Warnungen für die Alpen

Unwetter in Italien: Wassermassen reißen mehrere Menschen mit – zwei Tote geborgen

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In den Alpen-Ländern haben sich bereits am Donnerstag (30. Mai) die heftigen Regenfälle bemerkbar gemacht. Es gab mehrere Überflutungen, weiterhin wird gewarnt.

Update vom 2. Juni, 15.25 Uhr: Starkregen sorgt auch in Italien für Ausnahmezustände. Ungewöhnlich große Wassermengen des Flusses Natisone in der Provinz Udine rissen am Freitag zwei Frauen und einen Mann mit. Die Suche blieb bis Sonntag ergebnislos. Dann wurden weiter flussabwärts die Leichen der beiden Frauen gefunden, wie stol.it berichtet. Die Bergungsarbeiten laufen dem Bericht zufolge. Die Suche nach dem Mann werde fortgesetzt, hieß es.

Update vom 1. Juni 2024, 18.22 Uhr: Noch immer dauert die Suche nach den drei vermissten Personen weiter an. Obwohl der Fluss bereits Hochwasser hatte und es weiter regnete, beschlossen die Personen am Freitag (31. Mai) an ihm entlangzuspazieren. Doch der steigende Pegel holte die Spaziergänger ein. Auf einem Video sollen die drei Personen zu sehen sein, kurz bevor sie von den Fluten mitgerissen wurden. Veröffentlicht wurde das Video unter anderem auf dem italienischen Portal today.it. Es zeigt drei Personen, denen das Wasser bis zu den Oberschenkeln geht. Sie halten sich aneinander fest – letztlich konnten sie der Kraft des Flusses jedoch offenbar nicht standhalten. Laut des Portals soll der Fluss unter Einheimischen dafür bekannt sein, häufig von Überschwemmungen betroffen zu sein.

Unwetter in Italien: Wassermassen reißen drei junge Menschen mit – Neue Details bekannt

Update vom 1. Juni, 14.53 Uhr: Am Samstagmorgen wurden die Bewohner eines Ortes in Südtirol durch das ohrenbetäubende Donnern von herabstürzenden Felsbrocken geweckt. Der seit Tagen anhaltende Regen hatte den Boden aufgespült und die Felsen so gelöst. Die Feuerwehr konnte den Felsabgang bei Mühlen in Taufers auf Video festhalten.

Verletzt wurde dabei niemand, größere Schäden entstanden nicht. Dennoch müsse die Situation weiterhin beobachtet werden, hieß es vonseiten der Einsatzkräfte.

Drei Personen werden von Fluten weggerissen – Suche in Norditalien wird fortgesetzt

Update vom 1. Juni, 9.32 Uhr: Nachdem die Suche nach den drei vermissten jungen Menschen in Italien in der Nacht abgebrochen werden musste, gibt es am Morgen neue Hoffnung. Die Rettungskräfte haben das Handysignal eines der Vermissten tracken können, schreibt das italienische Nachrichtenportal La Repubblica.

Es bestehe zwar die Möglichkeit, dass bei der Flucht vor den Fluten das Handy verloren gegangen sein könnte und derzeit nicht mehr im Besitz der vermissten Person ist. Dennoch konzentriere sich die Suchaktion gezielt auf den Bereich, wo das Signal geortet wurde, heißt es. „Das sind entscheidende Stunden“, wird der Bürgermeister von Premariacco, Michele De Sabata zitiert.

Pegelstände steigen nach Unwetter: Flut ergreift drei junge Menschen in Italien

Update vom 1. Juni 2024, 6.30 Uhr: Nach heftigen Unwettern in der norditalienischen Region Friaul-Julisch Venetien sind am Freitag in der Nähe von Udine drei Menschen von den Wassermassen eines Flusses mitgerissen worden und werden seitdem vermisst. Zwei Frauen und ein Mann hielten sich am Nachmittag an dem Fluss Natisone in dem Ort Premariacco auf, als sie von den gewaltigen Wassermassen überrascht wurden, wie die Feuerwehr mitteilte. An der Suche nach den drei jungen Menschen beteiligten sich Feuerwehr, Zivilschutz und die Bergrettung.

Nach starken Regenfällen seit den Morgenstunden stieg der Natisone im Laufe des Tages weiter an. Wieso sich die drei jungen Menschen an dem Fluss aufhielten, war zunächst nicht bekannt. Nach heftigen Unwettern kann dessen Pegelstand auch plötzlich ansteigen. Außerdem durchquert der Fluss Schluchten, in denen die Strömungsgeschwindigkeit rapide ansteigt. In der ganzen Region im Nordosten Italiens toben seit Donnerstag schwere Unwetter.

Passanten entdeckten die drei Menschen im Wasser und schlugen Alarm, wie das Nachrichtenportal RaiNews berichtete. Demnach warfen die Passanten Seile von einer Brücke, an denen sich die jungen Menschen aber nicht mehr festhalten konnten. Auf Videos in den sozialen Medien war auch zu sehen, wie sich die drei versuchten, aneinander festzuklammern, die Wucht der Wassermassen sie letztlich aber doch mitriss und sie in verschiedene Richtungen trieben.

Ursprungsmeldung vom 31. Mai 2024: Frankfurt – Die Unwetter samt heftigen Regenfällen haben vor allem Süddeutschland fest im Griff. Sie sorgten dort bereits für Überschwemmungen sowie zahlreiche Warnungen. Auch in den Alpen-Ländern zeigt sich der Fast-Sommer von seiner regnerischen Seite. In Österreich, Italien und der Schweiz wurden bereits am Donnerstag (30. Mai) Straßen und Bahnstrecken überflutet, auch für Freitag (31. Mai) und Samstag (1. Juni) bestehen Warnungen.

Autobahn in Österreich überflutet: Warnungen vor mäßig gefrierendem Regen in Tirol und Vorarlberg

So wurde laut der Österreichischen-Presseagentur (APA) am gestrigen Donnerstagnachmittag (30. Mai) die Rheintalautobahn (A14) bei der Anschlussstelle Dornbirn-Nord überflutet. In Voralberg gab es lokal Starkregen, dieser führte dazu, dass die Abflussschächte die Wassermenge nicht mehr aufnehmen konnten. Die Autobahn konnte zwar dennoch befahren werden, jedoch zeitweise nur einspurig, was zu zähem Verkehr und Stau bis zu einer Länge von 4 Kilometern führte.

Auch besteht laut uwz.at für Teile des deutschen Nachbarlandes eine Unwetterwarnung. So herrscht in Teilen Vorarlbergs und Tirols die zweithöchste Warnstufe. Dabei werden mäßig gefrierender Regen, sowie mehr als 50 Liter pro Quadratmeter in 24 Stunden und mehr als 100 Liter pro Quadratmeter in 48 Stunden erwartet. Ebenso soll es in höheren Lagen Schneefall geben. In anderen Landesteilen sind ebenso Vorwarnungen und Unwetterwarnungen aktiv. Davon betroffen sind Vorarlberg, Tirol, Salzburg, Kärnten, Oberösterreich und die Steiermark.

Bis zu 100 Liter pro Quadratmeter: Bahnstrecke in der Schweiz nach Regenfällen überflutet

In der Schweiz wurde ebenso am Donnerstagnachmittag (30. Mai) eine Bahnstrecke überflutet. Die Strecke Lausanne – Yverdon-les-Bains wurde durch eine Überschwemmung des Ruisseau des Combes zwischen Ependes und Chavornay auf einer Strecke von insgesamt 400 Metern unterbrochen. Das berichtet Bahnonline.ch. Erst am Freitagmorgen konnte die Strecke wieder für Regionalbahnen in Betrieb genommen werden, Fernverkehrszüge verkehren erst wieder ab 14 Uhr. Verspätungen sind weiterhin möglich.

Die Strecke Lausanne – Yverdon-les-Bains wurde durch eine Überschwemmung des Ruisseau des Combes zwischen Ependes und Chavornay auf einer Strecke von insgesamt 400 Metern unterbrochen. Erst am Freitagmorgen konnte die überflutete Bahnstrecke teilweise wieder in Betrieb genommen werden. Rechts sehen Sie die Wetterwarnkarte für Europa.

In der Schweiz konzentrieren sich die Warnungen auf den Nordosten, sowie die Mitte des Landes. Meteoschweiz berichtet über Warnungen der Stufen zwei und drei. Dabei stehen steigende Pegel von Bächen und Gräben, sowie lokale Überschwemmungen im Zentrum. Menschen sollen die Ufer von fließenden Gewässern und Seen, sowie steile Hänge, Keller und Untergeschosse meiden. Ebenso wird vor Murgängen gewarnt, weshalb sich von Bachläufen in den Bergen ferngehalten werden soll. In Bereichen der Stufe drei werden Niederschläge zwischen 70 und 100 Liter pro Quadratmeter erwartet, in Gebieten der Stufe zwei rechnet man mit 50–80 Litern pro Quadratmeter.

Auch Italien von Unwetterwarnungen betroffen: Fußgängerzone von Triest überschwemmt

Auch Italien bleibt von den starken Regenfällen nicht verschont. Wie die kleine Zeitung berichtet, sollen am Donnerstagnachmittag Straßenzüge, sowie die Fußgängerzone von Triest überflutet worden sein. Warnungen bestehen laut Unwetterzentrale Europa dabei vor allem für Norditalien. Dabei wird in Nordostitalien mit den Warnstufen orange und rot vor Regen und in Nordwestitalien mit Stufe gelb vor Gewittern gewarnt. Auch für andere Landesteile gibt es örtliche Warnungen. Erst im letzten Jahr wurde vor allem die Toskana von heftigen Unwettern getroffen.

Rubriklistenbild: © Screenshot/today.it

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