Klimawandel ist schuld

Forschende über Hitzewelle und Extremwetter in Europa: „Sind in 20 Jahren Normalität“

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Hitzewellen werden Menschen auch in den nächsten Jahren begleiten, davon sind Forschende überzeugt. Grund ist der menschengemachte Klimawandel.

Frankfurt – Eine Hitzewelle folgt in Europa und den USA auf die nächste. Expert:innen sind sich sicher, dass diese in den kommenden Jahren nur noch zunehmen werden. In den nächsten zwei Jahrzehnten soll es zu einem massiven weiteren Anstieg der Temperaturen kommen.

Klimawandel bringt immer mehr Hitzewellen nach Europa

Ob in den USA, Asien oder Europa: Hitzewellen sind bei Weitem keine Seltenheit mehr. In Europa ächzen vor allem Spanien, Italien und Griechenland unter hohen Temperaturen von bis zu 45 Grad und gleichzeitig ausbleibendem Regen. Schuld ist laut Expert:innen der menschengemachte Klimawandel, ohne den die Hitzeperioden so gut wie unmöglich wären. Das geht aus einer Studie von Forschenden des Royal Netherlands Meteorological Institute (KNMI), des Imperial College in London und des Red Cross Red Crescent Climate Centre in Den Haag hervor.

Hitzewellen nehmen in den kommenden Jahrzehnten immer weiter zu – davon sind Forschende überzeugt.

Wie die Forschenden bei der Veröffentlichung ihrer Ergebnisse weiter angaben, dürften sich die Hitzewellen vor allem in Südeuropa im Schnitt alle zehn Jahre wiederholen. In den USA und Mexiko wird angenommen, dass sie alle 15 Jahre auftreten, in China alle fünf Jahre. Frank Böttcher, Vorsitzender der Deutschen Meteorologischen Gesellschaft, geht sogar noch einen Schritt weiter. Im Interview mit dem Focus sagte er, dass „die extremen Hitzewellen im Sommer in 20 Jahren Normalität“ sein werden.

Hitzerekorde bereits seit über 30 Jahren zu erwarten gewesen

Auch Frederike Otto vom Imperial College sieht einer Mitteilung zufolge immer mehr extreme Klima-bedingte Szenarien auf uns zukommen, wenn der Klimawandel weiter fortschreitet: „Die Welt hat nicht aufgehört, fossile Kraftstoffe zu verbrennen, das Klima wird weiterhin wärmer und Hitzewellen werden extremer.“ Laut Otto gibt es jedoch noch immer Hoffnungen, da es noch nicht zu spät sei, um „eine sichere und gesunde Zukunft“ zu schaffen. Für die Expertin besteht diese Hoffnung jedoch nur, wenn die Verwendung fossiler Brennstoffe schnellstmöglich eingestellt wird.

Für Frank Böttcher hatten die Länder dieser Welt genug Zeit, um sich auf das aktuelle Szenario vorzubereiten und es zu verhindern: „Die Rekorde sind Ausdruck genau der Klimaszenarien, die bei einem ungebremsten Klimawandel zu erwarten sind und bereits seit über 30 Jahren so erwartet werden – uns überrascht kein einziges dieser Ereignisse.“ Für ihn gibt es noch lange kein Ende der Klimarekorde: „Wir erleben erst den Anfang einer noch viel massiveren Erwärmung. Für Laien werden die Veränderungen aber erst ab jetzt richtig spürbar.“

Rubriklistenbild: © NurPhoto/Imago (Symbolbild)

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