Kurz vor Ostern

Schwere Unwetter in Alpen-Regionen: Auswärtiges Amt mit Sicherheitshinweis für Urlauber

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Im Norden Italiens wüten schwere Unwetter, in der Schweiz gibt es massive Schneefälle. Jetzt meldet sich auch das Auswärtige Amt zu der Extremwetterlage.

Rom – Das Auswärtige Amt hat eine Eilmeldung zu den Unwettern in Italien, Frankreich und der Schweiz veröffentlicht. „In den französischen und Schweizer Alpen sowie in der Region Piemont und dem Aosta-Tal werden für die kommenden Tage bis Ostermontag hohe Niederschlagsmengen, Gewitter, Unwetter sowie in den Alpen ab 1.500 m Schneefälle erwartet“, heißt es in einer Mitteilung.

In Italien wüten schwere Unwetter. Es gibt Erdrutsche und Überschwemmungen.

Unwetter in Italien, Schneemassen in der Schweiz: Auswärtiges Amt mit Eil-Hinweis

Deshalb könnten Pässe, Tunnel und Passstraßen in den Alpen-Ländern unpassierbar sein oder gesperrt werden. Und die Wetterlage spitzt sich zu. Im Piemont und der Lombardei würden Sturmböen, Überschwemmungen und Erdrutsche drohen. Das Auswärtige Amt hat daher noch einen wichtigen Appell an Reisende. Wer in den betroffenen Regionen zu Ostern unterwegs ist, sollte die Meldungen des Wetterdienstes sowie des Zivilschutzes im Auge behalten.

Lawinengefahr, Starkregen und Schnee-Chaos: Bilder zeigen Wintereinbruch in Alpenland – kurz vor Ostern

Die Schweiz versinkt teilweise im Schnee. Betroffen sind vor allem die südlichen Kantone Wallis und Tessin, die zu Ostern viele Urlauber erwarten.
Die Schweiz versinkt teilweise im Schnee. Betroffen sind vor allem die südlichen Kantone Wallis und Tessin, die zu Ostern viele Urlauber erwarten. © Jean-Christophe Bott/dpa
Aufgrund der starken Schnee- und Regenfälle kam es in der Südwestschweiz zu Verkehrsbehinderungen und Stromausfällen.
Aufgrund der starken Schnee- und Regenfälle kam es in der Südwestschweiz zu Verkehrsbehinderungen und Stromausfällen. © Andreas Beez
Ein Informationsschild, auf dem normalerweise die nächsten Abfahrten der BLS-Autoverladezüge in Richtung Goppenstein angezeigt werden, ist völlig eingeschneit.
Ein Informationsschild, auf dem normalerweise die nächsten Abfahrten der BLS-Autoverladezüge in Richtung Goppenstein angezeigt werden, ist völlig eingeschneit. © Anthony Anex/dpa
Starker Schneefall behinderte den Verkehr auf der Kantonsstraße Sierre - Crans-Montana bei Chermignon-en-Dessous.
Starker Schneefall behinderte den Verkehr auf der Kantonsstraße Sierre - Crans-Montana bei Chermignon-en-Dessous. © Alessandro Della Valle/dpa
Einsatzkräfte kamen kaum hinterher, den Schnee auf den Straßen zu entfernen.
Einsatzkräfte kamen kaum hinterher, den Schnee auf den Straßen zu entfernen. © Jean-Christophe Bott/dpa
Eine dicke Schneedecke liegt über dem Weiler Valencon im Mittelwallis.
Eine dicke Schneedecke lag auch über dem Weiler Valencon im Mittelwallis. © Alessandro Della Valle/dpa
Die Walliser Kantonshauptstadt Sitten wurde aus Sicherheitsgründen für den gesamten Auto- und Fußgängerverkehr gesperrt. Die Bevölkerung wurde gebeten, zu Hause zu bleiben, nachdem wegen des Schneefalls Bäume umgestürzt waren.
Die Walliser Kantonshauptstadt Sitten wurde sicherheitshalber für den gesamten Auto- und Fußgängerverkehr gesperrt. Bäume waren umgestürzt. Die Bevölkerung wurde gebeten, zu Hause zu bleiben. © Jean-Christophe Bott/dpa
Im Kanton Wallis galt zeitweise die höchste Unwetterwarnstufe. Es herrschte Lawinengefahr.
Im Kanton Wallis galt zeitweise die höchste Unwetterwarnstufe. Es herrschte Lawinengefahr. © Anthony Anex/dpa
Feuerwehr blockiert die Zufahrt zur Straße nach Adelboden im Berner Oberland
Wegen der starken Schneefälle hat die Feuerwehr die Zufahrt zur Straße nach Adelboden im Berner Oberland blockiert. © Anthony Anex/dpa
Die Schulen des Kantons blieben am Donnerstag geschlossen
Die Schulen blieben im Wallis am Donnerstag (17. April) geschlossen. © Jean-Christophe Bott/dpa
Der bekannte Skiort Zermatt sei von der Außenwelt abgeschnitten, sagte eine Vertreterin des Tourismusbüros.
Der bekannte Skiort Zermatt sei von der Außenwelt abgeschnitten, sagte eine Vertreterin des Tourismusbüros.  © Jean-Christophe Bott/dpa
In Zermatt fielen bis zu 55 Zentimeter Neuschnee. Auf dem Gebirgspass Großer St. Bernhard wurden sogar 100 Zentimeter gemessen.
In Zermatt fielen bis zu 55 Zentimeter Neuschnee. Auf dem Gebirgspass Großer St. Bernhard wurden sogar 100 Zentimeter gemessen.  © Jean-Christophe Bott/dpa
Wegen starkem Schneefall gab es massive Verkehrseinschränkungen rund um Zermatt.
Wegen starkem Schneefall gab es massive Verkehrseinschränkungen rund um Zermatt. © Andreas Beez
Die Unwetter in der Schweiz hatten auch Auswirkungen auf den Oster-Reiseverkehr. Auf der Autobahn A2 vor dem Gotthardtunnel zwischen Göschenen und Erstfeld in Richtung Süden staute es sich auf mehreren Kilometern Länge.
Die Unwetter in der Schweiz hatten auch Auswirkungen auf den Oster-Reiseverkehr. Auf der Autobahn A2 vor dem Gotthardtunnel zwischen Göschenen und Erstfeld in Richtung Süden staute es sich auf mehreren Kilometern Länge. © Urs Flueeler/dpa
Vielerorts kam statt Schnee aber auch Starkregen in dem Alpenland herunter. Überschwemmung gab es deshalb am Lago Maggiore im Bereich des Parco della Pace in Locarno.
Vielerorts kam statt Schnee aber auch Starkregen in dem Alpenland herunter. Überschwemmung gab es deshalb am Lago Maggiore im Bereich des Parco della Pace in Locarno. © Samuel Golay/dpa
Auch der Fluss Maggia ist in Tegna über die Ufer getreten. Die Schweizer Behörden sprachen von einer „mäßigen Hochwassergefahr“.
Auch der Fluss Maggia ist in Tegna über die Ufer getreten. Die Schweizer Behörden sprachen von einer „mäßigen Hochwassergefahr“. © Samuel Golay/dpa

Im Norden Italiens wüten derzeit schwere Unwetter. Angesichts des anhaltenden Regens sind vielerorts die Pegel der Flüsse gestiegen. Ein 92-jähriger Mann soll in den Wassermassen, die sein Haus bei Turin eingeschlossen hatten, ertrunken sein. In der Schweiz wurden vor allem Wallis und Teile des Kantons Bern von heftigen Schneefällen heimgesucht. Der beliebte Ferienort Zermatt wurde von der Außenwelt abgeschnitten. Auch Strom und Mobilfunk seien ausgefallen, hieß es einer Vertreterin des Tourismusbüros.

Schwere Unwetter in Italien: So soll es über Ostern weitergehen

Noch sind die Unwetter nicht vorbei. Auch über Ostern dürfte es ungemütlich werden in den Alpen-Regionen. Vor allem im Nordwesten von Italien, der Toskana, in Umbrien, dem Latium sowie auf Sardinien könnten neue Unwetter nicht ausgeschlossen werden, berichtete Zeitung La Repubblica. Der Unwetter-Fahrplan laut aktuellen Vorhersagen für Italien:

  • Donnerstag, 17. April: Extrem schlechtes Wetter im Norden mit starkem Wind. Schlechtes Wetter an der Tyrrhenischen Küsten und auf Sardinien.
  • Freitag, 18. April: Erste Besserung im Norden, Nordosten bleibt instabil. Vereinzelte Schauer im Zentrum, Besserung im Süden.
  • Samstag, 19. April: Viele Wolken im Norden, leichterer Regen in den Alpen und im Piemont. Zentrum und Süden sonnig.
  • Sonntag, 20. April: Schauer und Regen im Zentrum. Mögliche Besserung im Norden.

Meteorologe Dominik Jung riet Menschen im Italien-Urlaub bereits zu Beginn der Woche: „Im Zweifel lieber abreisen.“ Immerhin wird im Rest des Landes sonniges Wetter erwartet. (kas/dpa)

Rubriklistenbild: © IMAGO/Tino Romano

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