VonBaha Kirlidokmeschließen
Aus Twitter soll jetzt eine App werden, die „alles“ kann. Welche Pläne verfolgt Elon Musk? Ein Buchstabe taucht in dessen Vita immer wieder auf.
Frankfurt am Main – Elon Musk liebt den Buchstaben X. Sein zweites Unternehmen Paypal hieß zunächst x.com. Dann ist da noch seine Weltraum-Firma SpaceX. Seinen inzwischen dreijährigen Sohn hat er mit dem Namen X AE A-XII gestraft. Zudem hat er bisher zwei Ex-Frauen. Nun ist Twitter dran.
Das Logo des Kurznachrichtendienstes, den sich Musk für 44 Milliarden Dollar einverleibte, hat er am Montag vom blauen Vogel zum X geändert. Zumindest in der Desktop-Version. Zudem ist das Soziale Netzwerk nun über „x.com“ erreichbar. Die Domain kaufte er 2017 von Paypal. Tatsächlich wurde das Unternehmen Twitter bereits im März in X Corp umbenannt.
Twitter-Umbenennung: „X ist die Zukunft unbegrenzter Interaktivität“
Twitter steht vor einem großen Neustart, glaubt man den Worten von CEO Linda Yaccarino. Musk gab seinen Posten an sie ab, nachdem die Kritik an ihm immer lauter wurde. Die neue Twitter-Chefin kündigt nun an, dass die neue Marke „alles“ liefern soll.
„X ist die Zukunft unbegrenzter Interaktivität – im Zentrum von Audio, Video, Messaging, Bezahlung/Banking stehend – und kreiert einen globalen Marktplatz für Ideen, Waren, Dienstleistungen und Chancen. Angetrieben durch KI, wird X uns alle auf Arten verbinden, von denen wir gerade erst beginnen zu träumen“, heißt es auf Yaccarinos Twitter-Seite. Aus dem Kurznachrichtendienst soll also eine App werden, die alles kann. Das kann man dystopisch finden oder revolutionär. Jedenfalls gibt es mit Wechat und Gojek bereits Apps in China und Indonesien, die ähnliche Ziele verfolgen.
X is the future state of unlimited interactivity – centered in audio, video, messaging, payments/banking – creating a global marketplace for ideas, goods, services, and opportunities. Powered by AI, X will connect us all in ways we’re just beginning to imagine.
— Linda Yaccarino (@lindayacc) July 23, 2023
Aber warum das Ganze? Elon Musk steht schon länger unter Druck. Seit seiner Twitter-Übernahme hat er die Belegschaft halbiert. Die App fällt immer wieder mit Bugs auf. Die Werbeeinnahmen haben sich laut Musk ebenfalls halbiert. Zudem werfen ihm User vor, er würde Twitter von einem Sprachrohr für alle zu einer rechts-libertären Echokammer umbauen, in der sich Reichweite durch ein Abo kaufen lässt. Mit dem Start von Mark Zuckerbergs Threads vor einigen Wochen sieht sich Musk zudem mit einem ernstzunehmenden Konkurrenten konfrontiert.
Elon Musk: Unternehmer und Milliardär




Reaktionen der Twitter-Userinnen und User teils voller Spott – Raider heißt jetzt Twix
Als Lösung aus dem Tief hat sich Elon Musk nun offenbar für eine Neuerfindung Twitters entschieden. Das heißt, wenn er sein Versprechen einhält. Die Reaktionen sind unterschiedlich. Viele User können oder möchten den angekündigten Umfang des Twitterumbaus nicht glauben. So finden sich zahlreiche „Raider heißt jetzt Twix“-Scherze auf der Plattform.
Andere erinnern daran, dass Elon Musk nicht unbedingt dafür bekannt ist, Versprechen oder gar Zeitpläne einzuhalten. Ob nun Mars-Missionen oder autonomes Fahren. Die sogenannten Blauhaken feiern derweil ihren Messias. Das sind die Nutzer und Nutzerinnen, die für den früher noch schwer zu erhaltenden und kostenfreien blauen Verifizierungshaken bezahlen.
Ob das Rebranding wirklich so stark ausgeweitet wird, dass aus der ehemaligen Vogelapp ein grundlegend neuer Alleskönner wird oder ob es sich hierbei um einen PR-Gag handelt, der Shareholder zufriedenstellen soll, ist noch nicht absehbar. Klar ist nur, dass sich die Unzufriedenheit der Twitter-User nicht durch eine Namens- und Logo-Änderung auflösen lässt.
Rubriklistenbild: © Monika Skolimowska/dpa

