Sturzflut in Texas: Einsatzkräfte finden immer mehr Tote – Ferienlager-Betreuerin versuchte noch zu reagieren
VonMichelle Brey
schließen
Im US-Bundesstaat Texas ereigneten sich schwere Überschwemmungen. Die Zahl der Toten steigt weiter. Das Schicksal von mehreren Kindern ist noch immer ungewiss.
Update vom 8. Juli, 6.23 Uhr: Bei den Sturzfluten in Texas ist die Zahl der Toten laut Medienberichten auf mehr als 100 gestiegen. Allein im besonders betroffenen Gebiet Kerr County kamen laut Behördenangaben 84 Menschen ums Leben. Davon seien 28 Kinder gewesen, hieß es am Montagnachmittag (Ortszeit).
Die Suche nach Vermissten geht unvermindert weiter. Das Gesamtausmaß ist weiter unklar. Die Einsätze der Helfer sind schwierig, immer noch gibt es reißende Fluten, es regnet weiter. In Teilen des von den Fluten betroffenen Gebiets gab es nach Behördenangaben Stromausfall.
Das besonders von den Überschwemmungen betroffene Mädchen-Sommercamp „Camp Mystic“ trauert um 27 tote Jung-Camperinnen und Betreuer. „Unsere Herzen sind an der Seite der Familie gebrochen, die diese unvorstellbare Tragödie ertragen müssen. Wir beten ständig für sie“, teilte das Camp mit. Demnach wird weiter nach vermissten Mädchen gesucht.
Sturzflut-Tragödie in Texas: Zahl der Toten steigt
Update vom 7. Juli, 10.33 Uhr: Die plötzliche Sturzflut in Texas kostete zahlreichen Menschen das Leben. Die Einsatzkräfte haben bislang 78 Tote geborgen, zahlreiche weitere werden noch vermisst. Viele Menschen verleihen ihrer Anteilnahme nach der Tragödie Ausdruck – darunter auch zahlreiche in Texas heimische Stars.
So appellierte etwa Matthew McConaughey bei X, „zu helfen wie und wo man könne“. „Die Texaner gehören zu den widerstandsfähigsten und großzügigsten Menschen der Welt“, so der Schauspieler weiter. In den Kommentaren unter dem Post drücken viele ihre Anteilnahme aus. „Wir hier in Florida leiden mit euch“, schreibt ein Nutzer. Viele kommentieren auch, für die betroffenen Familien und Opfer zu beten.
Nach Sturzflut in Texas: 78 Tote geborgen, 41 Personen weiterhin vermisst
Update vom 7. Juli, 6.45 Uhr: Nach der Flutkatastrophe im US-Bundesstaat Texas sind bisher insgesamt 78 Tote geborgen worden. Am schlimmsten betroffen ist der Landkreis Kerr, wo es nach Angaben des Sheriffs vom Sonntag 68 Todesopfer gab, darunter 28 Kinder. 41 Menschen würden weiterhin vermisst, sagte Texas‘ Gouverneur Greg Abbott. Gesucht wird weiterhin auch nach zehn der vermissten Mädchen aus einem Sommerlager. US-Präsident Donald Trump beschuldigte die Vorgängerregierung, für mögliche Versäumnissen im Katastrophenmanagement verantwortlich zu sein.
Neben den 68 Toten in Kerr wurden in den anliegenden Landkreisen mindestens zehn Leichen geborgen. Die Behörden rechneten mit weiteren Todesopfern. Unter den Vermissten waren auch zehn der Mädchen und ein Betreuer aus dem christlichen Sommerlager „Camp Mystic“, an dem insgesamt 750 Menschen teilgenommen hatten. Die Suche nach Überlebenden wurde am Sonntag mit rund 17 Helikoptern fortgesetzt. Hunderte Rettungskräfte waren im Einsatz.
Zahlreiche Mädchen weiter vermisst: Anwohner suchen in Texas-Sturzfluten nach Überlebenden
Auch Anwohner suchten mit Booten auf dem Wasser und an den Flussufern nach bekannten oder unbekannten Opfern und Überlebenden. Einer der freiwilligen Helfer berichtete, dass er eines der Mädchen aus dem Sommerlager tot in einem Baum aufgefunden habe. „Wir möchten den Angehörigen dabei helfen abzuschließen“, sagte er. „Deswegen sind wir hier.“
Texas‘ Vizegouverneur Dan Patrick berichtete dem Sender Fox News von einer Ferienlager-Betreuerin, die das Fenster einer Hütte einschlug, damit Mädchen im Schlafanzug hinausgelangen und um ihr Leben schwimmen konnten: „Diese kleinen Mädchen sind zehn oder 15 Minuten geschwommen. In der Dunkelheit und dem rauschenden Wasser und auf sie zutreibenden Baumstämmen, können Sie sich das vorstellen?“, schilderte Patrick. Schließlich hätten die Kinder trockenes Land erreicht.
„Desaströse Sturzflut“ in Texas: Mindestens 50 Tote, 27 vermisste Mädchen
Update vom 6. Juli, 06.18 Uhr: Die Zahl der Todesfälle bei den Sturzfluten im US-Bundesstaat Texas ist nach Behördenangaben auf 50 gestiegen. Stand Samstagabend (5. Juli) waren das demnach 15 Kinder und 28 Erwachsene, die noch nicht alle identifiziert waren. 27 Kinder aus einem Sommercamp werden noch vermisst. Die Suche ging einen Tag nach Beginn der heftigen Überschwemmungen weiter. Das gesamte Ausmaß der Katastrophe ist unklar. Mehr als 850 Menschen wurden unverletzt gerettet, es gab acht Verletzte, wie es von den Behörden am Samstagvormittag hieß. Bewohnende hatten sich auf Bäume gerettet, um nicht von den Fluten mitgerissen zu werden.
US-Präsident Donald Trump postete am Samstagvormittag auf der Plattform Truth Social: „Melania und ich beten für alle Familien, die von dieser furchtbaren Tragödie betroffen sind.“ Und: „GOTT SEGNE DIE FAMILIEN, UND GOTT SEGNE TEXAS!“ Heimatschutzministerin Kristi Noem kam nach Texas und versprach mehr Hilfe.
Gebangt wird noch auch um das Leben von 27 Mädchen, die an einem christlichen Sommerlager am Ufer des übergelaufenen Flusses Guadalupe teilgenommen hatten. US-Medien berichteten unter Berufung auf deren Familien, dass vier der Mädchen tot sein. Die Behörden bestätigten dies bisher nicht. Verzweifelte Eltern suchten in Aufnahmezentren für die Flutopfer oder den Onlinemedien nach ihren Kindern. Der Gouverneur von Texas, Greg Abbott, berichtete von dramatischen Szenen: Ein Mädchen flüchtete sich vor dem Wasser auf einen Baum, wo sie von einem Helikopter gerettet werden konnte. Eine der Wände des Speisesaals des Sommerlagers wurde vom Wasser komplett zerstört. Die meisten der rund 750 Mädchen, die an dem Camp teilnahmen, konnten gerettet werden.
Katastrophenfall in Texas ausgerufen: Vermisste nach Sturzflut
Erstmeldung vom 5. Juli: Austin – In Teilen Europas prägt extreme Hitze das Wetter. In Texas im Süden der USA ereignen sich zeitgleich heftige Überschwemmungen. Nach Behördenangaben sind dabei mindestens 24 Menschen gestorben. Etliche werden noch vermisst. Starke Regenfälle hatten am frühen Freitagmorgen (4. Juli) die Lage verschlimmert. Eine Entspannung ist zunächst nicht in Sicht.
Der Gouverneur des Bundesstaates, Greg Abbott, rief für Teile von Texas den Katastrophenfall aus, um zusätzliche Ressourcen zu mobilisieren. Mehr als 230 Menschen wurden laut Behördenangaben gerettet. Die Suche nach Vermissten gehe unterdessen weiter, sagte Abbott bei einer Pressekonferenz am Freitagabend (Ortszeit). „Wir werden nicht aufhören, bis wir alle gefunden haben“, versicherte er.
20 Mädchen, die an einem christlichen Sommercamp teilnahmen, werden vermisst. Das Camp beherbergte aktuell mehr als 750 Kinder. Vize-Gouverneur Patrick hatte zuvor betont, das müsse nicht heißen, dass sie verloren seien – sie könnten zur Sicherheit auch auf Bäume geklettert sein. Die Lage sei unübersichtlich, es gebe kein Strom und keine Internetverbindung. Wie viele Menschen insgesamt vermisst werden, war zunächst noch unklar. In der Umgebung wurden die Anwohner aufgefordert, sich in höhere Lagen zu begeben. Es wurden zentrale Anlaufpunkte geschaffen.
„Desaströse Sturzflut“ in Texas: Leichen in Autos gefunden
Unter den Toten sind nach Angaben des Vize-Gouverneurs Dan Patrick Erwachsene und Kinder. Zum Teil wurden die Leichen in Autos gefunden, die weggespült worden waren.
Die Gegend ist es nach Behördenangaben gewohnt, dass Flüsse über die Ufer treten. Allerdings war die Dimension ungewöhnlich. Die Rede war von einer „desaströsen Sturzflut“. Fernsehbilder zeigten, wie Autos mitgerissen wurden, Bäume entwurzelt waren, Häuser unter Wasser standen. Vor allem der Guadalupe River war betroffen. Innerhalb von 45 Minuten am Morgen habe es dort enorm viel geregnet.
Tornados, Wüstenstürme, Zyklone: Wetterphänomene, die Sie kennen sollten
Heimatschutzministerin Kristi Noem postete auf der Plattform X, sie habe Einsatzkräfte angewiesen zu helfen, darunter die US-Küstenwache. Sie schrieb: „Betet für Texas“. Helikopter waren in der Luft. Nach Angaben des Vize-Gouverneurs waren neun Rettungsteams unterwegs, um Erwachsene und Kinder von Bäumen, auf die sie geklettert waren, zu retten. Rund 500 Einsatzkräfte suchten. Im Juni führten Überschwemmungen in Südafrika zu Toten. (dpa/AFP/mbr/jh)