Bischof mit klarer Meinung zur Predigt

Stimmen zur Franziskus-Beerdigung: Papst-Kenner enthüllt besondere Geschichte

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    Moritz Bletzinger
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Die Beerdigung von Papst Franziskus war eine besondere Zeremonie und in dieser Art erstmalig. Auch die Predigt fiel besonders aus. Die Stimmen.

Rom – Als „Jahrhundertereignis“ bezeichnete Vatikan-Experte Andreas Englisch die Beerdigung von Papst Franziskus schon im Vorfeld. Die Hunderttausenden Gläubigen und prominenten Gäste der Trauerfeier erlebten dann eine nie dagewesene Zeremonie, emotionale Momente und die erstmalige Fahrt eines toten Papstes mitten durch Rom.

Stimmen zur Beerdigung von Papst Franziskus

Die Predigt hielt Kardinal Giovanni Battista Re und griff dabei die Kernthemen des verstorbenen Papstes auf: Miteinander, Frieden und Klimaschutz. Danach wurde der Leichnam von Franziskus aus dem Vatikan hinaus ins Stadtzentrum gebracht und in der Basilika Santa Maria Maggiore beigesetzt, das war sein Wunsch. Die Stimmen zur Beerdigung von Papst Franziskus.

Papst Franziskus brach bei seiner Beerdigung mit alten Traditionen – bei vielen kam die Zeremonie gut an.

Bischof Georg Bätzing (Vorsitzender der deutschen Bischofskonferenz) in der ARD über …

… den Moment, an den er sich bei der Trauerfeier zurückerinnert hat: „Es waren natürlich viele Momente, an die ich gedacht habe. Einige Male durfte ich ja mit ihm hier an diesem Ort Messe feiern. Natürlich habe ich auch an das Begräbnis von Papst Benedikt gedacht, dem er ja vorgestanden ist, das war sehr, sehr bewegend.“

… was er in den letzten Tagen über Franziskus gehört hat: „In Deutschland war ja die öffentliche Wahrnehmung des Todes des Papstes unglaublich stark. Das hat mich sehr berührt. Also nicht nur die Gläubigen waren betroffen davon, ihn am Ostersonntag noch zu sehen, hier auf dem Platz. Und dann Ostermontag zu hören, er ist gestorben. Es wurde ganz viel Gutes über ihn gesagt. Eine unglaublich positive Resonanz.“

… die Atmosphäre bei der Trauerfeier: „Es waren natürlich unglaublich viele Menschen da. Die ganze Welt war versammelt, nicht nur mit Staatsoberhäuptern und hunderten Bischöfen aus aller Welt. Menschen aus allen Teilen der Welt haben mitgefeiert, man spürte die Sympathie. Und es hatte eine Schlichtheit und eine Leichtigkeit. Denn wir wissen, er ist gut angekommen. Er hat sein Leben gut gelebt, er hat viel für die Kirche getan. Er ist jetzt da, wo er sein will, nämlich bei Jesus.“

… die Predigt: „Ich habe gemerkt, an vier Punkten haben die Gläubigen auf dem Petersplatz applaudiert, mitten in der Predigt. Es klangen Grundbotschaft von Papst Franziskus nochmal an, in der sehr guten Predigt von Kardinal Re und darauf haben die Menschen mit Applaus reagiert. Ich hoffe, so manche Politiker und Politikerinnen werden diese Rede und diesen Applaus der Menschen gehört haben. Denn das ist das, was die Menschen von der Politik und auch von der Kirche wollen.“

Andreas Englisch (Vatikan-Journalist) bei Welt TV über …

... den besonderen Moment für ihn: „Also, natürlich der letzte Weg, einmal quer durch die Stadt, das fand ich besonders. Ich fand von Beginn an besonders, bei der Aufbahrung, dass sie ihm seine Straßenschuhe gelassen haben. Das war ihm wichtig. Das war für ihn auch ein wichtiges Symbol.“

… die Frage, ob Franziskus im Vatikan heimisch war: „Im Vatikan, glaube ich nicht. Es gab Päpste, die sind sehr gerne durch die Gärten gegangen, das hat er nie gemacht. Ich habe mal mit ihm darüber gesprochen. Da sagte er: ‚Ich weiß nicht, was ich da soll.’ Und dann kam ihm die Idee. Er hat gesagt, für irgendwas sollen die Gärten ja gut sein und hat für die Kinder ein Sommerfest organisiert. Dann standen da auf einmal Hüpfburgen und Swimmingpools.“

Markus Söder (CDU, Ministerpräsident von Bayern) über …

… das Gefühl, bei der Beerdigung zu sein: „Das ist ein ganz besonderer Tag und für mich eine ganz besondere Ehre. Einerseits die Beerdigung, Trauer um einen verstorbenen Papst, aber gleichzeitig auch die Würdigung und die Dankbarkeit für einen großartigen Menschen und einen fröhlichen Christen.“

… seine Hoffnung zur Zukunft der Kirche nach Franziskus: „Ich wünsche mir eine lebendige Kirche, eine Kirche, die nicht zurückgeht, sondern nach vorne geht und insbesondere auch eine Kirche, die bereit ist, die Spiritualität, das, was den Glauben so ausmacht und unterscheidet von so vielem anderen, den auch wieder in den Mittelpunkt zu rücken.“

Rubriklistenbild: © Markus Schreiber/picture alliance/dpa/AP

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