und Lebensmittel zu den Menschen zu schaffen, zitierte der thailändische Rundfunksender Thai PBS den Direktor des Katastrophenschutzes, Suriyachai Rawiwan. Das Problem sei allerdings, dass manche in einigen Metern Tiefe eingeschlossen seien. „Wir haben etwa 72 Stunden Zeit, um ihnen zu helfen, denn das ist der ungefähre Zeitraum, in dem ein Mensch ohne Wasser und Nahrung überleben kann“, sagte er demnach. 

Update vom 29. März, 6.45 Uhr: Die Zahl der Toten nach dem schweren Erdbeben der Stärke 7,7 ist in Myanmar nach offiziellen Angaben auf über 1000 gestiegen. Die Militärregierung des südostasiatischen Landes sprach am Samstag von 1002 Toten und 2376 Verletzten. Im Nachbarland Thailand starben nach vorläufigen Angaben rund zehn Menschen. In beiden Ländern könnte die Opferzahl noch deutlich ansteigen. Es dürfte noch dauern, bis das ganze Ausmaß der Katastrophe klar wird.

Indes ereigneten sich Dutzende Nachbeben in Myanmar. Auf einer Online-Karte der thailändischen Wetterbehörde ist zu sehen, dass sich die deutlich leichteren Erdstöße vor allem in Myanmar, aber auch im Nachbarland Thailand ereigneten. Die Wetterbehörde ist in Thailand auch für die Erdbebenbeobachtung zuständig. In der thailändischen Hauptstadt Bangkok, wo ein im Bau befindlicher Wolkenkrater einstürzte, nahm ein Teil der U-Bahnen inzwischen wieder den Betrieb auf. Andere Linien werden noch überprüft, wie die Zeitung „Khaosod“ berichtete.

Update vom 28. März, 20.25 Uhr: Auch in der Nacht suchen thailändische Einsatzkräfte unter Bergen aus Beton und Stahl nach Verschütteten. Laut Innenminister Anutin Charnvirakul wurden mittlerweile acht Tote geborgen, 90 bis 110 Menschen werden demnach noch vermisst. „Wir schätzen, dass hunderte Menschen verletzt wurden, aber wir sind noch dabei, die Zahl der Opfer zu bestimmen“, so Vize-Polizeichef des Bangkoker Stadtbezirks Bang Sue, Worapat Sukthai. Er habe Hilferufe aus den Trümmern gehört. Zusammen mit den bisher 144 Todesopfern aus Myanmar steigt die Opferzahl derzeit bereits über 150.

Einige U-Bahn- und Zugverbindungen in Bangkok waren infolge des Erdbebens unterbrochen, was in der Zehn-Millionen-Einwohner Stadt für längere Staus sorgte. An den Flughäfen ging der Betrieb hingegen normal weiter.

Update vom 28. März, 19 Uhr: Noch immer sind im benachbarten Thailand nur drei Todesfälle offiziell bestätigt. Mehreren Medienberichten zufolge sind inzwischen vor Ort bis zu zehn Tote geborgen worden, 101 Menschen sollen allein in Bangkok noch vermisst sein – darunter die Arbeiter des eingestürzten Hochhauses.

Die USA haben dem von einem schweren Erdbeben erschütterten Myanmar indes Unterstützung zugesagt. „Wir werden helfen“, sagte US-Präsident Donald Trump am Freitag vor Journalisten. Er stehe dafür bereits im Austausch mit den Behörden in Myanmar. Es sei schrecklich, was dort passiert sei, fügte Trump hinzu. Das Auswärtige Amt erklärte auf der Plattform X, Deutschland unterstütze die Hilfsprogramme der UNO und sei bereit, weitere Hilfe zu leisten.

Update vom 28. März, 18.12 Uhr: Das Deutsche Geoforschungsinstitut (GFZ) in Potsdam verzeichnete für das Erdbeben in Myanmar eine Stärke von 7,8 in einer Tiefe von circa 24 Kilometern. Vor Ort herrscht die Sorge, dass die Dämme am Fluss Irrawaddy beschädigt worden sein und brechen könnten. 

Thailands Ministerpräsidentin Paetongtarn Shinawatra erklärte am Abend (Ortszeit) hingegen, die Schäden hielten sich in Grenzen. Die Menschen könnten in ihre Wohnungen zurückkehren. Laut ihr gab es ein Dutzend Nachbeben innerhalb von weniger Stunden.

Update vom 28. März, 17.30 Uhr: Nach dem schweren Erdbeben in Myanmar sind so viele Verletzte zu behandeln, dass selbst eines der größten Krankenhäuser in der Hauptstadt Naypyidaw völlig überlastet ist, berichtet die Nachrichtenagentur AFP. Sie werden in Autos, auf den Ladeflächen von Lieferwagen oder auf Tragen gebracht. Für viele gibt es keine Betten mehr, sie liegen aufgereiht auf dem Boden. „Das ist ein Massen-Opfer-Gebiet“, soll ein Krankenhausmitarbeiter gerufen haben.

Doch das ist nicht das einzige Problem: Die 1000-Betten-Klinik hat das Erdbeben nicht unbeschadet überstanden. Der Eingang der Notaufnahme stürzte ein, unter dem Beton ist ein Auto begraben. Zahlreiche Verletzte werden nun unter freiem Himmel behandelt. Ein Arzt, der anonym bleiben will, sagte am Freitagabend (Ortszeit), es seien schon etwa 20 der Verletzten gestorben.

Viele Menschen auf dem Krankenhausgelände sind blutverschmiert und mit Staub bedeckt. Einige sitzen auf dem Boden, den Kopf zwischen den Armen verborgen. Manche winden sich oder schreien vor Schmerzen, andere liegen in Schockstarre da und warten auf Hilfe. Andere sind verzweifelt auf der Suche nach ihren vermissten Angehörigen.

„Ich habe so etwas noch nicht erlebt“, berichtete ein weiterer Arzt nach Angaben der AFP. „Wir versuchen, mit der Situation klarzukommen. Ich bin jetzt so erschöpft.“ Doch der Strom der Hilfsbedürftigen reißt nicht ab. Die Krankenwagen haben Mühe, zu den Ärzten durchzukommen. Die Zufahrtsstraße ist voller Fahrzeuge.

Auch der Chef von Myanmars Militärregierung, Min Aung Hlaing, machte sich auf dem Krankenhausgelände ein Bild von der Lage. Seine Regierung bittet umgehend um internationale Hilfe. Angesichts des Ausmaßes der Zerstörung solle „jedes Land, jede Organisation“ helfen.

Update vom 28. März, 17.09 Uhr: Wie Sprecherin Margaret Harris am Freitag in Genf mitteilte, bereitet die WHO derweil Lieferungen medizinischer Güter in das Katastrophengebiet vor. Doch wie konnte es zu dem schweren Erdbeben kommen, das sogar über mehrere hundert Kilometer – bis in andere Länder – Schäden anrichtete? Fest steht, dass es sich an der sogenannten Sagaing-Verwerfung ereignete. Es handelt sich dabei um eine besonders aktive tektonische Zone, an der die Eurasische Platte und die Indische Platte aufeinandertreffen. CNN-Meteorologe Derek Van Dam betonte: „Die indische und die eurasische Platte haben sich tatsächlich nebeneinander bewegt, und das hat dieses starke Beben direkt an der Oberfläche verursacht.“

Weiter heißt es: „Wir sprechen hier von heftigen bis schweren Erschütterungen für Millionen von Menschen in Myanmar“. Es handelt sich wohl um das schwerste Beben in Myanmar seit 1946 – und das wohl stärkste der Neuzeit. Das letzte Beben dieser Stärke auf dem Festland ereignete sich in der Türkei im Jahr 2023. Damals kamen mehr als 50.000 Menschen ums Leben.

Die Gefahr bleibt vor Ort weiterhin hoch. Experten rechnen außerdem mit zeitnahen Nachbeben. Geowissenschaftler Marc Szeglat schrieb auf dem Portal vulkane.net, dass die Region einem „seismischen Pulverfass“ gleiche.

Update vom 28. März, 15.41 Uhr: Min Aung Hlaing, Myanmars Militärführer, informierte laut mehreren Medienberichten, dass in dem Land mindestens 144 Menschen ums Leben gekommen sind. Die Deutsche Presse-Agentur (dpa) spricht von mindestens 147 Toten. 723 Menschen wurden demnach verletzt. Er rechne damit, dass die Zahlen noch weiter steigen. Aus Thailand sind keine aktuellen Zahlen bekannt. Es heißt weiterhin, dass dort drei Menschen bei dem Einsturz des Hochhauses starben.

Update vom 28. März, 14.28 Uhr: Unter den Verletzten in Thailand befinden sich auch Österreicherinnen und Österreicher. Das bestätigte der österreichische Botschafter in Thailand, Wilhelm Donko, dem Ö1-Mittagsjournal. Die betroffenen Personen hätten auf der Flucht aus Gebäuden leichte Verletzungen davongetragen. Eine genaue Zahl wird nicht genannt. Die meisten Menschen aus Österreich halten sich demnach auf den Inseln im Süden des Landes auf. Knapp 1000 von ihnen befänden sich aber in den von dem Erdbeben betroffenen Regionen.

Ob und wie viele Deutsche vor Ort betroffen sind, ist unklar. Das Deutsche Rote Kreuz hat indes eine Notfalleinsatzzentrale für rasche Soforthilfe aktiviert.

In Myanmar zerstörte das Beben unter anderem mehrere historische Gebäude. Videos zeigen etwa Schäden am berühmten Mandalay-Palast, der letzte Königspalast der burmesischen Monarchie. Er befindet sich in der gleichnamigen, zweitgrößten Stadt des Landes.

Update vom 28. März, 13.13 Uhr: In Myanmar, wo das Epizentrum des Bebens lag, berichtete die Nachrichtenseite Mizzima unter Berufung auf Hilfsorganisationen und lokale Quellen von mindestens 21 Toten. Es werde mit weiteren Todesopfern gerechnet. Auch aus Thailand gab es Berichte über Todesfälle.

Zu spüren war das Beben unter anderem in Thailands Hauptstadt Bangkok, aber auch in Teilen Indiens, Chinas und in Vietnams Hauptstadt Hanoi. Das Ausmaß der Schäden sowie die Zahl der Toten und Verletzten in allen betroffenen Ländern ist noch unklar. 

Bilder aus Myanmar und Thailand: Schweres Erdbeben, Hochhaus in Bangkok eingestürzt

Im Zentrum von Myanmar hat sich am Freitag ein starkes Erdbeben ereignet. Laut US-Erdbebenwarte USGS hatte es eine Stärke von 7,7. Die Erdstöße waren auch in Thailand und in China zu spüren.
Im Zentrum von Myanmar hat sich am Freitag (28. März) ein schweres Erdbeben ereignet. Laut US-Erdbebenwarte USGS hatte es eine Stärke von 7,7. Die Erdstöße waren auch in Thailand und in China zu spüren. © SAI AUNG MAIN/AFP
Menschen werden aus einem Bürogebäude in Bangkok (Thailand) evakuiert
In Bangkok wurden Geschäfte evakuiert, Menschen flohen aus ihren Häusern. Das Foto zeigt, wie Menschen aus einem Bürogebäude in Bangkok evakuiert werden. © CANDIDA NG/AFP
Ein eingestürztes Gebäude auf einer Baustelle in Bangkok (Thailand) nach dem Erdbeben.
Durch das schwere Erdbeben in Südostasien ist in der thailändischen Hauptstadt Bangkok ein im Bau befindliches Hochhaus eingestürzt. Unter den Trümmern des Wolkenkratzers seien 43 Arbeiter eingeschlossen, teilten Rettungskräfte mit.  © LILLIAN SUWANRUMPHA/AFP
Das Hochhaus beim Einsturz
Das Hochhaus beim Einsturz. © Screenshot
Ein eingestürztes Gebäude auf einer Baustelle in Bangkok (Thailand) nach dem Erdbeben.
Das eingestürzte Hochhaus auf der Baustelle in Bangkok (Thailand) nach dem Erdbeben. © LILLIAN SUWANRUMPHA/AFP
Rettungskräfte am eingestürzten Gebäude in Bangkok (Thailand)
Rettungskräfte am eingestürzten Hochhaus in Bangkok (Thailand). © LILLIAN SUWANRUMPHA/AFP
Eine verletzte Frau am eingestürzten Hochhaus in Bangkok (Thailand)
Eine verletzte Frau am eingestürzten Hochhaus in Bangkok (Thailand) © LILLIAN SUWANRUMPHA/AFP
beschädigtes Gebäude in Mandalay, Myanmar
Ein beschädigtes Gebäude in Mandalay, Myanmar.  © XinHua/dpa
Beschädigungen in der Nähe des Mandalay-Palasts in Mandalay, Myanmar.
Beschädigungen in der Nähe des Mandalay-Palasts in Mandalay, Myanmar. © IMAGO/Myo Kyaw Soe
Beschädigungen in der Nähe des Mandalay-Palasts in Mandalay, Myanmar.
Beschädigungen in der Nähe des Mandalay-Palasts in Mandalay, Myanmar. © IMAGO/Myo Kyaw Soe
Beschädigungen in Mandalay, Myanmar
Beschädigungen in Mandalay, Myanmar. © IMAGO/Myo Kyaw Soe
Naypyidaw
Auch am Krankenhaus von Naypyidaw (Myanmar) kam es zu Zerstörungen. © SEBASTIEN BERGER/AFP
Krankenhaus
Auch am Krankenhaus von Naypyidaw (Myanmar) kam es zu Zerstörungen. © SEBASTIEN BERGER/AFP
Auch am Krankenhaus von Naypyidaw (Myanmar) kam es zu Zerstörungen.
Auch am Krankenhaus von Naypyidaw (Myanmar) kam es zu Zerstörungen. © SAI AUNG MAIN/AFP
Personen vor einem evakuierten Büro-Gebäude in Bangkok (Thailand)
Personen vor einem evakuierten Büro-Gebäude in Bangkok (Thailand). © CANDIDA NG/AFP
Ein eingestürztes Gebäude auf einer Baustelle in Bangkok (Thailand) nach dem Erdbeben.
Das eingestürzte Hochhaus auf der Baustelle in Bangkok (Thailand) nach dem Erdbeben. © LILLIAN SUWANRUMPHA/AFP
Personen vor einem evakuierten Büro-Gebäude in Bangkok (Thailand).
Personen vor einem evakuierten Büro-Gebäude in Bangkok (Thailand). © CANDIDA NG/AFP
Ein eingestürztes Gebäude auf einer Baustelle in Bangkok (Thailand) nach dem Erdbeben.
Das eingestürzte Hochhaus auf der Baustelle in Bangkok (Thailand) nach dem Erdbeben. © LILLIAN SUWANRUMPHA/AFP
Ein eingestürztes Gebäude auf einer Baustelle in Naypyidaw (Myanmar) nach dem Erdbeben
Das eingestürzte Hochhaus auf der Baustelle in Bangkok (Thailand) nach dem Erdbeben. © LILLIAN SUWANRUMPHA/AFP
Rettungskräfte
Rettungskräfte am eingestürzten Hochhaus auf einer Baustelle in Bangkok (Thailand) nach dem Erdbeben. © LILLIAN SUWANRUMPHA
Eine beschädigte Straße in Naypyidaw (Myanmar).
Eine beschädigte Straße in Naypyidaw (Myanmar). © SAI AUNG MAIN/AFP
Eine beschädigte Straße in Naypyidaw (Myanmar)
Eine beschädigte Straße in Naypyidaw (Myanmar). © STR/AFP
Eine beschädigte Straße in Naypyidaw (Myanmar).
Eine beschädigte Straße in Naypyidaw (Myanmar). © SAI AUNG MAIN/AFP
Eine beschädigte Straße in Naypyidaw (Myanmar).
Eine beschädigte Straße in Naypyidaw (Myanmar). © SAI AUNG MAIN/AFP
Rettungskräfte am eingestürzten Gebäude auf einer Baustelle in Bangkok (Thailand) nach dem Erdbeben.
Rettungskräfte am eingestürzten Hochhaus auf einer Baustelle in Bangkok (Thailand) nach dem Erdbeben. © LILLIAN SUWANRUMPHA/AFP
Rettungskräfte am eingestürzten Gebäude auf einer Baustelle in Bangkok (Thailand) nach dem Erdbeben.
Rettungskräfte am eingestürzten Hochhaus auf einer Baustelle in Bangkok (Thailand) nach dem Erdbeben. © LILLIAN SUWANRUMPHA/AFP
Frauen im Nationalmuseum von Naypyidaw (Myanmar) nach dem Erdbeben
Frauen im Nationalmuseum von Naypyidaw (Myanmar) nach dem Erdbeben. © SAI AUNG MAIN/AFP
Nationalmuseum von Naypyidaw
Das Nationalmuseum von Naypyidaw (Myanmar) nach dem Erdbeben. © SAI AUNG MAIN/AFP
Menschen in Bangkok nach dem Erdbeben
Menschen in Bangkok nach dem Erdbeben. © LILLIAN SUWANRUMPHA/AFP
Myanmar, Naypyitaw
Myanmar, Naypyitaw: Beschädigte Pagoden sind nach einem Erdbeben in Naypyitaw, Myanmar, zu sehen.  © Aung Shine Oo/dpa
Myanmar, Naypyitaw: Ein beschädigtes Kloster ist nach einem Erdbeben zu sehen.
Myanmar, Naypyitaw: Ein beschädigtes Kloster ist nach einem Erdbeben zu sehen. © Aung Shine Oo/dpa
Rettungskräfte am eingestürzten Gebäude in Bangkok (Thailand)
Rettungskräfte am eingestürzten Gebäude in Bangkok (Thailand). © LILLIAN SUWANRUMPHA
Rettungskräfte am eingestürzten Gebäude in Bangkok (Thailand).
Rettungskräfte am eingestürzten Gebäude in Bangkok (Thailand). © LILLIAN SUWANRUMPHA/AFP
Myanmar, Naypyitaw
Myanmar, Naypyitaw: Ein buddhistischer Mönch steht in den Trümmern eines beschädigten Gebäudes in einer Klosteranlage nach dem Erdbeben.  © Aung Shine Oo/dpa
Myanmar, Naypyitaw
Myanmar, Naypyitaw: Kinder gehen in Naypyitaw, Myanmar, nach einem Erdbeben in der Nähe eines beschädigten Klosters © Aung Shine Oo/dpa
Myanmar, Naypyitaw
Myanmar, Naypyitaw: Ein buddhistischer Mönch steht in den Trümmern eines beschädigten Gebäudes in einer Klosteranlage nach dem Erdbeben.  © Aung Shine Oo/dpa
Wat Phan Tao
Touristen am nach dem Erdbeben geschlossenen Tempel Wat Phan Tao in Chiang Mai im Norden Thailands. © MANAN VATSYAYANA/AFP

Update vom 28. März, 12.30 Uhr: In Folge des Erdbebens, das Thailand – und insbesondere Bangkok – erschütterte, schließt das Land all seine Schulen. Phumtham Wechayachai, stellvertretender Ministerpräsident, sagte laut CNN in Bezug auf die heftigen Erschütterungen, so etwas habe es „in 100 Jahren noch nie gegeben“.

Das Büro der Vereinten Nationen für die Koordinierung humanitärer Angelegenheiten (OCHA) teilte indes mit, dass erste Berichte auf „erhebliche Schäden“ hinweisen würden. Das Epizentrum des Erdbebens lag in der Mitte des Landes in der Region Mandalay. Weitere stark von den Erschütterungen betroffene Gebiete sind demnach unter anderme: Nay Phi Taw, Bago, Magway, Shan und Sagaing.

Update vom 28. März, 12.10 Uhr: Die Gefahr in Myanmar scheint nach dem Erdbeben noch nicht gebannt. Darauf weisen nun auch Wissenschaftler hin. „Wir gehen davon aus, dass Nachbeben stattfinden. Das ist ein typischer Prozess“, sagte der Geophysiker Oliver Heidbach vom Deutschen Geoforschungsinstitut (GFZ) der dpa. Möglich seien Nachbeben-Serien, die in der Anzahl und Stärke mit der Zeit abnehmen, so die Einschätzung. Die Wissenschaftler rechneten damit, dass es in den nächsten Stunden bis Tagen Nachbeben der Stärke 6 bis 6,5 geben könne. Es könne alternativ zu einem zweiten starken Beben kommen. 

News zum Erdbeben in Thailand und Myanmar – Krankenhäuser schlagen Alarm

Update vom 28. März, 11.55 Uhr: Die Menschen in Myanmar müssten sich in den nächsten sechs Stunden auf Nachbeben einstellen. Das erklärte das Militärregime laut BBC. Indes wird das Ausmaß des schweren Erdbebens mit der Stärke von 7,7 langsam deutlich. Medienberichten zufolge seien mindestens 21 Menschen gestorben. Das berichtet die Nachrichtenseite Mizzima News unter Berufung auf Hilfsorganisationen und lokale Quellen in den Regionen Taungoo, Bago, Pyawbwe sowie Mandalay. Es werde mit weiteren Toten gerechnet. 

Nach Angaben von General Zaw Min Tun, dem Sprecher der Militärjunta, treffen indes zahlreiche Verletzte in den Krankenhäusern ein. Die Kliniken benötigen demnach dringend Blutkonserven. Im von der Junta autoritär regierten Krisenland Myanmar dringen Informationen oft nur schwer nach außen.

Die humanitäre und politische Situation in Myanmar

Das schwere Erdbeben trifft ein Land im Bürgerkrieg: Seit vier Jahren bekämpfen sich in Myanmar Aufständische und die herrschende Militärjunta, die sich im Februar 2021 an die Macht geputscht hatte. Tausende Menschen sind seitdem ums Leben gekommen, Zehntausende wurden inhaftiert. Schon vor dem Beben war die humanitäre Situation in Myanmar fatal, laut Vereinten Nationen sind fast 20 Millionen Menschen auf Hilfe angewiesen, etwa 3,5 Millionen Menschen sind wegen des Konflikts zu Binnenvertriebenen geworden. Mehr zur politischen und humanitären Lage in Myanmar lesen Sie hier.

Update vom 28. März, 11.05 Uhr: Bei dem Einsturz eines im Bau befindlichen Hochhauses in Bangkok sind mindestens drei Menschen ums Leben gekommen. Das teilte der thailändische Vize-Regierungschef Phumtham Wechayachai mit. Die Zahl der Menschen, die von den Gebäudetrümmern verschüttet worden seien, liegt demnach bei 81. Zuvor hatten Rettungskräfte von 43 verschütteten Arbeitern berichtet.

Update vom 28. März, 11 Uhr: Indien bietet nach dem schweren Erdbeben an, in Myanmar zu helfen. „Indien ist bereit, jede erdenkliche Hilfe anzubieten“, schrieb Narendra Modi auf der Plattform X. Auf Indien selbst hatte das Erdbeben keine größeren Auswirkungen. In Myanmar hingegen lag das Epizentrum des Bebens. Wie das Helmholtz-Zentrum für Geoforschung informiert, ist Myanmar „eine der kompliziertesten und aktivsten tektonischen Regionen der Welt, die einem hohen seismischen Risiko ausgesetzt ist“. Das Land ist zwischen vier tektonischen Platten eingeklemmt.

Update vom 28. März, 10.15 Uhr: Wie CNN unter Berufung auf thailändische Behörden berichtet, ist ein Mensch nach dem Einsturz des im Bau befindlichen Hochhauses in Bangkok gestorben.

Update vom 28. März, 10.08 Uhr: Mindestens zehn Menschen sind laut Medienberichten beim Einsturz einer Moschee in Myanmar im Anschluss an das heftige Erdbeben gestorben. Das berichtete die Nachrichtenagentur Khit Thit Media unter Berufung auf Rettungskräfte. Die Moschee stand den Angaben nach in der Stadt Mandalay. Der Einsturz passierte demnach während eines Gottesdienstes. 

Wie die Nachrichtenagentur weiter berichtete, stürzte andernorts in Taungoo ein Kloster ein, in dem Vertriebene untergebracht waren. Fünf Menschen starben demnach, darunter auch Kinder. Mehrere Menschen sollen noch eingeschlossen sein, hieß es unter Berufung auf Augenzeugen.

Erdbeben-News: Notstand in Myanmar für sechs Regionen ausgerufen

Update vom 28. März, 10.05: Nach dem schweren Erdbeben in Myanmar hat die dort herrschende Militärjunta für sechs Regionen des Landes den Notstand ausgerufen. In einem außergewöhnlichen Schritt bat die Militärjunta wegen der Katastrophe zudem um internationale Hilfe, wie ein Sprecher der Junta am Freitag mitteilte. 

Update vom 28. März, 9.45 Uhr: Infolge des schweren Erdbebens hat es in Myanmars Hauptstadt Naypyidaw laut AFP zahlreiche Opfer gegeben. Wie Behörden mitteilten, waren in der Nähe eines der wichtigsten Krankenhäuser der Stadt zahlreiche Straßen beschädigt, es kam zu Staus und Verzögerungen bei Krankentransporten. Verletzte wurden teilweise auf den Straßen versorgt. Ob es Todesopfer gibt, ist zunächst weiter nicht bekannt.

Update vom 28. März 2025, 9.05 Uhr: Nach dem Erdbeben hat Thailands Regierungschefin Paetongtarn Shinawatra den Notstand für Bangkok ausgerufen. Sie hatte zuvor eine Reise abgebrochen, um eine Dringlichkeitssitzung ihrer Regierung abzuhalten. Derweil laufen in Thailands Hauptstadt dramatische Rettungsaktionen. Dort stürzte ein im Bau befindliches Hochhaus ein. Unter den Trümmern des Wolkenkratzers seien 43 Arbeiterinnen und Arbeiter eingeschlossen, teilten Rettungskräfte am Freitag mit. Zahlreiche Videos zeigen den Einsturz.

Update vom 28. März 2025, 9.00 Uhr: Erste Berichte über die Schäden in Myanmar werden bekannt. Demnach stürzten zahlreiche Gebäude ein, dazu eine legendäre Brücke. In dem Ort Aung Ban im Landesinneren kollabierte ein Hotel, viele Menschen sollen dort eingeschlossen sein, wie Rettungsteams in sozialen Medien berichteten.

Update vom 28. März 2025, 8.50 Uhr: Das heftige Erdbeben in Südostasien hat auch Teile Chinas getroffen. Wie das chinesische Staatsfernsehen berichtete, war das Beben auch in der an Myanmar angrenzenden Provinz Yunnan in Südwestchina deutlich zu spüren. Betroffen waren unter anderem die Großstadt Kunming oder die bei Touristen beliebten Orte Lijiang und Dali. 

Der Katastrophenschutz in der Stadt Ruili sprach von Schäden an Häusern und Verletzen, wie chinesische Medien unter Berufung auf die Behörde berichteten. Ein Video auf der chinesischen Online-Plattform Weibo, Chinas Pendant zur Plattform X, zeigte Trümmerteile auf einer Straße in Ruili und Schäden an einem Hausdach. Auch in den chinesischen Provinzen Guizhou und Guangxi waren die Erdstöße zu spüren.

Erstmeldung von 7.55 Uhr: Bangkok – Ein starkes Erdbeben hat am Freitagmittag gegen 13.30 Uhr (Ortszeit) unter anderem die thailändische Hauptstadt Bangkok erschüttert. Auch im Zentrum von Myanmar ist am Freitag ein heftiges Erdbeben gemessen worden. Das Deutsche Geoforschungsinstitut (GFZ) in Potsdam meldete ein Erdbeben der Stärke 7,4 in Myanmar, die US-Erdebebenwarte USGS verzeichnete die Stärke 7,7. Die Erdstöße waren auch in Teilen Thailands und in China zu spüren.

Zudem kam es noch mindestens zu einem weiteren heftigen Nachbeben der Stärke 6,4. Die Epizentren der Beben sollen rund 16 Kilometer entfernt von der Stadt Mandalay in Myanmar in zehn Kilometer Tiefe gelegen haben.

Schweres Erdbeben erschüttert aktuell Thailand – Videos zeigen überschwappende Pools

In Bangkok bebte minutenlang die Erde, Menschen verließen in Panik ihre Häuser. Videos in sozialen Netzwerken zeigen die heftigen Erschütterungen. Auf Bangkoks Hochhäusern schwappten etwa Hotelpools über, die Wassermassen stürzten herunter.

News zum Erdbeben in Thailand und Myanmar – Menschen rennen auf die Straßen

Im Stadtteil Silom im Zentrum der Hauptstadt waren Tausende Menschen auf der Straße, viele rannten. Sofort waren auch Helferinnen und Helfer im Einsatz, die die Menschen anleiteten, sich unter freien Himmel zu begeben und die Gebäude zu verlassen. Aus den Krankenhäusern wurden Patientinnen und Patienten auf die Straßen gebracht.

Ein im Bau befindliches Hochhaus soll in Bangkok eingestürzt sein. In Myanmar soll eine berühmte Brücke aus der britischen Kolonialzeit zerstört worden sein. Berichte über Opfer gab es zunächst keine.

Inwieweit weitere Regionen Thailands inklusive der Inseln von dem Erdbeben betroffen sind, ist bislang unbekannt. Wie unsere Redaktion weiß, war zumindest auf den beliebten Urlauberinseln Koh Tao und Koh Phangan nichts vom Erdbeben zu spüren. März ist eine beliebte Reisezeit für Thailand, auch für deutsche Reisende.

Erst vor wenigen Tagen hatte ein schweres Erdbeben Süditalien in Unruhe versetzt. Schulen schlossen, während die Behörden die Situation beobachten. Zuvor wurde Griechenlands Insel Santorini wochenlang von Erdbeben heimgesucht.

Rubriklistenbild: © SAI AUNG MAIN/afp

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